OB Sören Link im Wirtschaftsdialog bei der Hermann Fliess & Co. GmbH: Schweißdrähte „made in Duisburg“

Fachkräftegewinnung als Herkulesaufgabe in Zeiten voller Auftragsbücher

Der Oberbürgermeister im Wirtschaftsdialog – hier bei der Fa. Hermann Fliess & Co., Hersteller von Schweißdrähten „Made in Duisburg“ (v. l.): Seniorchef Henning Hermann Fliess, Juniorchef Alexander Hermann Fliess, Leiter der Wirtschaftsförderung Duisburg Ralf Meurer, Oberbürgermeister Sören Link, der Technische Leiter Albrecht Borner und der Wirschaftdezernent der Sadt Duisburg Andree Haack. Foto: Uwe Köppen / Stadt Duisburg.
International agierend und lokal verankert: Das gehört mit zum Erfolgsrezept der Firma Hermann Fliess & Co. GmbH in Duisburg-Neuenkamp. Auf stattliche 103 Jahre Unternehmensgeschichte kann der Nischenanbieter im Bereich der Schweißdrähte zurückblicken. Rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus vielen Nationen arbeiten bei Fliess in Verwaltung, Vertrieb und Produktion.

Das Unternehmen stellt Drahtelektroden und Schweißstäbe für hochfeste und warmfeste Stähle her. Der Hidden Champion kooperiert dabei eng mit namhaften deutschen Stahlwerken. Die Schweißdrähte der Hermann Fliess & Co. GmbH finden sich in aller Welt: in Kraftwerken, Mobilkranen, Offshore-Konstruktionen, Pipelines, Brücken, Windtürmen und -rädern. „Die Hermann Fliess & Co. GmbH ist für mich ein Vorzeigeunternehmen – ein Betrieb, der zeigt, dass sich Internationalisierung und lokale Standortverbundenheit nicht ausschließen“, so Stadtoberhaupt Sören Link bei seinem Besuch des Unternehmens im Format „Duisburgs Oberbürgermeister im Wirtschaftsdialog“.

Seniorchef Henning Fliess berichtet: „Polen und Slowenien sind interessante, aufstrebende Märkte für uns. Schweißen und Schneiden stehen aber auch in China, Russland, Spanien, England, Brasilien und Südkorea hoch im Kurs.“ Und sein Sohn Alexander Fliess, ebenfalls Geschäftsführer des Unternehmens, bekräftigt: „War der Absatzmarkt für unsere Waren früher vor allem deutschlandweit, sind wir heute international aufgestellt. Ich reise sehr viel, um Aufträge rund um den Globus zu akquirieren. Rund 60 bis 70 Prozent unserer Auftraggeber sind im Ausland ansässig. Tendenz steigend.“

Das Ergebnis der Akquise und der Lohn der gestiegenen Anforderungen kann sich sehen lassen: „Die Auftragsbücher sind voller denn je. Wir könnten noch mehr Schichten fahren, wenn wir mehr Fachkräfte hätten, um die einzelnen Aufträge auszuführen. Die richtigen Leute zu finden, wird mehr denn je ‚spielentscheidend‘ für die Zukunft eines jeden Betriebs. Das ist heute nämlich gar nicht mehr so einfach, die Richtige oder den Richtigen als Mitarbeiter zu finden – obwohl wir sehr gute Rahmenbedingungen bieten. Beispielsweise eine Bezahlung, die sich an die Metallbranche anlehnt.“ Dr.-Ing. Albrecht Borner, Technischer Leiter bei der Hermann Fliess & Co. GmbH, gibt Einblick: „Wer bei uns als Spuler, Schneider oder Drahtzieher beschäftigt ist, den haben wir angelernt und jahrelang intensiv eingearbeitet. Grundlage ist oftmals eine Ausbildung als Maschinen- und Anlagenführer oder eine Ausbildung in einem anderen Handwerk wie beispielsweise Dachdecker, Klempner oder KFZ-Mechaniker. Selbst die Packer und Helfer müssen wie Räder eines Uhrwerks funktionieren, schließlich erhält jeder Draht seine eigene, passgenaue Verpackung.“

Den Unternehmenslenkern Fliess junior und senior ist es wichtig, dass die Fachkräfte ihr Handwerk beherrschen, schließlich ist dies ein Garant für Qualität: Schnelligkeit, kompromisslose Erfüllung von Kundenwünschen und höchste Qualität gehören zu ihrer Maxime, auch wenn sich Abnehmermärkte und Fertigungsverfahren im Laufe der Jahrzehnte kolossal gewandelt haben.“ Eine Rechnung, die aufgeht, können viele Mitarbeiter doch mittlerweile eine Betriebszugehörigkeit von 30 bis 40 Jahren vorweisen. „Der Wettbewerb ist anonymer geworden, da ist es von Vorteil, dass sich bei uns das Personalkarussell nicht ständig dreht, sondern wir unsere Kundenbeziehungen nachhaltig leben“, weiß Alexander Fliess. „Wenn man bedenkt, dass Duisburg eine Industriestadt ist, die sich nach wie vor im Strukturwandel befindet, kann man davon ausgehen, dass es hier eine Vielzahl verfügbarer Arbeitskräfte geben muss. Und zwar solche, die in ihrem ursprünglichen Beruf keine Beschäftigung mehr finden. Jetzt kommt es darauf an, alle Akteure des Arbeitsmarktes optimal zu vernetzen und die Angebote noch transparenter zu machen“, betont Wirtschaftsdezernent Andree Haack.

Selbst aus einem Brand im September 2009 ist die Firma gestärkt hervorgegangen – trotz eines Schadens von rund 12 Millionen Euro. Möglich wurde dies durch das umsichtige Management, eine engagierte Belegschaft sowie die tatkräftige Unterstützung der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Duisburg mbH (GFW Duisburg). „Wir haben dazu beigetragen, dass der Neustart 2010 am Standort gelungen ist, indem wir die Genehmigung für den Neubau beschleunigen konnten. Aktuell unterstützen wir das Unternehmen, das auch Mitglied in der von uns koordinierten Interessengemeinschaft der Gewerbegebiete Kaßlerfeld und Neuenkamp e.V. ist, bei der Umnutzung der ehemaligen Tennis- in eine Boulder-, also: Kletter-Halle“, berichtet GFW-Geschäftsführer Ralf Meurer.
Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Duisburg GFW
Foto: Uwe Köppen / Stadt Duisburg

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