Joachim Schneider beim Sutton Verlag: Drittes Buch über Wanheimerort

Bilder und Geschichten lassen Vergangenheit lebendig werden
Von Petra Grünendahl

Die Ansicht vom Titelbild: Sicht auf die Fischerstraße. Fotos: Petra Grünendahl.

Cover: Sutton Verlag.
Wer sich fußläufig im Stadtteil Wanheimerort ein wenig auskennt, kann das Titelbild einordnen, auch wenn die Häuserfassaden sind heutzutage gestrichen oder mit Balkonen bestückt sind. Alles ist grüner, Bäume verdecken die alte Ansicht ein wenig. Der Spielplatz ist mittlerweile hinter einem Gebäude der Lebenshilfe verborgen und von der Fischerstraße nicht mehr einsehbar. Im Gegensatz zu diesem Foto scheint jedoch an anderen alten Schwarzweiß-Aufnahmen aus dem Stadtteil die Zeit vorbei gegangen zu sein: Lediglich Zeichen früherer Jahre wie Kleidung oder Autos verraten auf einigen Bildern die Vergangenheit, so wenig hat sich mitunter am Erscheinungsbild getan. Auch der Beobachter, der nur die Gegenwart der letzten Jahre kennt, findet sich zurecht im bildlichen Eintauchen in die Vergangenheit. Es ist eine spannende Reise, die Autor Joachim Schneider nach Kapiteln gegliedert mit informativen Texten versehen hat.
Ecke Kulturstraße und Düsseldorfer Chaussee Mitte der 1950er: Anstelle der Tankstelle findet sich hier heute eine Grünanlage. Foto: Sutton Verlag.
Vom Dickelsbach oder den ersten Siedlern über die Karl-Lehr-Schule, den Spielmannszug Wanheimerort, die Stolpersteine oder die Jugendherberge nimmt Schneider den Leser mit, bis hin zu alteingesessenen Unternehmen und berühmten Sportlern, die in Wanheimerort ihre Wurzeln hatten. Eingerahmt sind diese vielfältigen Geschichten in die „Alten Ansichten“, eine Bilderschau im Auftaktkapitel, und einigen markanten „Zeitsprüngen“ zum Abschluss.

 

Kulturstraße an der Ecke zur Hultschiner Straße Anfang der 1960er. Foto: Sutton Verlag.
Zwar wendet sich Autor Joachim Schneider mit seinem dritten Buch über den Duisburger Stadtteil Wanheimerort in erster Linie an Alteingesessene, bei denen die Bilder – so der Untertitel – Erinnerungen wecken sollen. Allerdings finden auch neuer Zugezogene Ansichten, die ihnen bekannt vorkommen und ein Eintauchen in die Vergangenheit ermöglichen. Der Autor profitiert von seiner guten Vernetzung im Stadtteil, die ihm viele Türen öffnete. Das Firmenarchiv von Caramba (Rütgerswerke) stand ihm für seine Recherchen
Fischerstraße gegenüber vom Michaelplatz in den 1950ern. Foto: Sutton Verlag.
ebenso zur Verfügung wie Archive der Karl-Lehr-Realschule, des DJK Wanheimerort 1919 e. V., das Stadtarchiv oder verschiedene private Archive. Bildgeber sind sowohl ehemalige wie heutige Firmeneigentümer: Familie Lindner und der heutige Eigentümer Dennis Demandt (Autohaus Lindner), Birgit Hennig-Friebe (Gaststätte Noy) oder Edi Heiß (Bestattungen Simon).
Fabrikeingang der Rütgerswerke an der Wanheimer Straße 1910. Foto: Sutton Verlag.
Dazu kommen zahlreiche Privatleute, die ihrem Sammlung geöffnet haben, wie zum Beispiel Reinhold Stausberg (Duisburgs größter Sammler von historischen Dokumenten), Jürgen Winstermann (Spielmannszug Wanheimerort), Willi Schneider aus Toronto/Kanada (Emil Schneider), Heinz Becker (Günter Wienhold) und Erich Fuchs (Toni Turek). Der Leser darf sich auf eine interessante bunte Mischung an Themen freuen, die Einblicke in die Vergangenheit geben.

Die Wanheimer Straße (l.) an der Ecke Fischerstraße (r.). Foto: Sutton Verlag.

 

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Zum Erinnern und Entdecken

An der Ecke Fischerstraße (l.) und Wanheimer Straße (r.). Foto: Sutton Verlag.
Auch Joachim Schneiders neues Buch ist erschienen im Erfurter Sutton Verlag, Deutschlands führendem Verlag für Lokal- und Regionalgeschichte. Auf 128 Seiten findet der Leser rund 180 bislang zumeist unveröffentlichte Fotografien und Dokumente aus privaten Sammlungen und Unternehmensarchiven. Das reich bebilderte Buch mit Hardcover-Einband ist im Sutton Verlag in der Reihe „Sutton Heimat“ erschienen und kostet 19,99 Euro. Zu beziehen ist es über den lokalen Buchhandel (ISBN 978-3-96303-137-3).

 

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Der Autor

Anfang der 1960er: Die Häuser auf der rechten Seite der Wanheimer Straße stehen noch. Die Bäume links und die Mauer mussten für die Verbreiterung der Wanheimer Straße weichen. Foto: Sutton Verlag.
Der Großhandelskaufmann Joachim Schneider engagiert sich vielfältig ehrenamtlich für Wanheimerort: Zum Beispiel in der Bezirksvertretung, als Vorsitzender des CDU-Ortsverbands und in der DJK Wanheimerort 1919 e. V. Er ist Beisitzer im Vorstand der Stadtteil-Offensive Wanheimerort e. V. und im Beirat des Wanheimerorter Bürgerverein von 1874 e. V. Darüber hinaus gehört Schneider zu den Initiatoren der Stadtteilzeitung “Wir in W’ort” und er organisierte bereits zahlreiche Stadtteilfeste und -veranstaltungen. Im Sutton Verlag erschienen 2011 und 2012 seine beiden ersten sehr sehens- und lesenswerten Bücher mit alten Ansichten von Wanheimerort.

Die Eschenstraße an der Einmündung Schmiedestraße (l.): Rechts war die Evangelische Volksschule. Foto: Sutton Verlag.

 

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Sutton Verlag, Erfurt

Hier hat sich nicht wirklich was verändert: Blick von der Fischerstraße in die Markusstraße 1958. Foto: Sutton Verlag.
Sutton ist der führende Verlag für Regionalgeschichte und -literatur im deutschsprachigen Raum, vom historischen Bildband bis zum Freizeitführer. Den zweiten Schwerpunkt des 1997 gegründeten Verlages bildet die Verkehrs- und Technikgeschichte. Außerdem bietet Sutton Krimi unter dem Motto „mordsmäßig spannend“ seit 2011 Regionalkrimis der unterschiedliches Genres. Seit Anfang 2014 gehört Sutton zum Verlagshaus GeraNova Bruckmann in München.
https://verlagshaus24.de/sutton/

Blick aus der Fischerstraße in die Wanheimer Straße Richtung Süden: Die Häuser auf der rechten Straßenseite sind dem Straßenausbau und Gewerbeflächen gewechen. Foto: Sutton Verlag.
Mehr Bücher über Wanheimerort finden Interessierte hier:
https://duisburgamrhein-betrachtungen.de/bucher-uber-duisburg/wanheimerort/

 
© 2020 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (2), Sutton Verlag (11): Joachim Schneider „Duisburg-Wanheimerort. Bilder wecken Erinnerungen“

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Ein Kommentar "Joachim Schneider beim Sutton Verlag: Drittes Buch über Wanheimerort"

  1. Urs Heinz Aerni   13. März 2020 at 8:33

    Danke für den Beitrag, der auf das Programm des Suttons-Verlages sehr neugierig machte.