Duisburg-Homberg: Infos zur Sprengung des Weißen Riesen in Hochheide

Der erste Weiße Riese fällt am 24. März: Informationen zum Ablauf der Sprengung und Sperrungen vor Ort
Von Petra Grünendahl

Im Pressegespräch mit Tisch (hier v. l.): Frank van Staa (Ordnungsamt), Feuerwehr-Chef Oliver Tittmann, Pressesprecherin Anja Kopka, Oberbürgermeister Sören Link, Wirtschaftsdezernent Andree Haack, Sprengmeister Martin Hopfe (Thüringer Spreng GmbH), etwas verdeckt Bernd Zaum (P&Z Prangenberg & Zaum GmbH) und Marc Sommer (rebuild.ing GmbH). Foto: Petra Grünendahl.
„Die besten Bilder gibt es live im Fernsehen. Wir empfehlen, nicht nach Hochheide zu kommen, denn es gibt jenseits der Sperrzonen keine Möglichkeiten zu gucken“, machte Pressesprecherin Anja Kopka deutlich. Die Anwohner der Evakuierungsbereiche in Homberg-Hochheide müssen bis 8 Uhr am Sonntagmorgen ihre Häuser und Wohnungen verlassen haben. „Der Außendienst des Ordnungsamtes wird danach kontrollieren“, erklärte Frank van Staa vom Ordnungsamt der Stadt Duisburg. Nicht-Anwohner dürfen ebenfalls ab 8 Uhr nicht mehr in den Sicherheitsbereich, ab 11.45 Uhr ist auch dort kein Aufenthalt im Freien mehr erlaubt und die Bewohner sollten Räume aufsuchen, die nicht zur Seite der Sprengung hin gerichtet sind. Wenn alles nach Plan geht, wird der Weiße Riese um 12 Uhr gesprengt. „Wir rechnen mit etwa zwei Stunden Nachbereitung nach der Sprengung“, meinte Generalplaner Marc Sommer von Ingenieurbüro rebuild.ing GmbH. In diesem Fall würden die Sperrzonen ab gegen 14 Uhr aufgehoben, um den Bewohner die Rückkehr zu ermöglichen.

Im Pressegespräch mit Tisch (hier v. l.): Pressesprecherin Anja Kopka, Oberbürgermeister Sören Link, Wirtschaftsdezernent Andree Haack, Sprengmeister Martin Hopfe (Thüringer Spreng GmbH) und Bernd Zaum (P&Z Prangenberg & Zaum GmbH). Foto: Petra Grünendahl.
Zehn Tage vor der Sprengung informierte die Stadt Duisburg zusammen mit Vertretern der ausführenden Firmen sowie der Ordnungsbehörden (neben dem Ordnungsamt sind dies Feuerwehr und Polizei) über den Sachstand und die Abläufe am Tag der Sprengung. „Nach Abschluss der Asbestsanierung im November und jetzt der gezielten Vorschwächungen sowie der Vorbereitung der Fallbetten geht es so langsam in die heiße Phase“, erzählte Marc Sommer, bevor Sprengmeister Martin Hopfe (Thüringer Spreng GmbH) noch einmal in die Details ging: „Alle Maßnahmen sind aus Sicherheitsgründen nötig“, sagte der Fachmann. Siegfried Lantermann, Einsatzleiter für den polizeilichen Bereich der Sprengung wies noch einmal darauf hin: „Die Polizei wird bei Niemandem aus Sicherheitsgründen Geld oder Wertsachen einsammeln. Es gibt Herrschaften, die so etwas ausnutzen“, warnte er.

Vom modernen Wohnquartier zum Schandfleck

Im Pressegespräch mit Tisch (hier v. l.): Frank van Staa (Ordnungsamt), Feuerwehr-Chef Oliver Tittmann, Pressesprecherin Anja Kopka, Oberbürgermeister Sören Link, Wirtschaftsdezernent Andree Haack, Sprengmeister Martin Hopfe (Thüringer Spreng GmbH), etwas verdeckt Bernd Zaum (P&Z Prangenberg & Zaum GmbH) und Marc Sommer (rebuild.ing GmbH). Foto: Petra Grünendahl.
Oberbürgermeister Sören Link möchte den ersten Abbruch eines Weißen Riesen als Aufbruch für den Stadtteil verstanden wissen: „Menschen haben sich aufgeregt über diesen Schandfleck!“ Wirtschaftsdezernent Andree Haack, der bis zum Amtsantritt des neuen Beigeordneten Martin Linne die Stadtentwicklung kommissarisch leitet, betonte aber, nicht alle Weißen Riesen abreißen zu wollen. „Darum geht es uns gar nicht! Wir wollen Menschen neuen Raum geben, sich zu entwickeln.“ Er selber habe Teile seiner Kindheit in einem der Hochhäuser verbracht: „Wie die Stadt in Epochen gewachsen ist, erkennt man im Stadtbild wieder. Damals waren die Hochhäuser modern und begehrt.“ Es gehe aber um ein Gesamtkonzept: „Manche dieser Häuser hat die Zeit eingeholt.“

Die Sprengung in Zahlen

Zonen und Umleitungen für die Sprengung des Weißen Rieesn in Hochheide. Infografik: Stadt Duisburg.
„Wir werden 290 Kilogramm Sprengstoff in 1.650 Ladungen in 1.450 Bohrlöcher sowie an weniger verhärteten Betonwänden direkt auf die Wand anbringen.“ Das 20-stöckige Gebäude mit 320 Wohnungen und 100.000 Kubikmeter umbautem Raum wird in definierten Bereichen in den Kellergeschossen und auf der sechsten und siebten Etage gesprengt: „Die Sprengfaltung regt den Kollaps an. Das Gebäude zerstört sich selbst“, so Hopfe. Um die Streuflug von heraus gesprengten und kollabierenden Betonteilen einzudämmen, werden auf die zu sprengenden Etagen mit Planen eingehaust. Zur Bekämpfung der Staubwolke, die beim Kollaps von 45.000 Tonnen Baumaterial neben dem groberen Schotter entstehen, legt die Feuerwehr im Vorfeld auf dem Bürgermeister-Bongartz-Platz ein großes Wasserbecken an, aus dem die Schläuche für die Wasserwand zur Sprengung das staubbindende Nass ziehen.

Hier gibt es weitere Informationen im Detail zu Evakuierungen, Sperrungen und Umleitungen rund um die Sprengung (als pdf) und die Karte mit Zonen und Umleitungen (als pdf).

Und hier ist auch noch mal der Artikel zum Info-Abend zur SprengungArtikel zum Info-Abend zur SprengungArtikel zum Info-Abend zur Sprengung.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)