Universität Duisburg-Essen: Grüne Oasen im schwarzen Ruhrpott untersucht

UDE-Masterarbeit untersucht Freizeitzentren - Revierparks 2.0

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Es ist die erste Bestandsaufnahme, welche die Revierparks Mattlerbusch, Vonderort, Nienhausen, Wischlingen sowie den Gysenbergpark vergleicht und dabei auch die Nutzer befragt – von Mai bis Juli 2016 interviewte Sabrina Brauckmann an jedem Standort rund 100 Personen. Im Fokus standen dabei allein die frei zugänglichen Park- bzw. Grünanlagen; Thermen und Bäder blieben außen vor. Die Ergebnisse der Masterarbeit dürften interessant für den RVR sein: Vier Freizeit- und Revierparkgesellschaften, an denen er beteiligt ist, sollen zu einer neuen Organisation zusammengeführt werden. Parallel dazu entwickelt der RVR gerade die Strategie „Revierparks 2020″ zur Neugestaltung der Anlagen.

Grüne Oasen im schwarzen Ruhrpott: In den 1970er Jahren entstanden diese fünf Revierparks entlang der Emscher. Sie boten den Menschen Naherholung mitten im industriell geprägten Ruhrgebiet und waren Vorbild für Parkanlagen in ganz Deutschland. Heute stehen die einstigen Publikumsmagnete jedoch vor großen Problemen. Sinkende Besucherzahlen, klamme Kassen, Vandalismus und wachsende Ansprüche an die Erholungsräume verlangen nach neuen Konzepten. Wie diese aussehen könnten, hat Sabrina Brauckmann aktuell in ihrer Masterarbeit am Institut für Geographie der Universität Duisburg-Essen (UDE) untersucht.

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„Aktuell sind die Revierparks in einem schlechten Zustand“, sagt die Studentin. „Sie müssen dringend modernisiert werden, um mehr Menschen anzusprechen.“ Punkten können die Fünf noch immer mit viel Grün und weitläufigen Spazierwegen direkt vor der Haustür, als Treffpunkt für Familien und Freunde. Positiv bewertet wird außerdem z.B. das gastronomische Angebot im Revierpark Mattlerbusch oder der Nienhausener Wasserspielplatz. Insgesamt tragen jedoch veraltete Spielplätze mit kaputten Geräten und zerstörten Bänken nicht dazu bei, dass man hier gerne länger bleibt. Die Folge: Während die Revierparks einst Besucher aus dem gesamten Ruhrgebiet anzogen, kommen heute fast ausschließlich die direkten Anwohner.

Wie also können die Revierparks zukunftsfähig werden? Durch vielseitige, moderne Freizeitangebote für alle Altersstufen. Das sieht auch Wirtschaftsgeograph Prof. Dr. Rudolf Juchelka so, der die Masterarbeit betreut hat. „Aktuelle Trends haben die Betreiber verschlafen. Besonders in den Bereichen Fitness und Gesundheit bedarf es einer grundlegenden Neuausrichtung.“ Kletterangebote und Kraftsportgeräte fehlen in den Revierparks ebenso wie Mehrgenerationenspielplätze: eine Art Zirkeltraining an Geräten, das sowohl jüngeren als auch älteren Menschen gerecht wird und diese zusammenbringt. Anstelle der alten Parkbänke wären richtige Erholungsbereiche zeitgemäßer und vor allem einladender: etwa mit ergonomischen Sitzgelegenheiten und Hängematten aus Stahl.

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„Auch die Kinderspielplätze brauchen eine Generalüberholung, es reicht nicht, bloß die kaputten Geräte auszutauschen“, sagt der Wirtschaftsgeograph. Machbar sei das alles aber nur durch eine neue Organisationsstruktur. Bislang betreibt der Regionalverband Ruhr (RVR) die Revierparks zusammen mit kommunalen Partnern. „Um alle Fünf zukunftsfähig zu machen, sollte der RVR diesen Job komplett übernehmen. Er wäre so handlungsfähiger und könnte Entscheidungen alleine treffen.“

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