Duisburg: Gemeinsam gegen Langzeitarbeitslosigkeit

Hochkarätig besetzte Telefonaktion für Langzeitarbeitslose

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Lesedauer: 3 Minuten

v.l.n.r.: Ulrich Käser, Wolfgang Schmitz, Werner Rous, Sören Link
v.l.n.r.: Ulrich Käser, Wolfgang Schmitz, Werner Rous, Sören Link

„Langzeitarbeitslosigkeit wird oft allgemein als Hindernis für eine Einstellung angesehen. Dabei sieht es ganz anders aus, wenn man sich die einzelnen Betroffenen anschaut. Dann erkennt man die Potenziale dieser Menschen und kann – ggf. mit ein wenig Unterstützung durch eine Qualifizierung, eine Einarbeitung beim Arbeitgeber oder eine Trainingsmaßnahme – Betrieb und Arbeitnehmer zusammenbringen. Daraus entstehen oft langjährige Arbeitsverhältnisse.“ Das ist die Erfahrung von Ulrich Käser, Chef der Arbeitsagentur. In den Gesprächen mit den Unternehmen bei der Telefonaktion zeigte sich, dass viele Arbeitgeber/innen bereit sind, es auch mit Bewerberinnen und Bewerbern zu versuchen, die schon länger arbeitslos sind, die aber oft mit ihrer Qualifikation nah an den betrieblichen Anforderungen stehen.

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Es ist schon etwas Besonderes, wenn sich der Oberbürgermeister, der Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes und die Geschäftsführer der Agentur für Arbeit und des jobcenter Duisburg für eine Anrufaktion bei Arbeitgebern zusammenfinden. Am 28.10.2016 ging es dabei um die Initiative „Duisburg – gemeinsam gegen Langzeitarbeitslosigkeit“. Arbeitgeber, die regelmäßig einstellen, wurden auf die Bewerbung von Langzeitarbeitslosen angesprochen.

Auch Werner Rous, Geschäftsführer des jobcenter Duisburg führte Gespräche, die gezeigt haben, dass Unternehmen für die Einstellung von Langzeitarbeitslosen aufgeschlossen sind. „Die Rückmeldungen der Betriebe, mit denen ich gesprochen habe, haben gezeigt, dass die Zusammenarbeit mit dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Agentur für Arbeit und jobcenter schon sehr gut ist und man jetzt auch zukünftig gezielter die Einstellung von Menschen mit längerer Arbeitslosigkeit in Betracht ziehen wird“. Werner Rous verweist auf das gute Beispiel der TARGO-Dienstleistungs GmbH, die bereits in der Vergangenheit zahlreiche Arbeitslose eingestellt hat.

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Sören Link, Oberbürgermeister der Stadt Duisburg, war auch beeindruckt von der Aufgeschlossenheit der Arbeitgeber gegenüber der Einstellung von Langzeitarbeitslosen. „Es hat sich gezeigt, dass man bei diesem Thema einfach mal die Arbeitgeber gezielt ansprechen muss.“ So hatte Link mit dem Unternehmen Verpackungs-Systeme Weinem auch einen Gesprächspartner, der nicht nur für die Einstellung von Langzeitarbeitslosen aufgeschlossen ist, sondern auch mit der Einstellung von Gehörlosen als Arbeitnehmer und Auszubildenden eine große Aufgeschlossenheit für nicht alltägliche Bewerbungen gezeigt hat. „Mit solchen Unternehmen in Duisburg bin ich sehr zuversichtlich, dass unsere Initiative für Arbeitslose, die es nicht einfach haben, einen spürbaren Effekt zeigen wird!“
Der Unternehmerverband ist ebenfalls bereits mit den von der Initiative erstellen Profilkarten mit Kurz-Lebensläufen langzeitarbeitsloser Bewerberinnen und Bewerber auf die Betriebe zugegangen. Dadurch soll den Unternehmen verdeutlicht werden, dass hinter dem Begriff „langzeitarbeitslos“ Menschen stehen, die schon einiges für eine zukünftige Tätigkeit mitbringen. Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes, sah sich auch bei seinen Arbeitgeberkontakten im Rahmen der Telefonaktion in dieser Vorgehensweise bestätigt: „Das Engagement lohnt sich auch für die Unternehmen. Zum Teil bringen Langzeitarbeitslose wertvolle Kompetenzen mit, die in den Betrieben gefragt sind.“ Es gehe vor allem darum, Vorurteile abzubauen und den betroffenen Menschen eine Chance zu geben.

Die Aktivitäten der Initiative „Duisburg – gemeinsam gegen Langzeitarbeitslosigkeit“ werden am 25.11.2016 mit einer Fachkonferenz zu diesem Thema fortgesetzt.

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Ein Kommentar "Duisburg: Gemeinsam gegen Langzeitarbeitslosigkeit"

  1. Keule   31. Oktober 2016 at 22:35

    Alles nur Show und Blabla. Eine gut bezahlte Arbeit fällt dadurch wohl nur in den seltensten Fällen ab. Meistens werden wohl schlecht bezahlte Jobs (Job, Abkürzung für: just-over-broke) im Mindestlohnbereich übrig, von dem man nicht leben kann und dann als Aufstocker ergänzend Harz IV beziehen muß.

    Die Beteiligten haben wohl ihren Namen schon lange nicht mehr in der Presse gelesen.

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