Erfolgreiche Integration in Duisburg

Geflüchtete Menschen auf ihrem Weg in den Arbeitsmarkt – Arbeitsaufnahme im erlernten Beruf

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Lesedauer: 3 Minuten

Foto: Bundesagentur für Arbeit
Foto: Bundesagentur für Arbeit

Heute hat die Agentur für Arbeit Duisburg zu einem Pressegespräch in das Dentallabor Zahntechnik Francesco Santamaria eingeladen. Francesco Santamaria freut sich, seinen neuen Mitarbeiter Mazen Zedan vorzustellen, der am 15. August seine Arbeitsstelle als Zahntechniker aufnehmen konnte. Ein gutes Beispiel für die erfolgreiche Integration eines geflüchteten syrischen Menschen in den deutschen Arbeitsmarkt. Herr Zedan ist seine Erleichterung anzumerken. Denn vor drei Jahren standen er und seine Familie vor dem Nichts. Sein eigenes Dentallabor in Damaskus, in dem er, seine beiden Brüder und seine Frau gearbeitet hatten, war bei einem Bombenangriff völlig zerstört worden. Der Krieg hatte die Familie direkt betroffen. Schwer war die Entscheidung, doch es gab aus Sicht der Familie Zedan keine Alternative. Sie verließ Syrien und begab sich auf die Flucht über Ägypten, Libyen und die Türkei. Die drei Brüder kamen vor ca. 10 Monaten nach Deutschland. Die Familien warten noch in der Türkei.

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In dem Flüchtlingsheim bemühten sich alle drei, zunächst mit ehrenamtlicher Unterstützung, Deutsch zu lernen. Und fielen dadurch auf, dass sie sich Gedanken machten, wie sie in ihrem geliebten Beruf auch in Deutschland wieder möglichst schnell arbeiten können. Sie kamen auf die Idee, ihre Fingerfertigkeit zu erhalten, in dem Sie aus Seifenstücken Zahnmodelle fertigten! Mazen Zedan meldete sich im Integration Point, der gemeinsamen Anlaufstelle arbeitsuchender geflüchteter Menschen der Agentur für Arbeit und des Job Centers Duisburg. Sein Ziel war es, schnell einen Integrationskurs beginnen und wieder in seinem Beruf arbeiten zu können. Hier fand er große Unterstützung durch den gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und des Jobcenters Duisburg.

Erst ein Praktikum, jetzt die Arbeitsstelle

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Es wurde nach einem Betrieb gesucht, der Mazen Zedan zunächst im Rahmen eines Praktikums die Gelegenheit der Mitarbeit im Unternehmen gab. Francesco Santamaria, Inhaber des Zahntechnik-Betriebes, sagt hierzu:“Seit längerem habe ich eine Stelle für eine/n Zahntechniker/in nicht besetzen können, da Fachkräfte in meiner Branche sehr gesucht und schwer zu finden sind. Von der Agentur für Arbeit kam dann die Anregung, einen geflüchteten Menschen mit Erfahrung in diesem Beruf einzustellen. Nun freue ich mich, Herrn Mazen Zedan eine Chance geben zu können. Sehr wichtig war sein Praktikum in unserem Betrieb. Wir haben ihn als gute Fachkraft kennen gelernt, die weiter eingearbeitet werden kann, um alle Aufgaben erledigen zu können. Und als sympathischen Menschen, der gut in mein Team passt. „

Als weitere Unterstützung konnte Francesco Santamaria einen Eingliederungszuschuss für die Einarbeitung von Mazen Zedan erhalten. Petra Neu, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Duisburg: „Ein Eingliederungszuschuss ist eine sinnvolle finanzielle Unterstützungsleistung für einen Arbeitgeber, der einem neuen Mitarbeiter mit besonderem Einarbeitungsbedarf die Chance in seinem Unternehmen gibt. So auch einem geflüchteten Menschen mit Einarbeitungsbedarf“ Am 15. August 2016 waren dann alle Voraussetzungen geklärt, der Arbeitsvertrag wurde unterschrieben. Am Vormittag besucht Mazen Zedan weiterhin den Integrationskurs. Nachmittags arbeitet er dann als Zahntechniker im Dentallabor von Francesco Santamaria.

Und ist sehr froh über diese Chance: „Ich bin sehr dankbar, in meinem Beruf in Deutschland arbeiten zu können, den ich sehr liebe. Das Zahnlabor, das ich mit meiner Frau und meinen beiden Brüdern in Damaskus betrieben hatte, wurde bei einem Bombenanschlag vor 3 Jahren völlig zerstört. Nun kann ich in Sicherheit und Frieden wieder in meinem Beruf arbeiten. Ich danke der Agentur für Arbeit für ihre große Unterstützung meiner Suche nach Arbeit. Und besonders Herrn Santamaria, dass er mir nun die Chance in seinem Betrieb gibt.“

Informationen zu den Möglichkeiten einer Förderung der Arbeitsaufnahme, auch für geflüchtete Menschen, gibt es bei der Arbeitsagentur unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 00.

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Ein Kommentar "Erfolgreiche Integration in Duisburg"

  1. Keule   7. September 2016 at 18:38

    Ich frage mich dabei:
    Wovor ist der Syrer geflüchtet? Wenn er vor dem Krieg flüchtete, dann hätte er nur bis Ägypten flüchten brauen. Dort war er vor Bomeben und Krieg in Sicherheit.

    Wenn er sich aber von Ägypten aus entschließt, nach Deutschland zu kommen, dann ist er ab diesem Zeitpunkt kein Kriegsflüchtling mehr, sondern ein Wirtschaftsflüchtling bzw. Wirtschaftsasylant. Und als dieser hat er laut Grundgesetz Artikel 16a Abs. 2, gar kein Recht, überhaupt einen Asylantrag zu stellen.

    Aber Gesetze interessieren in diesem Land die Regierung und die Behörden gar nicht mehr und werden einfach ignoriert, wenn der Inhalt des Gesetzes der Regierung nicht passt.

    GG – Art. 16a
    Abs. 1
    Politisch Verfolgte genießen Asylrecht.

    Abs.2
    Auf Absatz 1 kann sich nicht berufen, wer aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Gemeinschaften oder aus einem anderen Drittstaat einreist, in dem die Anwendung des Abkommens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge und der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten sichergestellt ist. Die Staaten außerhalb der Europäischen Gemeinschaften, auf die die Voraussetzungen des Satzes 1 zutreffen, werden durch Gesetz, das der Zustimmung des Bundesrates bedarf, bestimmt. In den Fällen des Satzes 1 können aufenthaltsbeendende Maßnahmen unabhängig von einem hiergegen eingelegten Rechtsbehelf vollzogen werden.

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