Duisburg: Abrissarbeiten am ersten „Weißen Riesen“ – Vorarbeiten zur Sprengung

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Informierten sich über den Stand der Arbeiten (v. l.): Rainer Bischoff, MdL, Baudezernent Carsten Tum, Oberbürgermeister Sören Link, Mahmut Özdemir, MdB, N.N. (P&Z). Foto: Petra Grünendahl.
Informierten sich über den Stand der Arbeiten (v. l.): Rainer Bischoff, MdL, Baudezernent Carsten Tum, Oberbürgermeister Sören Link, Mahmut Özdemir, MdB, N.N. (P&Z). Foto: Petra Grünendahl.

Ende November 2016 hatte die Abrissfirma Prangenberg & Zaum (P&Z) mit der Einzäunung der Baustelle am Grundstück Friedrich-Ebert-Straße 10-16 begonnen. Bis zur Sprengung im September oder Oktober dieses Jahres sind noch vorbereitende Arbeiten nötig, die Christoph Weber, Geschäftsführer Technik beim Immobilien-Management Duisburg (IMD), zusammen mit Mitarbeitern von P&Z in Anwesenheit des Oberbürgermeisters und des Baudezernenten erläuterte. Nach der Absicherung des Areals nach außen habe man mit der Entrümpelung der Wohnungen begonnen. „Mittlerweile haben wir hier zwei Baustellenbereiche: einen weißen und einen schwarzen“, erläuterte Weber.

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In den „schwarzen Bereichen“, die nach außen versiegelt sind, werden Schadstoffe entsorgt. Asbest steht ganz oben auf der Liste dessen, was vor einer Sprengung aus dem Gebäude entfernt werden muss, aber auch weitere gesundheitsgefährdende Stoffe: Dort darf nur mit entsprechender Schutzkleidung gearbeitet werden. Letztlich soll nur der reine Betonkörper übrig bleiben, nachdem die Fassaden abmontiert und alle vier Gebäude vollständig entkernt worden sind. Dieser Betonbau auf einer Fläche von 1.350 Quadratmetern wird dann im Herbst (ein genauer Termin steht noch nicht fest) gesprengt.

Die insgesamt 40.000 Tonnen Bauschutt werden dann zerkleinert und als Recycling-Material zum Verfüllen genutzt: Damit werden dann nicht nur die Kellerbereiche des Hochhausblocks, sondern auch die 7.000 Quadratmeter der nebenliegenden Tiefgarage aufgefüllt, die ehemals 160 Fahrzeugen Platz geboten hatte und sich zur Zeit im Abriss befindet. Das erspart den Abtransport per Lkw. Die Gesamtkosten für Abbruch inklusive Sprengung belaufen sich beim ersten „Weißen Riesen“ auf ca. 3,5 Mio. Euro.

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„Dass wir hier 20 Mio. Euro in die Neugestaltung stecken können, ist der guten Zusammenarbeit mit Land und Bund zu verdanken“, erklärte Oberbürgermeister Sören Link. Über ein neues Quartiersbüro im Stadtteil sollen auch die Bürger an der Neugestaltung der Flächen und Weiterentwicklung der Nachbarschaft beteiligt werden. Solche Termine machten ihm immer Spaß, erzählte Baudezernent Carsten Tum: „Hier wird an Veränderungen gearbeitet.“ Mit der Landesförderung aus dem Integrierten Handlungskonzept Hochheide (IHK) stehen der Stadt die nötigen Mittel zur Verfügung, die Sanierung von Hochheide zu gestalten, nachdem die leerstehenden Hochhäuser (immerhin 20 Stockwerke mit 320 bzw. 160 Wohnungen) schon seit langen ein Ärgernis im Stadtteil waren.

Städtebauliche Aufwertung des Areals
Den Häuserblock Friedrich-Ebert-Straße 10-16 hatte die Stadt Duisburg ebenso schon erwerben können wie den Block Ottostraße 24-30 (320 Wohnungen), der im Anschluss an den ersten Abriss ebenfalls dem Erdboden gleich gemacht werden soll. In Verhandlungen steht die Stadt noch beim Gebäude Ottostraße 54-56 (160 Wohnungen), der ebenfalls der Neugestaltung Hochheide weichen soll. Für den zweiten „Weißen Riesen“ rechnet die Firma P&Z fürs kommende Jahr mit der Sprengung, da im Prinzip die gleichen vorbereitenden Maßnahmen nötig sind wie beim Bau Friedrich-Ebert-Straße.

Die Abrissflächen sollen nicht wieder neu bebaut werden, das war Voraussetzung für die Förderung aus Landesmitteln: „Wir wollten die Wohnungen vom Markt nehmen, da sie nicht gebraucht werden“, so Carsten Tum. In einem Wettbewerbsverfahren mit Landschaftsarchitekten und Bürgern soll erarbeitet werden, wo und wie Grünflächen, Verbindungswege, Aufenthaltsflächen und Spielmöglichkeiten gestaltet werden können. Ziel des Wettbewerbs sei ein Rahmenplan, erzählte Tum, der je nach Sanierungsschritt flexibel umgesetzt werden könne: „Es ist vorgesehen, das Wettbewerbsverfahren noch 2017 zu beginnen.“

Petra Grünendahl

Redakteur bei Rundschau Duisburg
Freie Journalistin
Heinrich-Heine-Universität
Mitglied im  DJV-NRW
Verband der Motorjournalisten e.V.
Presseverein Niederrhein-Ruhr e.V.

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