Lehmbruck Museum in Duisburg zeigt Eija-Liisa Ahtila: Skulptur in Zeiten des Posthumanismus

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Eija-Liisa Ahtila: Potentiality for Love (2018) Videostill.
Die Erzählungen der finnischen Künstlerin Eija-Liisa Ahtila eröffnen uns neue Welten. Sie verwebt realistische und fiktive Elemente zu fesselnden Geschichten und ikonischen Bildern, die uns im Gedächtnis bleiben. In ihren neuesten Werken beschäftigt sie sich mit unserer Beziehung zur Umwelt: Ahtila plädiert dafür, eine Weltsicht zu überwinden, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Denn für sie ist die menschliche Welt nur eine von vielen parallel existierenden.

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Unter dem Titel „Skulptur in Zeiten des Posthumanismus“ präsentiert das Duisburger Lehmbruck Museum ihre neuesten Installationen zum ersten Mal in Deutschland. Die Ausstellung gibt mit selten gezeigten Skulpturen, Filmen und raumgreifenden Videoinstallationen einen umfassenden Einblick in das Gesamtwerk Ahtilas, die seit ihrer großen Einzelausstellung in der Londoner Tate Gallery und ihrer Teilnahme an der documenta 11 in Kassel im Jahr 2002 zu den international renommiertesten Künstlerinnen gehört.

 
In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit grundlegenden menschlichen Erfahrungen wie Liebe, Trennung, Gewalt, Pubertät, Tod, psychischen Ausnahmezuständen und unserer Beziehung zur Natur. Als Pionierin hat Ahtila multimediale Rauminstallationen entworfen, die das Geschehen auf mehreren Bildflächen präsentieren. Der nicht-lineare Erzählfluss bringt uns dazu, unseren eigenen Standpunkt immer wieder zu wechseln, um so die Welt aus unterschiedlichen Perspektiven zu sehen.

 

Eija-Liisa Ahtila: Potentiality for Love (2018). Foto: Liisa Takala.
Ihr jüngstes Werk, das sich mit der Theorie des Posthumanismus beschäftigt, kommentiert die Künstlerin so: „In meinen neueren Arbeiten liegt der Schwerpunkt darauf, den Anthropozentrismus des bewegten Bildes zu hinterfragen. Ich lote aus, wie die Sprache des Films benutzt werden könnte, um im Angesicht einer sich beschleunigenden globalen Erwärmung und des massenhaften Aussterbens nichtmenschlichen Lebens ein ausgewogeneres Bild unseres Planeten und unserer heutigen Realität zu schaffen.“

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„Eija-Liisa Ahtila ist eine meisterhafte Erfinderin neuer Formen des Erzählens“, so Dr. Söke Dinkla, Direktorin des Lehmbruck Museums. „Angesichts der aktuellen ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen arbeitet sie an einer neuen Bildsprache, um unsere dominante Position in der Welt zurechtzurücken.“ Mit ihrer Erzählweise und ihren raumgreifenden Videoinstallationen hat Ahtila nachfolgende Künstlergenerationen maßgeblich beeinflusst. Ihre Arbeiten werden auf internationalen Filmfestivals und in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen – in Ländern wie Frankreich, England, Spanien, den USA, Kanada oder Mexiko – gezeigt und sind in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen weltweit, z. B. dem MoMA in New York, der Tate Modern in London, dem Mori Art Museum in Tokyo und dem Moderna Museet in Stockholm, vertreten.

 
Die Künstlerin
Eija-Liisa Ahtila, geboren 1959 in Hämeenlinna in Finnland, gehört spätestens seit ihrer großen Einzelausstellung in der Londoner Tate Gallery und ihrer Teilnahme an der documenta 11 in Kassel im Jahr 2002 sowie an den Biennalen in Venedig 1999 und 2005 zu den international bekanntesten Medienkünstlerinnen. Sie hat renommierte Auszeichnungen erhalten, darunter den Vincent Award für zeitgenössische Kunst, den Artes Mundi Preis für bildende Kunst und die Prins Eugen-medaljen für herausragende künstlerische Leistungen. Nach zehn Jahren ist Ahtilas Werk erstmals wieder umfassend in Deutschland zu sehen.

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Öffnungszeiten und Eintrittspreise
(pet) Die Arbeiten von Eija-Liisa Ahtila sind bis zum 26. Januar 2020 zu sehen. Dienstags bis freitags ist das Lehmbruck Museum ab 12 Uhr geöffnet, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 17 Uhr, donnerstags an Terminen der plastikBAR bis 21 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 9 Euro, ermäßigt 5 Euro. Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Blinden- und Demenzbegleitung haben kostenlos Eintritt. Schulklassen und Kindergärten zahlen pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte gibt es für 15 Euro. Jeden ersten Freitag im Monat gilt: „Pay what you want“. Ausgenommen davon sind angemeldete Gruppen.

 
Zu seinen Sonderausstallungen bietet das Lehmbruck Museum verschiedene Veranstaltungen als Rahmenprogramm an. Öffentliche Führungen durch das Museum gibt es jeden Sonntag um 11.30 Uhr; sie kosten 2 Euro zusätzlich zum Eintritt. Für Informationen und Buchungen steht die Kunstvermittlung des Lehmbruck Museums unter Telefon 0203 / 283-2195 oder eMail kunstvermittlung@lehmbruckmuseum.de zur Verfügung. Weitere Informationen gibt es unter tickets@lehmbruckmuseum.de, Telefon 0203 / 283-2195 oder www.lehmbruckmuseum.de sowie im Veranstaltungskalender.

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(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70%), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen mit Sozialhilfebezug.
Lehmbruck Museum, Petra Grünendahl (pet)

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