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Ballett am Rhein: „Young Moves 2018“ begeisterte das Publikum im Theater Duisburg

Über den eigenen Horizont hinaus:
Tänzer präsentieren ihre Choreographien

Von Petra Grünendahl

Sonia Dvořák: Our Discontent – Rubén Cabaleiro Campo, Rashaen Arts, Ann-Kathrin Adam, Alexandre Simões FOTO © Gert Weigelt

Eric White: Rhapsody on a Theme – Aleksandra Liashenko, Chidozie Nzerem FOTO © Gert Weigelt

Feline van Dijken: Temet Nosce – Norma Magalhães, Bruno Narnhammer FOTO © Gert Weigelt

„Als Tänzer ist man bei der Erarbeitung eines neuen Stücks sehr mit sich selbst, mit seiner Rolle im Tanz beschäftigt. Wer eine eigene Choreographie zur Aufführung bringen will, muss sich zusätzlich um Dinge wie Bühne oder Kostüme kümmern. Er muss aber auch den Tänzern die Bilder vermitteln, wie seine Choreographie auf der Bühne aussehen soll“, erzählte Alban Pinet in der Einführung. Er spricht aus Erfahrung: Noch vor zwei Jahren hatte er im Rahmen der „Young Moves“ seine Choreographie auf die Bühne gebracht. Mittlerweile ist er in der Dramaturgie des Balletts am Rhein tätig. Er plauderte ein wenig aus dem Nähkästchen, welche Herausforderungen nicht nur die erste Choreographie, sondern die komplette Produktion bis zur Aufführung für jemanden bedeutet, der bislang „nur“ getanzt hat. Vier Tänzer des Ballett am Rhein haben für die Fortführung des Choreographie-Formats die Herausforderung angenommen, sich einzubringen: Konzept, Produktionsschritte und Entwicklung der jeweiligen Präsentation mit den Tänzern, die hier auf der Bühne ein wahrlich grandiose Vorstellung boten. Ein begeistertes Publikum im Theater Duisburg belohnte jede Choreographie mit stürmischem Applaus.

Mit „Young Moves 2018“ präsentierte die Deutsche Oper am Rhein den neuesten Ballettabend ihrer Plattform Choreographie: Tänzer des Balletts am Rhein können sich hier mit Choreographien ausprobieren. Zurückgreifen können sie für die Produktion auf den Mitarbeiterstab eines großen Hauses – von der Technik über die Möglichkeiten von Bühne und Kostümen bis hin zu den Mitarbeitern hinter der Bühne: Alles steht zur Verfügung, was man für eine professionelle Aufführung braucht. Die Choreographien von Feline van Dijken (Temet nosce) , Sonia Dvořák (Our Discontent), Virginia Segarra Vidal (Posidonia) und Eric White (Rhapsody on a Theme) feierten bei der Premiere im Theater Duisburg ihre Uraufführung.

Vier choreographische Handschriften hinterlassen Eindrücke

Feline van Dijken: Temet Nosce – Norma Magalhães, Bruno Narnhammer, Ensemble FOTO © Gert Weigelt

Sonia Dvořák: Our Discontent – Ensemble FOTO © Gert Weigelt

Virginia Segarra Vidal: Posidonia – Boris Randzio, Rashaen Arts, Rubén Cabaleiro Campo, Yoav Bosidan, Alexandra Inculet, Irene Vaqueiro FOTO © Gert Weigelt

Eric White: Rhapsody on a Theme – Arthur Stashak, Chidozie Nzerem, Kailey Kaba FOTO © Gert Weigelt

Jeder der vier Choreographen sei unterschiedlich an sein Projekt herangegangen, wußte Alban Pinet zu berichten. Zur Musik von Norman Dello Joio lässt die Holländerin Feline van Dijken drei Paare tanzen. „Temet nosce“ (Erkenne dich selbst) ist die Suche nach dem eigenen Ich aus Prägungen, Begegnungen und Beziehungen zu anderen. Neben der Choreographie zeichnet sie auch für die Entwürfe von Bühne und Kostümen verantwortlich.

Die Amerikanerin Sonia Dvořák wählte als musikalische Grundlage den kalifornischen Singer-Songwriter Tom Waits. Waits rauer Charme untermalt mit „Our Discontent“ (Unsere Unzufriedenheit) neun Tänzerinnen und Tänzern im Spiegel des Trump’schen Amerika. Der Bühnenentwurf stammt von Dvořák, für die Kostüme holte sie sich Guido Reinhold an Bord.

Als Choreographin verstand sich die Spanierin Virginia Segarra Vidal als Teil eines „Autorenteams“: Ihr Stück „Posidonia“ entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Komponisten Stefan Odzuck und seinem Bruder, dem Bühnenbildner Christian Odzuck. Vier Tanzpaare treten in einen Dialog zwischen Mythos und Modernität. Segarra zeichnet auch für die Kostümentwürfe verantwortlich.

Zur Musik von „An American Abroad“ von Michael Torke entwickelte der amerikanische Tänzer Eric White seine Choreographie „Rhapsody on a Theme“ für acht Tänzerinnen und Tänzer. Das mit „What if’s …“ (Was wäre, wenn …) untertitelte Stück spielt mit Begegnungen von Menschen und dem Sich-aus-den-Augen-verlieren, mit den Möglichkeiten des Was-wäre-geschehen-wenn – oder eben auch nicht geschehen. Für die Bühnengestaltung zeichnete White selber verantwortlich, die Kostüme entwarf Saskia Schneider.

Angesichts der unterschiedlichen musikalischen Begleitung kam der Sound vom Band. Das Licht-Design stammt für alle Stücke von Volker Weinhart. Mit seinen vier Stücken dauert der Ballettabend gute zweieinviertel Stunden (inklusive eine Pause).

Weitere Termine im Theater Duisburg:
Sa | 7. Juli 2018 | 19:30 Uhr.

Ein kleiner Vorgeschmack:

30 Seconds of … Impressionen

Virginia Segarra Vidal: Posidonia – Ensemble FOTO © Gert Weigelt

Eintrittskarten gibt es in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in die Oper, ihre Handlung und ihre Entstehung gibt. Tickets kosten zwischen 14,40 und 50,10 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt.

© 2018 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Gert Weigelt, Köln / Deutsche Oper am Rhein

Geschrieben bei auf 6. Juli 2018. Abgelegt unter Duisburg,Kultur. Sie koennen allen Antworten zu diesem Eintrag folgen mit dem RSS 2.0. Kommentare sind derzeit geschlossen, aber Sie koennen einen Trackback von Ihrer eigenen Seite senden.