Jüdische Gemeinde in Duisburg lädt zum Jüdischen Klavierfestival „Menorah”

Musik verbindet Völker und Religionen
Von Petra Grünendahl

Albert Mamriev hat das Programm für das erste Jüdische Klavierfestival Menorah zusammen gestellt und wird am ersten Konzertabend selber spielen. Foto: Petra Grünendahl.
„Die Musik ist Bestandteil des jüdischen Lebens, der jüdischen Erfahrung“, erklärte Albert Mamriev, Pianist und Organisator des Klavierfestivals. Die Menorah (der siebenarmige Leuchter ist religiöses Symbol des Judentums) steht Pate für das Jüdische Klavierfestival. „Die Menorah steht nicht nur für das Licht, sondern auch für den Frieden durch Musik“, so Mamriev weiter. „Moderne jüdische Musik dreht sich nicht nur um den Holocaust. Sie ist vielfältig. Es gibt ganz hervorragende moderne israelische Komponisten mit herausfordernden Stücken. Ich habe sie selber nicht gekannt, bevor ich in Tel Aviv studierte“, sagte im Nordkaukasus geborene Mamriev. „Über Jahrhunderte haben sich deutsche und jüdische Musik gegenseitig beeinflusst und befruchtet“, erklärte Mamriev. Er schwärmte dabei vom anspruchsvollen „Scherzo de Bravoure“ von Charles Valentin Alkan, das er selber am ersten Konzertabend zum besten geben wird. Die Idee zu diesem Festival sei von der Jüdischen Musik her gekommen, so Mamriev, das Programm gehe aber doch darüber hinaus. „Mit dem Klavierfestival Menorah hoffen wir, eine jährlich stattfindende Konzertreihe zu begründen“, erzählte Alexander Drehmann, Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Duisburg Mülheim/Ruhr Oberhausen.

Albert Mamriev hat das Programm für das erste Jüdische Klavierfestival Menorah zusammen gestellt und wird am ersten Konzertabend selber spielen. Foto: Petra Grünendahl.
Alexander Drehmann stellte zusammen mit Albert Mamriev im Pressegespräch das Programm und seine Hintergründe vor. Der weltweit konzertierende Pianist hat für das Festival-Programm seine vielfältigen Kontakte genutzt, um deutsche und internationale Pianisten und Konzertmusiker von höchster musikalischer Qualität zu locken. Das erste Jüdische Klavierfestival „Menorah“ findet von Sonntag, 2. Juni, bis Mittwoch, 5. Juni, im Jüdischen Gemeindezentrum in Innenhafen statt (Beginn ist Sonntag um 16 Uhr, Montag bis Mittwoch um 19 Uhr). Zusammengestellt hat Albert Mamriev das Programm zusammen mit den jeweiligen Pianisten. Es werden an den verschiedenen Abenden unterschiedliche Pianisten Musik von deutschen und von israelischen, von jüdischen und von christlichen Komponisten spielen. Auch die Komposition eines Muslim sei dabei, verriet Mamriev. Zu den bekannteren Komponisten zählen Tschaikowsky oder Grieg, Bach oder Mendelssohn-Bartholdy, aber auch Gershwin. Bei Noam Scheriff und Ami Maayani, zwei modernen israelischen Komponisten, habe er in Tel Aviv studiert, so der Konzert-Organisator. Die Pianisten werden einführen in die Werke und ihre Bedeutung, mit persönlichen Bezügen zu den jüdischen Wurzeln und zur klassischen Musik im jüdischen Staat Israel. Das verspricht nicht nur musikalisch ein Erlebnis zu werden, sondern eines, das über die Musik Menschen und Völker verbindet.

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Pianisten von Weltruf spielen im Gemeindesaal

Albert Mamriev hat das Programm für das erste Jüdische Klavierfestival Menorah zusammen gestellt und wird am ersten Konzertabend selber spielen. Foto: Petra Grünendahl.
Verantwortlich für das Programm ist der Klavier-Virtuose Albert Mamriev. 1974 wurde er in Dagestan, einer russische Republik im Nordkaukasus im südlichen Teil Russlands, in eine Musikerfamilie hinein geboren. Nach ersten Studien bei seinem Vater zog es ihn zum weiteren Klavier-Studium nach Moskau, später auch nach Tel Aviv und Hannover. Der heute weltweit konzertierende und international vielfach ausgezeichnete Pianist unterrichtet regelmäßig bei Meisterkursen in China, Deutschland, Island, Israel, Italien, Spanien, Südkorea, Taiwan, Ukraine und USA. Seit 18 Jahren lebt Mamriev in Deutschland, begründete hier verschiedene internationale Klavier-Wettbewerbe und lehrt an der Music Academy Neue Sterne in Hannover. „Albert Mamriev hat unsere Gemeindemitglieder schon beim Neujahrsfest begeistert“, erzählte Alexander Drehmann, der hofft, dass auch Konzertbesucher von außerhalb der jüdischen Gemeinde ihren Weg an den Innenhafen finden.

Neben dem Pianisten Albert Mamriev stehen unter anderem auf der Bühne: Svetlana Eganian & Yolande Keznetsov (Piano Duo, Frankreich), Pavel Kachnov (Ukraine / Österreich), Yuri Bogdanov (Russland), Cesare Chiacchiaretta & Filippo Arlia (Duo Bandoneon & Piano, Italien), Giuliano Adorno (Italien) sowie Alexander Hülshoff & Andreas Fröhlich (Cello & Piano Duo, Deutschland). Alle haben bei namhaften Musikern an herausragenden Schulen studiert und national wie international Wettbewerbe und Preise gewonnen.
Details zum Programm:
https://jgduisburg.de/klavierfestival-menorah/

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Öffentliche Veranstaltung
Die Veranstaltung im Jüdischen Gemeindezentrum am Springwall 16 ist öffentlich und für die Besucher kostenlos. Spenden sind allerdings gerne gesehen, um die Kosten zu decken. Eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig, aber aus Sicherheitsgründen ist für den Einlass unbedingt der Personalausweis bereit zu halten.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)