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Netze Duisburg erneuern Verbindungen im 110.000-Volt-Hochspannungsnetz

In der Bau- und Montagephase werden die unterschiedlichen Kabeltypen über die Muffentechnik zusammengeführt. Foto: Netze Duisburg GmbH.

Die Netze Duisburg investieren in die Versorgungssicherheit der Duisburger Bürger und Gewerbetreibenden. Und das an einer besonders wichtigen Stelle im Stromnetz: auf der 110 Kilovolt Hochspannungsebene (110.000 Volt), der höchsten Spannungsebene überhaupt im Duisburger Netz. In den kommenden fünf Monaten werden daher seit 2. Juli auf dem Sternbuschweg und danach ab Anfang September auf dem Kalkweg in Neudorf Baustellen eingerichtet. Zwei Mal 25 Meter Baugrube, 3 Meter breit und 3 Meter tief sind notwendig, um zwei Muffen (Verbindungsstücke) einzubauen, die das im Erdreich liegende Kabel mit einer neuen Muffentechnik verbinden und dann im Umspannwerk Grunewald ankommen. Die 110-Kilovolt-Ebene ist die „Lebensader“ im Duisburger Netz, in 18 Umspannwerken in der Stadt wird die Hochspannung heruntertransformiert auf eine 10.000 Volt Mittelspannung, ehe sie in den Wohngebieten in sogenannten Ortsnetzstationen bis auf die 400-Volt-Ebene (bzw. 230-Volt-Ebene) heruntertransformiert wird, an die alle Haushalte in der Stadt angeschlossen sind.

Um sicher zu gehen, dass beim Einbau der neuen Muffen keine Verunreinigungen in die hochsensible Muffentechnik kommen, werden die Baugruben ausbetoniert und überdacht. Allein vier Wochen Vorbereitung sind notwendig, um die Baustelle für die Monteure eines spezialisierten Fachunternehmens entsprechend herzurichten. „Die Montage einer Muffe wird dann noch einmal rund fünf Wochen in Anspruch nehmen“, erklärt Pascal Samel aus der Abteilung Netzplanung der Netze Duisburg GmbH, der die insgesamt rund 800.000 Euro teure Maßnahme für die Netze Duisburg GmbH geplant hat.

Die Arbeiten sind vor allem deshalb so kompliziert, weil zwei unterschiedliche Kabelarten miteinander verbunden werden müssen. Rund 100 Kilometer sogenannte Gas-Außendruckkabel sind im 110-Kilovolt-Netz in Duisburg verlegt. Hierbei sind die drei Leiter – jeweils voneinander abgeschirmt – gemeinsam in einem Kabelrohr verbaut. Um die 110-Kilovolt-Spannung übertragen zu können, steht das stahlrohrummantelte Kabel unter 16 bar Stickstoffdruck. 50 Kilogramm pro Meter ist ein solches Spezialkabel schwer und bedarf zudem eines besonderen Schutzes. Der Stahlrohrmantel darf nicht korrodieren, um Druck- und Spannungsabfall zu vermeiden. „Bei Routinemessungen haben wir festgestellt, dass wir Probleme mit dem Kathodischen Korrosionsschutz bekommen, sodass wir nun reagieren, um einem Defekt im Kabel und damit einem Kurzschluss zuvorzukommen“, erklärt Harald van Megen, Mitarbeiter der Betriebstechnik Kabelnetze bei der Netze Duisburg GmbH. Weil die Gas-Außendruckkabel aber von einer neueren Kunststoffkabeltechnik abgelöst worden sind, muss nun im Sternbuschweg und im Kalkweg über den Einbau der beiden Spezialmuffen jeweils eine Verbindung dieser beiden unterschiedlichen Kabeltechniken geschaffen werden.

Die Erneuerungsmaßnahmen sind unbedingt notwendig, um die Versorgungssicherheit aller Duisburger Bürger und Gewerbetreibenden zu gewährleisten. Die Stromversorgung auf der 110-Kilovolt-Hochspannungsebene ist in jedem Umspannwerk über zwei Kabelstrecken gegeben. Fällt eine aus, sind die Haushalte und Unternehmen trotzdem sicher über den zweiten Kabelstrang versorgt. Die Baustelle im Sternbuschweg ist die Verbindung der Umspannwerke am Grunewald und dem Umspannwerk Ost, das für die Versorgung von Neudorf sorgt. Für die Zeit der Baumaßnahmen wird der Stadtteil über die Umspannwerke am Innenhafen und in Mitte versorgt. Im Fall des Umspannwerkes am Grunewald geht es um die Stadtteile Wedau, Hochfeld und Teile von Wanheimerort.

Mit dem Muffeneinbau auf der Baustelle auf dem Kalkweg wird die Verbindung zwischen dem Umspannwerk am Grunewald und dem Umspannwerk Süd erneuert. Wie der Name es vermuten lässt, werden über das Umspannwerk Süd 2 große Teile des Duisburger Südens mit den Stadtteilen Großenbaum, Huckingen und Buchholz versorgt. Für die Zeit der Baumaßnahmen ist ihre Versorgung über den westlichen Teil des 110-Kilovolt-Netzes gesichert.

Hintergrund: Das Hochspannungsnetz der Netze Duisburg GmbH
Insgesamt rund 100 Kilometer lang ist das Hochspannungsnetz der Netze Duisburg GmbH. Rund 98 Prozent befinden sich dabei unter der Erde. Lediglich auf einer Strecke von circa drei Kilometern im Stadtteil Homberg wird der Strom über elf Hochspannungsmasten geleitet. Diese haben eine Höhe von je 36,5 Meter und verbinden die beiden Umspannwerke Schauenstraße und Homberg, die die linksrheinischen Stadtteile von Duisburg mit Strom versorgen.

Der Strom im Hochspannungsnetz der Netze Duisburg GmbH hat eine Spannung von 110.000 Volt. Erzeugt wird er unter anderem im Heizkraftwerk III der Stadtwerke Duisburg AG in Wanheim. Darüber hinaus ist das örtliche Netz im Westen und im Nordosten der Stadt an das überregionale Übertragungsnetz des Netzbetreibers Amprion angeschlossen, über das sowohl zusätzlicher Strom eingespeist, aber auch Energie abgegeben werden kann.

Hintergrund: Das Stromnetz in Duisburg
Das Stromnetz der Netze Duisburg GmbH hat insgesamt eine Länge von rund 5.900 Kilometer. Es übernimmt die Verteilung des Stroms vom Heizkraftwerk III der Stadtwerke Duisburg AG in Wanheim sowie von zwei Übergabestellen an das überregionale Übertragungsnetz. Von dort gelangt der Strom mit einer Hochspannung von 110.000 Volt zu den sogenannten Umspannwerken. Im Stadtgebiet gibt es 18 solcher Anlagen.

Dort wird die 110.000-Volt-Hochspannung wiederum von Transformatoren in 10.000-Volt-Mittelspannung umgewandelt. Von hier aus geht es über Kabel in die Wohn- und Gewerbegebiete der Stadtteile. Hier wird der Strom in den rund 1.500 Ortsnetzstationen in Duisburg auf 400 beziehungsweise 230 Volt Niederspannung umgespannt. Die weitere Verteilung in die Haushalte übernehmen die sogenannten Überflurverteiler (Verteilerschränke). Hiervon gibt es in Duisburg circa 4.500 Anlagen.

Alle Umspannwerke, Transformatoren sowie die Hoch- und Mittelspannungskabel werden zentral von der Querverbundleitstelle der Netze Duisburg GmbH an der Bungertstraße fernüberwacht und gesteuert.


Das Stromnetz in Zahlen

Hochspannungsnetz (110.000 Volt): ca. 100 km Länge
Mittelspannungsnetz (25.000 und 10.000 Volt): ca. 1.400 km Länge
Niederspannungsnetz (400 und 230 Volt): ca. 3.200 km Länge
Straßenbeleuchtung: ca. 1.100 km Länge
Netze Duisburg GmbH

Geschrieben bei auf 23. Juli 2018. Abgelegt unter Duisburg,Wirtschaft. Sie koennen allen Antworten zu diesem Eintrag folgen mit dem RSS 2.0. Kommentare und Pings sind derzeit geschlossen.