Arbeitsagentur Duisburg: Arbeitsmarkt im Januar 2017

Arbeitslosenzahl im Januar: + 1.688 auf 33.122 Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: - 390 Arbeitslosenquote im Januar: 13,3% (Vormonat 12,6%)

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Chefin der Agentur für Arbeit Duisburg Astrid Neese
Chefin der Agentur für Arbeit Duisburg Astrid Neese

Im Januar 2017 sind in Duisburg 3.930 Personen im Kontext von Fluchtmigration arbeitsuchend gemeldet, 2.024 sind arbeitslos. Diejenigen, die nur arbeitsuchend, aber nicht arbeitslos sind (1.906) befinden sich aktuell z.B. in Qualifizierungsmaßnahmen. Viele dieser Menschen sind nicht kurzfristig im Rahmen einer Flucht eingereist, sondern schon etwas länger als geflüchteter Mensch in Duisburg. Sie haben bereits den Status erreicht, der ihnen den Zugang zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt ermöglicht. 78,5 Prozent der Personen im Kontext von Fluchtmigration sind Männer, zwei Drittel (66,8 Prozent) sind unter 35 Jahre alt.

Die Bildungsstruktur ist sehr heterogen und zeigt hohe Anteile von hochwertigen Schulabschlüssen, aber auch hohe Anteile von Menschen ohne Schulabschluss. Diese von den geflüchteten Menschen benannten Schul- und ggf. Ausbildungs- und Studienabschlüsse müssen aber teilweise noch auf ihre Vergleich- und Verwertbarkeit in der Bundesrepublik hin geprüft werden. Die angestrebten Berufe bewegen sich deshalb aktuell noch stark im Helferbereich. Nach Qualifizierungen und Anerkennung von Abschlüssen sollte der Anteil derjenigen, die als Fachkraft oder noch höherwertiger arbeiten können, ansteigen.

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Neese hebt die Bedeutung des Integration Points von Arbeitsagentur und jobcenter Duisburg hervor: „Unsere umfangreichen Angebote decken einen großen Teil ab, der für die berufliche Integration von geflüchteten Menschen erforderlich ist. Um erfolgreich sein zu können, setzen wir stark auf unsere Netzwerkpartner und vor allem auf Unternehmen. Wenn dort der einzelne keine Chance erhält, dann bleiben die vorherigen Schritte wirkungslos. Wir werden so individuell fördern, wie es der Bewerber und der Betrieb brauchen. Das gilt selbstverständlich in gleichem Maße für die Unterstützung von Geringqualifizierten und Langzeitarbeitslosen.

Ein kurzer Überblick über die wichtigsten Lehrgänge zeigt das Spektrum des Angebots von Arbeitsagentur und jobcenter Duisburg:

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„Perspektiven für Flüchtlinge“ führen die geflüchteten Menschen an den deutschen Arbeitsmarkt heran und beinhalten eine Kompetenzfeststellung. Im „Förderzentrum für Flüchtlinge“ werden berufsbezogene deutsche Sprachkenntnisse vermittelt und Arbeitserprobungen in Betrieben vermittelt. Auch eine Ausbildungsvorbereitung in Kombination mit dem Erwerb von Schulabschlüssen ist möglich. Die Verknüpfung von Integrationskursen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge mit Eingliederungsleistungen der Arbeitsagentur ist in der „KompAS“-Maßnahme möglich; KompAS bedeutet dabei Kompetenzfeststellung, frühzeitige Aktivierung und Spracherwerb.

Mit insgesamt 33.122 arbeitslos gemeldeten Duisburgerinnen und Duisburgern waren im Januar 2017 1.688 oder 5,4 Prozent mehr Personen als noch im Dezember 2016 von Arbeitslosigkeit betroffen. Im Januar des Vorjahres waren 33.512 Menschen arbeitslos gemeldet, 390 Personen oder 1,2 Prozent mehr als in diesem Januar. Die Arbeitslosenquote stieg zum Vormonat um 0,7 Prozentpunkte und liegt bei 13,3 Prozent. Im Januar des Vorjahres lag sie bei 13,5 Prozent und damit um 0,2 Prozentpunkte über dem aktuellen Wert.

„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Jahreswechsel ist auf Grund der Witterungsbedingungen und der Beendigung von Arbeitsverhältnissen zum Ende des vierten Quartals üblich“, so die Feststellung von Astrid Neese, Leiterin der Arbeitsagentur Duisburg, zu den Januarzahlen. „Der sich fortsetzende Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich ist ein Indiz für eine Verstetigung der guten Entwicklung. Jetzt muss sich zeigen, wie zügig die Integration derjenigen Flüchtlinge gelingt, die in den kommenden Monaten nach ihren Integrations- und Qualifizierungskursen ihre Perspektive auf dem Arbeitsmarkt suchen. Wir wissen, dass es keine Pauschallösungen gibt, und werden jeden Arbeitgeber individuell beraten, der seinen Beitrag zur Integration leisten will.“

Die Unterbeschäftigung ist im Januar gestiegen – um 860 Personen oder 2,1 Prozent auf aktuell 41.987 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg sie in Duisburg um 2.258 oder 5,7 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung ist im Januar leicht angestiegen und liegt aktuell bei 78,9 Prozent (Vergleich Vormonat 76,4 Prozent, Vorjahr 84,4 Prozent).

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Die Unterbeschäftigung zählt neben den Arbeitslosen auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit mit. In die Gruppe der Fremdförderungen (+84 Teilnehmer auf 1.576 im Januar) fallen auch die Integrationskurse für geflüchtete Menschen. Die Unterbeschäftigungsquote liegt im aktuellen Berichtsmonat bei 16,5 Prozent (+0,3 Prozentpunkte gegenüber Vormonat, +0,8 Prozentpunkte gegenüber Vorjahresmonat). Der Anstieg der Unterbeschäftigungsquote im Januar beruht vorrangig auf dem Anstieg der Arbeitslosenquote als Teil dieses Wertes.

Betrachtet man die Arbeitsmarkt-Entwicklung anteilsmäßig getrennt nach den beiden Rechtskreisen SGB III und SGB II, so ergeben sich Verschiebungen zwischen den beiden Rechtskreisen gegenüber dem Vormonat. Ursache hierfür ist eine Gesetzesänderung, wonach die sogenannten Aufstocker, das sind Menschen die neben dem Arbeitslosengeld I noch aufstockende Leistungen nach dem SGB II benötigen, seit dem 01.01.2017 von der Agentur für Arbeit betreut werden. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden sie vom Jobcenter betreut und dort als arbeitslos gezählt. Auf die Entwicklung der Arbeitslosigkeit insgesamt hat diese Änderung keine Auswirkungen, führt aber zu einem stärkeren Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Versicherungsbereich (SGB III) gegenüber Dezember 2016.

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Die Arbeitslosenquote stieg im Versicherungsbereich (SGB III) daher um 0,5-Prozentpunkte auf 2,3 Prozent. Der Januar-Wert 2017 liegt damit auch um 0,2 Prozentpunkte über dem Niveau von Januar 2016 mit 2,1 Prozent. Im Berichtsmonat waren 5.836 Duisburgerinnen und Duisburger im Versicherungsbereich arbeitslos gemeldet. Das sind 1.261 oder 27,6 Prozent mehr arbeitslose Personen als noch im Dezember 2016 (4.575). Vor einem Jahr, im Januar 2016, waren im Bereich des Arbeitslosengeld-I-Bezugs 600 oder 11,5 Prozent weniger Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen (5.236).Isoliert betrachtet (ohne Aufstocker) ist die aktuelle Steigerung von Dezember auf Januar bei den Arbeitslosen vergleichbar mit dem Jahreswechsel 2015/16.

In der Grundsicherung (SGB II) stieg die Arbeitslosenquote leicht um 0,2 Prozentpunkte auf 11 Prozent. Im Vorjahr lag sie im Januar bei 11,4 Prozent.
27.286 Personen (+427 und +1,6 Prozent) waren im Januar in der Grundsicherung arbeitslos gemeldet (Dezember 26.859). Im Vergleich zum Januar 2016 (28.276) sind in der Grundsicherung aktuell 990 Menschen weniger von Arbeitslosigkeit betroffen als vor einem Jahr. Die Zugänge in Arbeitslosigkeit insgesamt sind im Januar um 213 oder 3,5 Prozent höher als im Vormonat ausgefallen. Die Zahl der Zugänge ist somit von 6.055 im Dezember auf jetzt 6.268 gestiegen. Im Januar des Vorjahres lag die Zahl der Zugänge in Arbeitslosigkeit bei 5.905 und damit um 363 oder 6,1 Prozent unter den Zugängen in Arbeitslosigkeit in diesem Januar. Von den 6.268 neu gemeldeten Arbeitslosen kamen im Januar 2.739 aus einer vorhergehenden Erwerbstätigkeit. Gegenüber den 1.841 Zugängen aus vorheriger Beschäftigung im Dezember 2016 meldeten sich im Berichtsmonat 48,8 Prozent oder 898 Personen mehr als im Vormonat.

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Die Abgänge aus Arbeitslosigkeit insgesamt betrugen im Januar 4.625. Das waren 1.444 oder 23,8 Prozent weniger als im Dezember (6.069) und 95 oder 2,0 Prozent weniger als vor einem Jahr im Januar 2016 (4.720). 1.001 Menschen konnten wegen der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ihre Arbeitslosigkeit beenden (Dezember 2016: 1.314) Mit 753 (Vormonat 1.050) neuen Arbeitsstellen sank der Stellenzugang gegenüber dem Vormonat um 297 Stellenmeldungen oder 28,3 Prozent. Er liegt damit um 16 Meldungen unter dem Vorjahreswert Januar 2016 mit 769 neu gemeldeten Stellen (-2,1 Prozent).

Der Stellenbestand ist im Januar leicht gesunken und liegt aktuell bei 3.410 Stellenangeboten (-57, -1,6 Prozent). Damit bewegt sich der aktuelle Monat deutlich über dem Stellenbestand des Vorjahresmonats (3.023 Stellenangebote im Januar 2016, +387 Stellen oder + 12,8 Prozent). Mit 2.920 Personen waren im Januar 50 oder 1,7 Prozent mehr junge Leute von Jugendarbeitslosigkeit betroffen als noch im Dezember (2.870). Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegen die Zahlen um 219 oder 8,1 Prozent über dem Wert von Januar 2016 (2.701).

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Die Zahl der über 50jährigen stieg im Januar um 562 oder 6,6 Prozent auf aktuell 9.125 (Vormonat 8.563), lag aber gleichzeitig um 309 (-3,3 Prozent) unter dem Vorjahreswert (9.434).Die darin enthaltene Zahl der arbeitslosen Personen über 55 Jahre stieg im Januar im Vergleich zum Vormonat von 4.884 auf jetzt 5.206 (+ 322 oder 6,6 Prozent). Hier waren im Vorjahresmonat 5.252 Personen arbeitslos gemeldet. In dieser Altersgruppe sind somit 46 Personen oder 0,9 Prozent weniger als im Januar 2016 arbeitslos gemeldet.

Im Januar ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen gegenüber Dezember leicht gestiegen und liegt aktuell bei betroffenen 14.272 Personen (+181 oder +1,3 Prozent, Vormonat 14.091). Der aktuelle Wert befindet sich damit um deutliche 1.651 Personen oder 10,4 Prozent unterhalb des Vorjahresmonats (15.923). Im Berichtsmonat stieg die Zahl der arbeitslosen Ausländerinnen und Ausländer auf jetzt 12.751 (+ 476 oder + 3,9 Prozent). Dies sind 1.555 oder 13,9 Prozent mehr als im Januar des Vorjahres (11.196). Der Hauptanteil liegt dabei mit 11.342 Personen in der Grundsicherung (SGB II).

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Geflüchtete Menschen sind bei der Gruppe der Ausländerinnen und Ausländer im Jahr 2017 im Hinblick auf den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt besonders im Fokus, weil viele Personen aus dieser Gruppe nach Integrations-/Sprachkursen und beruflichen Qualifizierungen in der Ausgangsposition sind, um eine Ausbildung oder Arbeit aufzunehmen, vielleicht auch mit Zwischenschritten. Die Statistik weist diese Gruppe von geflüchteten Menschen als „Personen im Kontext von Fluchtmigration“ aus. Das sind Ausländerinnen und Ausländer mit Aufenthaltsgestattung, einer Aufenthaltserlaubnis Flucht oder einer Duldung. In Abgrenzung zu anderen Definitionen des Begriffs Flüchtling handelt es sich hier um Menschen, die ähnliche Problemlagen im Hinblick auf den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt haben.

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