eMobilität: DVG macht 934 zur ersten Elektrobuslinie in Duisburg

Die Duisburger Verkehrsgesellschaft AG (DVG) plant ab dem Jahr 2020 eine Buslinie komplett auf Elektrobusse umzustellen. Die DVG favorisiert die Linie 934, die vom Betriebshof Unkelstein über den Innenhafen, die Innenstadt, den Hauptbahnhof, den Sportpark und die Sechs-Seen-Platte bis nach Großenbaum führt.

„Um den steigenden Mobilitätsbedarf unter Umwelt- und Klimaschutzaspekten nachhaltig bedienen zu können, sind neue Lösungen und alternative Antriebe gefragt“, sagt Marcus Wittig, Vorstandsvorsitzender der DVG. „Als Mobilitätsanbieter in Duisburg verfolgen wir gemeinsam mit der Stadt das Ziel eines emissionsarmen Verkehrs.“ Mit dem Einsatz der umweltfreundlichen Elektrobusse will die DVG die Schadstoffemissionen reduzieren und den Lärmpegel in der Stadt senken. Die Elektrifizierung der Linie 934 führt zu einer Kohlendioxideinsparung (CO2) von rund 1.000 Tonnen pro Jahr.

Die DVG testet derzeit einen vollelektrischen Batterie-Standardbus. Foto: Duisburger Verkehrsgesellschaft AG

Für die Elektrifizierung der Linie 934 werden sieben Elektro-Gelenkbusse benötigt, derzeit fahren auf der Linie sechs Diesel-Gelenkbusse der Euro-6-Abgasnorm. Durch die Umstellung auf Elektrobusse erhöht sich wegen der geringeren Reichweite und der betrieblich notwendigen Ladephasen die Fahrzeuganzahl auf sieben. „Die Linie ist prädestiniert für die Umstellung auf Elektrobusse, da sie direkt an unseren Bus-Betriebshof angebunden ist“, sagt Klaus-Peter Wandelenus, Technikvorstand bei der DVG. Dies ist wichtig, weil die notwendige Ladeinfrastruktur auf dem Betriebshof errichtet werden soll. Das hat den Vorteil, dass die Ladeinfrastruktur nicht kosten- und zeitaufwendig im Stadtgebiet geplant und verbaut werden muss.

Die Umstellung auf Elektrobusse ist für die DVG mit erheblichen Investitionen verbunden. Insgesamt plant die DVG mit einer Anfangsinvestition von rund 6,5 Millionen Euro für die sieben Fahrzeuge und die Lade- sowie Werkstattinfrastruktur. Zum Vergleich: Die Anschaffungskosten für sechs Gelenkbusse mit der Euro-6-Abgasnorm liegen bei rund 2,1 Millionen Euro. Die Investition in die erste Elektrobuslinie in Duisburg ist damit dreimal so hoch. Ein neuer Dieselgelenkbus mit der Euro-6-Abgasnorm kostet rund 350.000 Euro. Ein vergleichbar leistungsfähiger Elektro-Gelenkbus kostet etwa 750.000 Euro.

Die DVG will für die Elektrifizierung der Buslinie 934 ein Förderprogramm in Anspruch nehmen. Der Förderantrag soll bis Ende April eingereicht werden. Nach Ablauf der Einreichungsfrist ist mit einer mehrmonatigen Bearbeitungszeit bis zur Bewilligung zu rechnen. Währenddessen wird die DVG parallel die Ausschreibung vorbereiten. Die Frist zur Ausschreibung umfasst einen Zeitraum von rund sechs Monaten. Nach der Auftragsvergabe ist mit einer Lieferzeit des Herstellers von mindestens zwölf Monaten zu rechnen. Daher handelt es sich bei dem Jahr 2020 um den frühestmöglichen Zeitpunkt für die Elektrifizierung der Linie. Gleichzeitig muss bis dahin der Aufbau der Ladeinfrastruktur erfolgt sein. Zudem ist eine Schulung der Fahrer und der Werkstatt-Mitarbeiter erforderlich.

Sämtliche Diesel-Fahrzeuge der DVG-Fahrzeugflotte tragen eine grüne Plakette und verfügen über einen Partikelfilter, der die Emissionen reduziert. Alle Busse, die von der DVG beschafft werden, erfüllen seit 2015 die Euro-6-Abgasnorm. Jedes Jahr beschafft die DVG bis zu 15 neue Busse. Das sind jedes Jahr Investitionen von rund fünf Millionen Euro in die Modernisierung der Busflotte.

Derzeit testet die DVG einen vollelektrischen Batterie-Standardbus. Bereits im vergangenen Monat testete die DVG einen Diesel-Hybridbus, der beim Anfahren und Beschleunigen durch einen Elektromotor unterstützt wird.Duisburger Verkehrsgesellschaft AG (DVG)
Foto: Andreas Kamps / DVV