Künstler beleben in der Duisburger Altstadt die letzten Leerstände

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Das Projekt „KiS Kunst im Schaufenster“ geht in die nächste Runde

Bunt wild stark: Werke von Julian Henning. Foto: Quartiersbüro Altstadt.
So langsam geht es auch in der Altstadt Richtung Normalität. Alle berappeln sich wieder und die Dinge gehen ihren gewohnten Gang. Nach der stummen Phase des Lockdown, in der die Altstadt wie leergefegt war und die Menschen nur schnell ihre nötigsten Besorgungen erledigt haben, wird es Zeit, den Blick wieder schweifen zu lassen. Dabei gibt es entlang der Münzstraße und Kasinostraße viel Neues zu entdecken. Denn das Projekt „KiS Kunst im Schaufenster – die Altstadtgalerie“ geht in eine neue Runde.

Auf Grund der Kontaktbeschränkungen hat die vergangene Ausstellungssequenz deutlich länger gedauert. Denn wenn der Wechsel für „Kunst im Schaufenster“ ansteht, kommen mehr als 20 Menschen zusammen. Über 15 Künstler und ihre Helfer sind mit dem Ausräumen und der NeuPositionierung ihrer Werke beschäftigt. Auf Grund der hohen Nachfrage wurden die Schaufenster sogar noch einmal weiter unterteilt.

Gianna Reich: Streetart mit dem Dellephanten beim Aufbau. Foto: Quartiersbüro Altstadt.
So haben nun in 8 Immobilien 20 Künstler ihren Platz für 3 Monate bezogen. Die Bandbreite ist wie immer riesig und für jeden Geschmack ist etwas dabei, um sich darüber zu erfreuen oder darüber zu diskutieren. Im Ladenlokal Münzstraße 47 hängen z.B. die Arbeiten der Schüler der KGS Goldstraße, die sich gemeinsam mit Schulsozialarbeiterin Sabrina Seehars mit Corona beschäftigt und ihre Meinung und Gefühle mit Kunst ausgedrückt haben. Direkt nebenan stellt Marcus Zimmermann aus, der seine bunten, fast psychodelisch anmutenden Werke auf Alu-Dibond gebannt hat. Bei ihm entsteht die Kunst am Computer. Schräg gegenüber sieht es ganz anders aus. Das Schaufenster der Münzstraße 50 ist voll mit handgefertigten Lampen und Deko. Joachim Wolf verbaut Treibholz, Liegendholz und alles, was ihm sonst gefällt, in ästhetische Lichtkunst. Da die von ihm besuchten Märkte alle ausfallen, ist er für diese Möglichkeit der Präsentation besonders dankbar. Ebenso geht es Michael Wienand, auch wenn die Arbeiten kaum unterschiedlicher sein könnten. Denn der Dortmunder macht ganz filigrane 3-D Bilder. In den von ihm aufwendigen gestalteten Szenen kann man immer wieder neue Details entdecken. Er teilt sich das Ladenlokal Münzstraße 53 mit Julian Henning, einem jungen Künstler, der großformatig, wild und mit starken Farben malt. Die lange Schaufensterfront des ehemaligen C&A teilen sich gleich 9 Künstler. Hier reihen sich Magdalena Graf, Daniela Geiger, Gisa Möller, Marion Wiencek, Andreea Ogrisseck, Gianna Reich, Silvia Walkenbach, Hektor Troyali und Henry Lukowsky aneinander. Bei einem Spaziergang entlang der Fensterfront von der Kühlingsgasse bis zur Münzstraße trifft man auf Streetart, surreale oder realistische Ölmalerei, Gartensteelen, Schleuderbilder und vieles andere mehr. Um die erste Ausstellung der Künstlerin Zeinab Arab zu sehen, muss man bis zur Kasinostraße 14 16 schlendern. Der Weg dahin lohnt sich bestimmt. Und es ist noch eine neue Ausstellungsfläche dazu gekommen. Direkt am Steiger Schwanentor hat Andreas Kranki sein Erdgeschoss zur Verfügung gestellt. Hier lassen noch einmal die massiven Skulpturen des Duisburger Künstlers Arno Bortz ihren Blick über den Innenhafen schweifen.

Hektor Troyali: Duisburger Künstler mit Bildern in Öl. Foto: Quartiersbüro Altstadt.
Zwar sind die Ausstellungen nicht begehbar, aber dafür können Besucher zu jeder Zeit die Werke betrachten und fachsimpeln. Wenn ein Werk besonders gut gefällt, freut sich der Künstler, wenn Sie mit ihm in Kontakt treten.

Nähere Informationen über das Projekt KiS Kunst im Schaufenster – Die Altstadtgalerie finden sie auf der Facebook-Seite https://www.facebook.com/KiSAltstadtgalerie/ und beim Quartiersbüro, Beekstr. 6, 47051 Duisburg, Telefon 0203 / 93552944 oder unter quartiersbuero@gfw-duisburg.de. Das Quartiersbüro nimmt gerne schon Anmeldungen für die nächste Runde im September entgegen.

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Hintergrundinformationen:
In der Duisburger Altstadt ist in den vergangenen Jahren viel passiert. Zahlreiche Neueröffnungen hat es gegeben, viele Veranstaltungen haben stattgefunden. Vieles davon wurde durch das Quartiersmanagement initiiert und umgesetzt, doch so manch wichtiger Impuls kommt auch direkt aus der Bevölkerung. Wie beim Projekt „KiS Kunst im Schaufenster – die Altstadtgalerie“. Aber der Reihe nach.

Auslöser war die Wandergalerie „Hin & Weg“ die beim ersten Wintermarkt Licht in den Leerstand im Contiparkhaus gebracht hat und die begleitende Ausstellung im ehemaligen C&A Gebäude. Schon zu dieser Zeit hat der Duisburger Künstler Roland Wardeski einen weiteren Leerstand an der Münzstraße 50 gestaltet. Nachdem dann im Frühjahr 2019 die Schaufenster wieder trist und leer waren, hat sich Wardewski beharrlich um die Fensterfläche des ehem. C&A beworben. Auch dazu hat sich der Eigentümer bereit erklärt und Wardeski ist mit einer großen Auswahl seiner Werke in die Schaufenster eingezogen. Es war ebenfalls seine Idee, doch die anderen Flächen zu bespielen und auch in das vorher durch ihn genutzte Ladenlokal hat er eine befreundete Künstlerin eingeladen. So war der Grundstein gelegt. Die Eigentümer waren mit der gestalterischen Zwischennutzung einverstanden und das QB hat über die Presse und Facebook die Künstler aufgerufen dabei zu sein. Zu Beginn lief es schleppend, war es doch gar nicht so einfach, Interessierte für die Seitenlagen zu finden.

Erst das Ziel, die Altstadt im Rahmen der Veranstaltung „Duisburg von Sinnen“ in eine große Freiluftgalerie zu verwandeln, hat den Durchbruch gebracht. Durch die guten Kontakte von Francesco Mannarino zu den Eigentümern, konnten fast alle motiviert werden, dabei zu sein. Yvonne Bleidorn hat noch einmal einen Aufruf bei den Künstlern gestartet und danach hieß es koordinieren. Wer passt wo rein, wie kommen die Künstler in die Ladenlokale und wie kann man alles zeitlich aufeinander abstimmen. Doch es hat alles gut geklappt und an dem Veranstaltungs-Wochenende wurde die Altstadt tatsächlich zur großen Freiluftgalerie. Rund 20 Künstler stellten an acht verschiedenen Leerständen ihre Werke aus. Das war ein Meilenstein und die Aktion hat für viel Aufsehen gesorgt. Seit dem kommen die Künstler aktiv ins Quartiersbüro und möchten gerne mitmachen. Das Quartiersbüro nimmt dabei bewusst nicht die Rolle des Kurators ein und so ist die Bandbreite sehr groß. Neben den Werken von studierten Künstlern, hängen Bilder, die zuhause am Küchentisch entstanden sind. Zu sehen gab es schon vieles, von intuitiver Kunst bis zu fotorealistischen Werken in Öl oder Acryl, über Graffiti und Streetart bis zu einer Lichtinstallation oder Fotokunst.

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Mittlerweile geht KiS – die Altstadtgalerie in die vierte Runde und so lange es Leerstände in der Altstadt gibt, wird das Projekt weiter geführt. Denn es ist ein großer Gewinn für alle Beteiligten.
Quartiersbüro Duisburg-Altstadt

 

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