Duisburg Loveparade: Versöhnliche Töne für Adolf Sauerland

Sprecher der Betroffenen der Lopa 2010, Jörn Teich: Sauerland war das Bauernopfer

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Duisburg Loveparade August 2010 | © Jürgen Rohn
Duisburg Loveparade August 2010 | © Jürgen Rohn

Ein Fernsehbericht des WDR, gerade mal knapp 30 Minuten lang, mit dem Titel, „Adolf Sauerland: Ein Mann, kein Wort?„, lässt im Vorfeld die Emotionen höher schlagen. Regionalzeitungen mit einem Vorbericht erleben in diesen Tagen unter den Kommentaren einen wahren Shitstorm gegen den ehemaligen Oberbürgermeister der Stadt Duisburg. Schuldig, charakterlos, weinerlich, so wird Adolf Sauerland beschimpft. Dass der ehemals beliebte Oberbürgermeister Sauerland die Loveparade in Duisburg überhaupt nicht wollte, dass will man ihm nicht abnehmen. Noch immer trollt in den Gazettenkommnentaren eine Pöbelkultur, wo Krethi und Plethi scheinbar glauben, selbstgerecht verurteilen zu können. Und so reihen sich aktuelle Hasskommentare nahtlos ein in vergangene Zeiten, in denen unmittelbar nach der Love Parade Katastrophe der Altoberbürgermeister mit Galgen und Scheiterhaufen dargestellt wurde.

Umso mehr überraschen Aussagen von Jörn Teich aus Sprockhövel! Teich ist nicht irgendwer, sondern Sprecher der Betroffenen der Loveparade 2010. Sauerland sei ein Bauernopfer, der Altoberbürgermeister hätte sich seit 2012 nicht verkrochen. Der Kontakt zwischen ihm und den Angehörigen wie Verletzten wäre seit der Abwahl nie unterbrochen gewesen. Sauerland sei wie die Initiative Neuanfang für Duisburg missbraucht worden. Und noch einmal bekräftigt der Sprecher der Lopa 2010 Betroffenen, Herr Sauerland hätte in den letzten Jahren immer wieder den Angehörigen und Verletzten Gespräche angeboten. „Ich muss ihm leider in vielen nachträglich recht geben, auch wenn ich es gerne anders hätte“, räumt Jörn Teich ein. Die Worte des jungen Mannes aus Sprockhövel schlagen medial ein wie eine Bombe, lassen Adolf Sauerland in einem ganz anderen Licht erscheinen. Und sie vermitteln auch, dass hinter den Kulissen der Presse man aufeinander zugeht, um die Folgen der Loveparade in Duisburg aufzuarbeiten. 

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