Duisburg: 2. Integrationsgipfel in der Niederrheinischen IHK

Gemeinsam Perspektiven schaffen - Regionale Partner vereinbaren Matching-Projekt

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Lesedauer: 3 Minuten

IHK Duisburg  | © Jürgen Rohn
IHK Duisburg | © Jürgen Rohn

Bilanz des zweiten Integrationsgipfels: Die grundlegenden Strukturen sind geschaffen. Diese gilt es, weiter zu festigen und die Zusammenarbeit an den verschiedenen Schnittstellen noch stärker zu vernetzen. Denn die Integration von Flüchtlingen in Arbeit und Ausbildung erfordert weiterhin großes Engagement, dem sich die Region gemeinsam stellen will. Deshalb erweiterten die Partner die gemeinsame Erklärung um ein Matching-Projekt. Im Rahmen einer intensivierten Zusammenarbeit der regionalen Partner sollen Flüchtlinge in geeignete Praktikums- bzw. Ausbildungsstellen bei passenden Betrieben vermittelt werden. Dazu wird ein Pool von Betrieben und geeigneten Jugendlichen aufgebaut, der die Vermittlung in Ausbildung erleichtert. Begleitende Maßnahmen der Partner wie z. B. Speed-Datings oder Ausbildungs- und Praktikumstouren sollen Betriebe und junge Flüchtlinge schneller zusammenbringen. Die IHK erklärte sich bereit, die Koordination dieser verstärkten Zusammenarbeit zu übernehmen.

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Sprachkenntnisse fördern, Potenziale ermitteln und Qualifikationen anerkennen, Flüchtlinge fit machen für den Arbeitsalltag – auf diese und weitere drei Handlungsfelder verständigten sich im letzten Jahr auf Einladung der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Duisburg, der Kreise Wesel und Kleve, der Regionalagentur NiederRhein, dem Handwerk, Unternehmerverbände, Gewerkschaften, Arbeitsagenturen und Jobcenter beim ersten Integrationsgipfel. Heute kamen die Beteiligten wieder in Duisburg zusammen und zogen eine erste Bilanz.

Der Blick auf das letzte Jahr macht deutlich: Die vielfältigen Bemühungen der regionalen Partner zeigen bereits erste Erfolge. Angebote und Initiativen in Duisburg und den Kreisen Wesel und Kleve, die sowohl Flüchtlinge als auch Betriebe bei der beruflichen Integration unterstützen, wurden neu ins Leben gerufen oder weiter ausgebaut. So zum Beispiel die Projektstelle einer Willkommenslotsin bei der Niederrheinischen IHK, finanziert durch Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und der Europäischen Kommission. Seit Juni letzten Jahres sensibilisiert Shabena Aissa kleine und mittlere Unternehmen für die Möglichkeit der Fachkräftesicherung aus dem Kreis der Flüchtlinge und berät sowohl Betriebe als auch geflüchtete Menschen in allen praktischen Fragen rund um Integration durch Praktika, Ausbildung oder Arbeit.

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Ein weiteres Angebot: Die gemeinsamen Integration Points der Agenturen für Arbeit und der Jobcenter. Dort unterstützen Spezialisten der Agentur für Arbeit, der Jobcenter und weiterer kommunaler Partner in enger Abstimmung die Eingliederung von Flüchtlingen in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt und können frühzeitig Sprach- und Integrationskurse sowie berufliche Qualifizierungsmaßnahmen anbieten.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu ermöglichen, war ein weiteres Handlungsfeld, das die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Integrationsgipfels im letzten Jahr definiert hatten. Auftrieb dafür gab es durch die Änderungen im neuen Integrationsgesetz, das Anfang August 2016 in Kraft getreten ist: Mit der sogenannten „3+2 Regelung“ erhalten Asylbewerber und Geduldete während der Berufsausbildung und den ersten beiden Beschäftigungsjahren einen gesicherten Aufenthalt. Das gibt sowohl den jungen Flüchtlingen als auch den Betrieben Rechts- und Planungssicherheit.

Für diejenigen, die bereits einen ausländischen Berufsabschluss mitbringen, engagieren sich die Partner im Rahmen der beruflichen Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse. Für die IHK-Berufe übernimmt die IHK FOSA (Foreign Skills Approval) in Nürnberg zentral die Bewertung und Anerkennung der beruflichen Abschlüsse – bei Handwerksberufen ist die Handwerkskammer erste Anlaufstelle.

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Ein Kommentar "Duisburg: 2. Integrationsgipfel in der Niederrheinischen IHK"

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