Unternehmerverband: Bei Berufswunsch und Ausbildungsort größere räumliche Mobilität gefordert

„Es gibt große regionale und lokale Unterschiede beim Ausbildungsplatzangebot. Es lohnt sich, andere Orte in den Blick zu nehmen“, so Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes. Es könne nicht jeder Jugendliche seinen Wunschberuf an seinem Wunschort erlernen.

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Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes (Foto: Unternehmerverband)
Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes (Foto: Unternehmerverband)

Die Unternehmerverbandsgruppe mit ihren sechs Einzelverbänden und ihren rund 700 Mitgliedsunternehmen gehört zu den größten Arbeitgeberverbänden Nordrhein-Westfalens. Mit Sitz in Duisburg reicht ihr angestammtes Verbreitungsgebiet vom westlichen Ruhrgebiet (Duisburg, Mülheim, Oberhausen) über den Kreis Wesel bis an die niederländische Grenze (Kreis Kleve) und ins Münsterland (Kreis Borken).´„Die Chance der jungen Menschen auf einen Ausbildungsplatz hat sich im Landesdurchschnitt erneut verbessert“, so Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbande. Richte er den Blick auf das Verbandsgebiet des Unternehmerverbandes, sei die Lage unterschiedlich. Während es in Mülheim und Duisburg beispielsweise mehr Ausbildungsplätze gebe, sei dies in Oberhausen nicht der Fall. Im Bocholter Raum seien die Unternehmen ebenfalls noch auf der Suche nach Azubis – vor allem im technischen Bereich und in den Pflegeberufen.

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„Die Unternehmen stehen zu ihrem Wort und bilden vermehrt aus“, so Schmitz mit Blick auf die Ausbildungsvertragszahlen des Landes NRW, die kürzlich in Düsseldorf präsentiert wurden. Diese besagen, dass die Betriebe in Nordrhein-Westfalen ihr Angebot an Ausbildungsplätzen im Jahr 2016 mit einem Zuwachs von 4,2 Prozent erneut erhöht haben. Schmitz verweist in diesem Zusammenhang noch einmal auf deutliche regionale Unterschiede. Trotzdem könne man Nordrhein-Westfalen mit Blick auf die Zahlen zu Recht als „Ausbildungsland“ bezeichnen. Sowohl bei der Ausbildungsbetriebsquote – also dem Anteil der ausbildenden Betriebe an den Betrieben insgesamt (22,8 Prozent) – als auch bei der Ausbildungsquote (5,5 Prozent) liege NRW deutlich über dem Bundesschnitt (20 Prozent bzw. 5,1 Prozent).

Eine große Herausforderung sei nach wie vor die so genannte Matching-Problematik – also das Zueinanderfinden von Ausbildungsplatzangeboten und jungen Menschen. So sei die Zahl der im Jahr 2016 unbesetzten Ausbildungsplätze in NRW um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr erneut gestiegen. „Es geht vor allem um passende Bewerber“, so Schmitz. Unternehmen könnten ihre Anforderungen nicht unbegrenzt absenken. „Die berufliche Praxis wird durch die Digitalisierung immer anspruchsvoller“, gibt Schmitz zu bedenken. Die Unternehmen seien durchaus bereit, auch denjenigen Bewerbern eine Chance zu geben, deren Noten auf dem Bewerbungszeugnis nicht so gut seien. „Vorausgesetzt, die Schüler sind bereit, daran zu arbeiten und zeigen hohe Motivation und praktische Begabung.“

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