Stadtbad Hamborn: Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link übergab Baugenehmigung

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Perspektive für die Stadtentwicklung: Nutzerorientierte Entwicklung einer „notleidenden“ Bestandsimmobilie
Von Petra Grünendahl

Baustelle am Stadtbad Hamborn. Foto: Petra Grünendahl.
„Es war schlimm, in den letzten Jahrzehnten den Verfall des Gebäudes mitzuerleben, das mit seiner herausragenden Architektur das Eingangstor nach Marxloh und Hamborn ist“, erklärte Oberbürgermeister Sören Link. „Wir haben seit Jahren versucht, hier im Stadtbad Hamborn etwas Besonderes hin zu kriegen“, so Link. Auf der grünen Wiese bauen könne schließlich jeder. „Ich freue mich, dass Greyfield Interesse hatte und die Herausforderung angenommen hat.“ Dieser herausragende Standort sei wichtig für Hamborn und Marxloh, meinte auch Wirtschaftsdezernent Andree Haack. „Als Investoren sind wir Ruhrgebietskinder“, sagte Guido Schürken, Geschäftsführer der Greyfield Group. Mit solchen Bestandsimmobilien könne man ein Erbe antreten, sie unter Wahrung des Denkmalschutzes einer neuen Nutzung zuzuführen. Auch für ihn ist ein Abriss solcher Gebäude keine Lösung: „Wir müssen uns mit dem Bestand beschäftigen.“

 

Auf der Treppe zum Foyer (v. l.): Rainer Enzweiler (CDU), Guido Schürken (Geschäftsführer Greyfield Group), Andree Haack (Wirtschaftsdezernent), Frank Böttcher (Geschäftsführer Jobcenter Duisburg), OB Sören Link, Ellen Pflug (SPD) und Marcus Jungbauer (Bezirksbürgermeister). Foto: Petra Grünendahl.
Oberbürgermeister Sören Link übergab symbolisch die schon im Mai erteilte Baugenehmigung für den Umbau des Stadtbads Hamborn. Der Investor Greyfield baut das ehemalige Stadtbad im Duisburger Norden zum Bürostandort um, in den das Jobcenter Nord einziehen wird. Guido Schürken, Geschäftsführer der Greyfield Group, gab OB Link, Andree Haack, Jobcenter-Geschäftsführer Frank Böttcher, Lokalpolitikern und der Presse Einblicke in die Baustelle an der Walther-Rathenau-Straße. Eine gute Bausubstanz attestierte Guido Schürken der Immobilie, deren prächtige Architektur wie die anderer Immobilien dieser Zeit ein Markenzeichen der damaligen selbstständigen Stadt Hamborn (1911 bis 1929) war.

 

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Enge Kooperation für nötige Baugenehmigung

Die Treppe zum Foyer. Foto: Petra Grünendahl.
In einem ersten Schritt wurde das Gebäude entkernt und aufwändig schadstoff- und asbestsaniert. Der alte Charme und die prachtvolle Architektur sind jetzt schon wieder sichtbar. Darauf folgen nun jeweils in den Beckenbereichen die Bürotrakte als Holzbau. Die beiden Becken sollen neue Innenhöfe (Lichthöfe) bilden.

 

Um das Schwimmbecken herum entstehen Büros, das Becken selber wird zum Lichthof. Foto: André C. Sommer.
Die Ertüchtigung des ehemaligen Stadtbades stellte sich an anderen Stellen als nicht ganz unproblematisch dar. Bei der Ertüchtigung und Planung von Klimatisierung und Luftzufuhr gab es Vorgaben zu beachten, die sich aus der Nähe zu einem Störfallbetrieb (Grillo) ergaben. Zudem gab es Anforderungen des Brandschutzes und des Denkmalschutzes zu beachten. „Die rechtlichen Probleme haben sich alle lösen lassen“, gab sich Wirtschaftsdezernent Haack pragmatisch, denn auch die Stadt hatte großes Interesse, diesen Stadtbild prägenden Bau zu erhalten und einer neuen Nutzung zuzuführen.

 

Der rechte Seitenflügel an der Duisburger Straße. Foto: Petra Grünendahl.
Greyfield-Prokurist Thomas Nadolny lobte ausdrücklich die Zusammenarbeit mit dem Bauamt, dem Amt für Baurecht und betrieblichen Umweltschutz sowie dem Denkmalamt der Stadt Duisburg. „Es handelt sich beim Stadtbad um eine besondere Bestandsimmobilie. Da müssen naturgemäß viele Umwelt- und Baurechtsfragen geklärt werden. Und das klappt in Duisburg sehr gut“, so Nadolny. Die Bauarbeiten liegen bislang gut im Zeitplan: Im Frühjahr 2021 soll das Jobcenter mit einem langfristigen Mietvertrag hier einziehen können.

 

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Stadtbad Hamborn

Blick von der Walther-Rathenau-Straße. Foto: Petra Grünendahl.
Nach der Grundsteinlegung am 27. März 1929 begann der Bau des neuen Stadtbades nach Plänen des Regierungsbaumeisters Franz Steinhauer, nach dessen Plänen die Hamborner auch das Polizeirevier und das Robert-Bosch-Berufskolleg erbauten. Die Weltwirtschaftskrise erzwang eine Unterbrechung der Bauarbeiten, die erst im Dritten Reich wieder aufgenommen wurden. Das im Stil der neuen Sachlichkeit erbaute Haus eröffnete 1938. Stillgelegt wurde das Stadtbad 1998. 2005 stellte die Stadt Duisburg das Gebäude unter Denkmalschutz. Seit der Stilllegung verfiel es dennoch zusehends. Zwei größere Brände 2013 und 2016 richteten nicht unerhebliche Schäden an.

 

Der Dino bleibt. Foto: Petra Grünendahl.
Im vergangenen Jahr kaufte Greyfield die Immobilie, um sie zu ertüchtigen und als Bürostandort umzubauen. Der Investor ist spezialisiert auf das Redevelopment von Bestandsimmobilien, wobei hier der Fokus auf den Möglichkeiten von „notleidenden“ Objekten wie dem ehemaligen Stadtbad liegt. Das Essener Unternehmen findet gerade im Ruhrgebiet mit dieser Firmenphilosophie Potenziale zu einer nutzerorientierten Projektentwicklung. Dafür habe er in Duisburg auch andere interessante Objekte gesehen, sagte Schürken.

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Das Stadtbad von der Duisburger Straße aus. Foto: Petra Grünendahl.
Auf dem 9.200 Quadratmeter großen Grundstück an der Ecke Duisburger Straße / Walther-Rathenau-Straße entstehen in den kommenden Monaten ca. 7.500 Quadratmeter Büroflächen. Auch 127 Stellplätze werden Bestandteil der neuen Büroadresse sein. Frank Böttcher, Geschäftsführer des Jobcenters Duisburg, kann den Umzug kaum erwarten. Die derzeitige Fläche am Standort Duisburger Straße reiche von der Größe nicht mehr aus, so der Jobcenter-Chef. „In der neuen Liegenschaft haben wir endlich ausreichend Platz und geeignete technische Voraussetzungen, um unseren Kunden neue Serviceangebote, wie zum Beispiel digitale Selbstinformationstools, bieten zu können. Und selbstverständlich freuen sich auch die Kollegen auf ein modernes Büro.“ Er würde sich hier gerne selber ein Zweitbüro einrichten, erzählte er.

 
Impressionen von der Baustelle. Fotos: Petra Grünendahl und André C. Sommer

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Über die Greyfield Group
Die Greyfield Group wurde im Jahr 2012 durch Timm Sassen gegründet. Das nachhaltige Projektentwickler-
Unternehmen aus Essen setzt sich aus den drei eigenständigen Marken Liwon, Stana sowie Greyfield zusammen, die jeweils in einem Lebenszyklus einer Immobilie aktiv sind und sich auf das Investment und Redevelopment von Bestandsimmobilien in B- und C-Lagen spezialisieren. Dank fachlicher Kompetenz und kreativem sowie architektonischem Gespür begeht die Greyfield Group unkonventionelle Wege, um aus Grundstücken und Immobilien mit Geschichte intelligente Neunutzungskonzepte zu schaffen, die der Region neuen Mehrwert verleihen. Vom Refurbishment über die Revitalisierung bis hin zum Redevelopment werden alle Bereiche der Immobilienbestandsentwicklung abgedeckt. Durch eine nutzerorientierte Projektentwicklung schafft die Greyfield Group neuen Lebensraum, indem ungenutzte Flächen revitalisiert werden und an die Gesellschaft in Form einer neuen inhaltlichen Zweckbestimmung zurückgegeben werden. So kommen wirtschaftliche und soziale Rendite zusammen. Die gemeinnützige Greyfield Stiftung fördert auch darüber hinausgehend Projekte, die diesen Gedanken weitergeben und die Komponenten Ressourcenschonung, Nachhaltigkeit, Urbanität und gesellschaftliche Verantwortung fördern.

 
© 2020 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (11), André C. Sommer (2)

 

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