Universität Duisburg-Essen: Frühe Stärkung verlängert das Leben

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Es ist einleuchtend: Werden Kinder früh gut betreut, macht sie das stark fürs Leben. Zu diesem Schluss kommt Prof. Martin Karlsson, Gesundheitsökonom an der Universität Duisburg-Essen (UDE). Er analysierte zusammen mit den Professorinnen Therese Nilsson (Universität Lund) und Sonia Bhalotra (Universität Essex), wie sich eine kostenlose frühkindliche Gesundheitsversorgung auswirkt – auch langfristig. Ihre Ergebnisse erscheinen im renommierten Journal of the European Economic Association.

Regelmäßiges Stillen und viel Nähe: Wie Säuglinge aufwachsen, beeinflusst ihre spätere Gesundheit maßgeblich. Ausgangspunkt für die Studie war ein Versuchsprogramm in Schweden zwischen 1931 und 1933. Hier wurden in ausgewählten Orten Kinder während des ersten Lebensjahres kostenlos medizinisch versorgt. Man konnte freiwillig teilnehmen; viele Mütter nutzten die Ratschläge und die Hausbesuche von qualifizierten Krankenschwestern. Zusätzlich wurden die Neugeborenen in speziellen Gesundheitszentren untersucht. Vergleichbar ist dies mit den deutschen Säuglingsfürsorgestellen und Stillkampagnen im frühen 20. Jahrhundert.

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Diese einfach umzusetzenden Maßnahmen hatten entscheidenden Einfluss: Das Programm verringerte die damalige Kindersterblichkeit um 20 bis 50 Prozent. Deshalb wurde die frühkindliche Versorgung anschließend auf ganz Schweden ausgeweitet.

Da der Zeitraum schon weit zurückliegt, konnten die Forscher auch die längerfristigen Folgen untersuchen. Fast ein Viertel weniger Kinder starben und das Risiko, vor dem 75. Lebensjahr zu sterben, nahm um 7 Prozent ab. Und während Männer deutlich seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen starben, gab es bei Frauen hauptsächlich weniger Krebserkrankungen.

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Die Ergebnisse können nützlich sein für Entwicklungsländer und ebenso für wirtschaftsstarke Staaten, da solche Erkrankungen weltweit verbreitet sind. „Nicht nur die Kindersterblichkeit wird durch simple und günstige Versorgung verringert, sondern auch chronische Krankheiten lassen sich später ohne zusätzliche Kosten reduzieren“, fasst Professor Karlsson zusammen.

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