IHK-Präsident: „Wir müssen der Industrie Freiheiten für Neues lassen“

Konsularisches Korps und Außenhandelsförderer zu Gast in Duisburg

Konsularische Gäste aus 20 Ländern besuchten am Dienstag auf Einladung der Niederrheinischen IHK Duisburg und Thyssenkrupp. Foto: Jacqueline Wardeski / Niederrheinische IHK.
Bei einem Besuch von Konsularischen Vertretern aus 20 Ländern stieß die Wirtschaftsregion Duisburg auf großes Interesse. Die Niederrheinische IHK hatte sie am Mittwoch, 3. Juli, zu einem Besuch bei der ThyssenKrupp Steel Europe AG eingeladen. IHK-Präsident Burkhard Landers nutzte die Gelegenheit, um seinen internationalen Gästen die Innovationskraft der hiesigen Stahlindustrie aufzuzeigen, und gleichzeitig die Herausforderungen zu skizzieren, vor denen sie steht.

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„Die Innovationskraft unserer Stahlproduzenten ist gewaltig. Die Umwandlung von Hüttengasen in chemische Wertstoffe oder die Erforschung der Stahlerzeugung mit Hilfe von Wasserstoff machen große Fortschritte“, so Landers. „Aber wir müssen der Industrie auch Freiheiten lassen, damit diese die Mittel hat, Neues zu entwickeln“, mahnte der IHK-Präsident mit Blick auf die in 2021 bevorstehende Verschärfungen des CO2-Zertifikatehandels. Der EU-Emissionsrechtehandel (ETS) ist nur einer von vielen Standortfaktoren, die beeinflussen, ob es sich für Betriebe lohnt dort oder woanders zu investieren. Bisher wird jede dritte Tonne Stahl in Deutschland in Duisburg erzeugt. „Das ist schon heute ein Gewinn für die Umwelt: Der hier produzierte Stahl setzt hohe Standards und muss nicht importiert werden“, erklärte Landers mit Blick auf die klimapolitischen Ziele der Europäischen Union.

Der IHK-Präsident verdeutlichte, wie sehr Duisburg und seine Industrie von internationalen Beziehungen abhängig seien, und warb bei den Vertretern des Konsularischen Korps für freien Handel. Mit dem größten Binnenhafen Europas und der direkten Schienenanbindung nach China über die neue Seidenstraße sei Weltoffenheit für die ehemalige Hansestadt selbstverständlich. „Unsere Exportquote beim Handel betrug im vergangenen Jahr fast 41 Prozent. Globale Vernetzungen zeigen sich natürlich auch in der Struktur unserer Unternehmen. In unserem IHK-Bezirk, der von Duisburg bis zur niederländischen Grenze reicht, ist etwa jedes zehnte Unternehmen mehrheitlich in ausländischem Besitz. Die Spitze bilden die Niederlande und die Türkei.“

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Sule Gürel, Generalkonsulin der Türkei, betonte, dass die Stahlbetriebe Duisburgs Generationen von Arbeitnehmern aus dem Ausland eine Beschäftigung und berufliche Perspektive geboten haben. Damit nehme die Stahlbranche einen hohen Stellenwert für die Türkei ein. Die Niederrheinische IHK hatte das Konsularische Korps und die Außenhandelsförderer NRW bereits zum vierten Mal an den Niederrhein eingeladen, um die Region und ihre Unternehmen international noch bekannter zu machen.
Niederrheinische Industrie- und Handelskammer
Duisburg – Wesel – Kleve zu Duisburg

Foto: Jacqueline Wardeski / Niederrheinische IHK

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