Duisburg: Bürger-Info zur Sprengung des Weißen Riesen in Hochheide in der Glückauf-Halle

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Detailierte Informationen für die Anwohner
Von Petra Grünendahl

Evakuierungs- (rot) und Sicherheitszone (schwarz) für die Sprengung des Weißen Riesen in Hochheide am 24. März 2019. Grafik: Stadt Duisburg.
„Absolute Halteverbote in Evakuierungs- und Sicherheitszone werden ab Samstag, 23. März, um 8 Uhr gelten“, erklärte Frank van Staa vom Ordnungsamt der Stadt Duisburg. Ab 12 Uhr würde dann rigoros abgeschleppt. Fahrzeuge sollten aber auch wegen der unvermeidbaren Staubentwicklung auf Privatgrundstücken nicht im Freien stehen: „Sie sollten zu ihrem Schutz in Garagen oder Tiefgaragen eingestellt werden“, so van Staa. Gleiches gelte für Balkon- oder Terrassenmöbel, die man in die Wohnung holen solle. Teiche oder Dinge, die man nicht reinhole könne, solle man abdecken. Um 8 Uhr am Sonntagmorgen (24. März) müssten alle Anwohner – das sind rund 2.500 Menschen – die Evakuierungszone verlassen haben. In der Sicherheitszone gilt ab 8 Uhr ein Aufenthaltsverbot im Freien (für Anwohner erst ab 10 Uhr). Ab 11.45 Uhr dann sollten auch in der Sicherheitszone alle Bewohner Räume aufsuchen, die nicht zur Seite der Sprengung hin gerichtet sind. Es gelten quasi die gleichen Schutzvorschriften wie bei Bombenentschärfungen (luftschutzmäßiges Verhalten), auch wenn die Zeiträume großzügiger gefasst sind, weil ja garantiert Sprengstoff hoch geht.

Das Podium (v. l.): Feuerwehrchef Oliver Tittmann, Frank van Staa Ordnungsamt, Martin Hopfe (Thüringer Spreng GmbH), Bernd Zaum (P&Z Prangenberg & Zaum GmbH), Marc Sommer (rebuild.ing GmbH) und Moderator Martin Tazl. Foto: Petra Grünendahl.
Die Stadt Duisburg hatte zur Informationsveranstaltung für die Anwohner der Häuser rund um den Weißen Riesen eingeladen, der am 24. März 2019 gesprengt wird. Neben Generalplaner Marc Sommer (rebuild.ing GmbH), Abrissunternehmer Bernd Zaum (P&Z Prangenberg & Zaum) und Moderator Martin Tazl saßen auf dem Podium weitere Experten, die konkrete Auskünfte zum Ablauf von Sicherungsmaßnahmen und Sprengung geben konnten. Nach einem Rückblick auf die Sanierung und Ausführungen zum aktuellen Stand der Dinge erläuterte Sprengmeister Martin Hopfe (Thüringer Spreng GmbH) das Sprengkonzept und die Auswirkungen auf das Umfeld. Zu Evakuierung und Sicherheitsmaßnahmen informierten Frank van Staat vom Ordnungsamt und Feuerwehrchef Oliver Tittmann. Rund 600 Kräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Ordnungsamt und Polizei sind an jenem Tag rund um die Sprengung im Einsatz.

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Info-Veranstaltung der Stadt Duisburg für die Anwohner rund um den Weißen Riesen in Hochheide in der Glückauf-Halle. Foto: Petra Grünendahl.
Ein Betreuungsraum für die Evakuierten, die nicht anderweitig unterkommen, wird an der Gottfried-Wilhelm-Leibnitz-Gesamtschule, Hamborner Straße 274-278, 47166 Duisburg-Hamborn, eingerichtet. Eine Anmeldung unter Telefon 0203 / 94000 ist nötig, damit die Feuerwehr ausreichend Verpflegung sicherstellen kann. Der Parkplatz der Glückauf-Halle, der an den Sicherheitsbereich angrenzt, wird für Fahrzeuge der der Einsatzkräfte benötigt und ist entsprechend weiträumig gesperrt. Für betroffene Anwohner, die nicht mit einem eigenen Fahrzeug nach Hamborn fahren können (Parkplätze für private Fahrzeuge vorhanden), bietet die Stadt einen Shuttlebus für Hin- und Rückfahrt an (mit zwei bis drei Haltestellen rund um den Sicherheitsbereich, die noch bekannt gegeben werden). Man müsse mit einer Abwesenheit von etwa 8 bis 10 Stunden rechnen, so Feuerwehrchef Tittmann, denn direkt nach der Sprengung müssten erst die Luft auf ausgetretene Gase und Leitungen auf Dichtigkeit überprüft werden. Außerdem müsse überprüft werden, ob auch alle Sprengladungen hochgegangen seien. Dies werde zusätzliche Stunden in Anspruch nehmen. Rund 600 Kräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Ordnungsamt und Polizei seien an jenem Tag rund um die Sprengung im Einsatz, so Feuerwehrchef Tittmann.

Die Sprengung

Der Weiße Riese vom Parkplatz der Glückauf-Halle aus. Der Parkplatz wird zur Sprengung für die Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk benötigt. Foto: Petra Grünendahl.
„Wir haben Erfahrung und wissen, was wir hier tun“, sagte Martin Hopfe. Die größte Herausforderung der Sprengung sei die Unterdrückung von Staub, so der erfahrende Sprengmeister. Er zeigte hierzu ein Video von der Sprengung des Hochhauses Goliath in Marl 2006 (ein kleiner Eindruck hier … https://www.youtube.com/watch?v=dXGBWaKxtwY), die er damals verantwortet hatte. Nicht einmal die Feuerwehr mit Wasserwerfern könne die Staubentwicklung vollständig eindämmen, so Hopfe. Dass Fenster von der Detonation zu Bruch gehen könnten, schlossen er und P&Z-Geschäftsführer Bernd Zaum allerdings aus.

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Den besten Platz haben Schaulustige übrigens vor dem eigenen Fernseher (der WDR überträgt live), da man das Gebäude von jenseits der Sperrbereiche kaum sieht!

Infos rund um Evakuierung und den Sperrmaßnahmen findet man hier:

  • Info-Flyer
  • www.diesprengung.com
  • www.duisburg.de
  • Call Duisburg, Telefon 0203 / 94000
  • Informationsblätter werden durch den städtischen Außendienst am 6. März in der Sicherheits- und Evakuierungszone verteilt.
  • Informationsstand des städtischen Außendienstes auf dem Wochenmarkt Hochheide: vom 6. bis 20. März (mittwochs und samstags). Am Samstag, 23. März, fällt der Wochenmarkt aus!
  • Hilfebedürftige (Bettlägrige, Rollstuhlfahrer, Blinde etc.) können sich ab sofort wegen des Transports unter 0203 / 2832000 melden.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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