Ehemalige Teammitglieder der Straßenambulanz kritisieren Rolf Karling und Stadt Duisburg

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Ehemalige Teammitglieder der Straßenambulanz kritisieren Rolf Karling und Stadt Duisburg geralt / Pixabay
Ehemalige Teammitglieder der Straßenambulanz kritisieren Rolf Karling und Stadt Duisburg geralt / Pixabay

Während der frühere Leiter der Straßenambulanz Duisburg, Dr. Gerd Heimann, Rechtsmittel bei der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf einlegt, damit wegen des Verdachts einer möglichen Veruntreuung von Spendengeldern ermittelt wird, greifen zwei ehemalige Mitglieder des Teams der Straßenambulanz die Duisburger Stadtverwaltung sowie Rolf Karling mit überaus deutlichen Worten an. Wir lassen sie hier selbst zu Wort kommen, weil die Öffentlichkeit ein Recht hat, umfassend informiert zu werden.

Nach der Lektüre dieses Artikels frage ich mich, wie sich Herr Firlus die „ausreichende Qualifizierung“ hat nachweisen lassen? Hat ein Ausweis, ein Prüfungszeugnis oder eine Examensurkunde vorgelegen? Und was genau heisst “ ausreichend“ qualifiziert? Dazu empfehle ich Herrn Firlus und den Mitarbeitern der Ambulanz den Artikel unter folgendem Link: www.allgemeinarzt-online.de/a/1768824

Und an das Personal der Strassenambulanz: Wissen Sie, dass Sie die Verantwortung tragen, wenn Sie falsch versorgen oder etwas übersehen, was für eine adäquate Wundversorgung wichtig ist?? Nicht Herr Karling und nicht die Stadt, sondern Sie!!!! Man nennt es Durchführungsverantwortung.

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Conny Stammen
Krankenschwester

Die Aussage von Herrn Firlus empfinde ich als Diskriminierung unseres Berufsstandes.Ich bin Krankenschwester, habe etliche Zusatzausbildungen gemacht, unter Anderem auch als zertifizierte Wundexpertin. Seit ca. 2 1/2 Jahren bin ich ehrenamtliche Mitarbeiterin des Teams der Strassenambulanz unter der Leitung von Dr. Heimann. Da ich selbst Inhaberin eines Ambulanten Pflegedienstes war, darf man wohl glauben, dass ich mich mit gesetzlichen Grundlagen der Pflege und auch der Behandlungspflege gut auskenne. Hier geraten doch einige Dinge in eine völlige Schieflage!!! Jeder Pflegedienst und jedes Pflegeheim wird regelmäßig ein mal im Jahr durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen überprüft, und zwar vor allem darauf, ob pflegerische Maßnahmen nach den gültigen Standards und mit dem für die jeweilige Tätigkeit erforderlichen qualifizierten Personal durchgeführt werden. Diese Kontrollen habe ich immer für sinnvoll und notwendig empfunden. Wenn ich allerdings lese, daß das Gesundheitsamt der Stadt Duisburg einen arbeitslosen LKW Fahrer und eine bei der Lebensmittelausgabe von “ Bürger für Bürger“ in der Gemüseausgabe beschäftigte Dame für hinreichend in der Wundversorgung ausgebildet und qualifiziert hält, kommen mir Zweifel, ob eine umfangreiche und kostspielige Ausbildung zwingend notwendig ist.

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Vielleicht sollten sich Personen, welche diese Aussagen treffen, einmal ernsthaft fragen, ob sie selbst, oder einer ihrer Angehörigen im Ernstfall von solchen Personen gepflegt und medizinisch versorgt werden möchten. Ich kann nur empfehlen, probieren Sie es gerne einmal aus. Hochgradig infizierte, übelriechende chronische Wunden sind selbstverständlich keine Krankheit, sondern gehören zum normalen Leben einfach dazu. Ich hätte gerne Herrn Firlus und auch Herrn Dr. Weber bei einer solchen Tour dabei gehabt. Das ist nichts für schwache Nerven. Wundversorgung fällt eindeutig in den Bereich „ärztliche Tätigkeit“. Vor Beginn einer solchen Versorgung ist eine Diagnostik erforderlich, es müssen Vorerkrankungen berücksichtigt werden, ( das kann ein LKW Fahrer und eine “ Gemüseschwester“ problemlos erledigen). Der Arzt delegiert die Wundversorgung an eine “ qualifizierte“ Pflegefachkraft, bei welcher letztendlich auch die Durchführungsverantwortung liegt.

Aus meiner langjährigen Berufserfahrung kann ich nur berichten, dass das vom Team der Straßenambulanz versorgte Klientel in keiner Arztpraxis herzlich willkommen ist, und das aus sehr verständlichen Gründen. Wer möchte denn gerne im Wartezimmer neben einem Patienten sitzen, der völlig ungepflegt ist, nach Alkohol riecht, und zusätzlich noch den fauligen Geruch von chronischen Wunden verbreitet? Welcher Arzt hat in seiner Praxis Zeit, eine Wundversorgung vorzunehmen, welche länger als eine Stunde Zeit in Anspruch nimmt? Das zahlt keine Krankenkasse, weder für Ärzte noch für Pflegedienste. Eine solche umfangreiche und aufwendige Versorgung ist nur auf ehrenamtlicher Basis möglich. Schade, dass die Stadt Duisburg unsere sehr engagierte, und auch fachlich qualifizierte ehrenamtliche Arbeit so wenig zu schätzen weiß. Andere Städte haben schon lange eine Straßenambulanz fest installiert, sogar mit bezahlten, festangestellten Mitarbeitern. Hier ist es leider so, daß wir von Seiten der Stadt keinerlei Unterstützung erhalten, und erst recht keine Anerkennung. Statt dessen sieht man dem Treiben eines Herrn Karling tatenlos zu, läßt ihn, aus welchen Gründen auch immer, weiter seine unglaublichen Beleidigungen verbreiten. Sind das die Leute, auf welche die Stadt Duisburg zählt??

Noch eine Bemerkung: “ AUCH OBDACHLOSE UND DROGENABHÄNGIGE SIND „MENSCHEN“;HABEN EIN RECHT AUF KÖRPERLICHE UNVERSEHRTHEIT. NIEMAND HAT EIN RECHT,DIESEN MENSCHEN NICHT MIT ACHTUNG ZU BEGEGNEN. Wir kennen viele dieser Lebensgeschichten, und wenn ich bei dieser Tätigkeit eines gelernt habe, dann ist es Dankbarkeit. Nämlich dafür, dass meine Kinder einem Beruf nachgehen, nicht alkoholkrank sind und nicht süchtig nach Drogen. Das ist durchaus keine Selbstverständlichkeit.

Angelika Ziola

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