Integration – Chancen für Unternehmen und Region

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Lesedauer: 3 Minuten

Das Potenzial migrantengeführter Unternehmen in der Region Duisburg/Niederrhein ist groß: Jeder vierte Unternehmensgründer hat heute einen Migrationshintergrund – vom kleinen Ein-Mann-Betrieb bis hin zur Führungsriege großer internationaler Unternehmen. Sie schaffen Arbeitsplätze und leisten einen wichtigen Beitrag sowohl für die Integration von Zugewanderten als auch für die regionale Wirtschaft. Das Projekt „SESAM – Spezifische Aktivierung von Migrantenunternehmen in der Region Niederrhein“ hat sich in den letzten drei Jahren mit den spezifischen Herausforderungen und Hürden, aber auch mit den Stärken und Potentialen dieser Unternehmen beschäftigt.

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Abschlussveranstaltung „Integration – Chancen für Unternehmen und Region“
Welche Chancen bestehen in Regionen, gemeinsam mit Unternehmen Integration zu gestalten? Welche Anreize müssen Institutionen und Netzwerke setzen, damit sich migrantengeführte Unternehmen dort willkommen fühlen und sich stärker engagieren? Welche Möglichkeiten sehen die Teilnehmenden persönlich für eine kulturelle Öffnung beider Seiten? Diese und weitere Fragen wurden am 13.12.2016 bei der Abschlussveranstaltung des Projektes mit den Teilnehmenden diskutiert.

Nach einer musikalischen Einführung durch Beschäftigte der Altun Gleis- und Tiefbau GmbH wurden die Initiative Neue Qualität der Arbeit und die Offensive Mittelstand sowie die Angebote dieser Netzwerke vorgestellt. Außerdem wurden die Ergebnisse des Projektes und die Online-Toolbox „SESAM-Check Migrantengeführte Unternehmen“ (kostenfrei verfügbar unter www.sesam-niederrhein.de) erläutert.
Schließlich thematisierte Jens Stuhldreier mit den Teilnehmenden der Podiumsdiskussion zunächst künftige Integrationsaufgaben. „Integration ist keine Einbahnstraße!“ eröffnete der Unternehmensberater Hüseyin Çoktaş. Vielmehr sei es die gemeinsame Aufgabe von allen, die Integration von Zugewanderten zu gestalten. UnternehmensWert: Mensch Berater Sebastian Kremser plädierte für Offenheit, die Schaffung von Begegnungsräumen, um Ängste abzubauen. Abdullah Altun betonte, dass in seinen Augen das Lernen der deutschen Sprache allein für eine Integration nicht ausreiche. Zugewanderte müssten sich ebenfalls der deutschen Kultur öffnen und sich z.B. auf Feste wie Karneval oder Weihnachten einlassen.

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Seinen eigenen Beitrag zu einer erfolgreichen Integration sieht der Geschäftsführer der Altun Gleis- und Tiefbau GmbH u.a. darin, dass er bereits über 100 junge Menschen eine Ausbildung in seinem Betrieb ermöglicht habe – über seinen eigenen Bedarf an Nachwuchskräften hinaus.

Mit Sorge sehen alle Beteiligten die vorhandene Einstellungsdiskriminierung in Deutschland. Instrumente wie anonymisierte Bewerbungsverfahren haben zwar schon zu ersten Erfolgen geführt, Diskriminierungserfahrungen würden damit jedoch häufig lediglich auf die nächste Bewerbungsstufe verschoben. Unter Einbezug des Publikums wurde über solche und ähnliche Diskriminierungen teilweise hitzig diskutiert. Beispielsweise wurde von Seiten eines Teilnehmenden die herrschende Angst bemängelt, solche Situationen beim Namen zu nennen: Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung und Rassismus. Wichtig sei eine offene Diskussion, die durchaus auch zunächst Konflikte befeuern könne. Zusammenfassend habe sich die Situation von Zugewanderten in Deutschland zwar bereits verbessert, jedoch sei noch einiges zu tun, um strukturelle Benachteiligungen abzubauen. Dies können wir nur gemeinsam schaffen.

Zum Abschluss sprach Burkhard Beyersdorff seinen Dank an alle am Projekt Beteiligten sowie die Teilnehmenden der Abschlussveranstaltung aus. Der Abend wurde bei türkischen Spezialitäten und weiteren bilateralen Diskussionen sowie Nachfragen zum Projekt SESAM, zu INQA und zur OM ausgeklungen.

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