Mehr Spielräume durch Impfung und Tests: Duisburger IHK-Tourismusausschuss fordert Strategiewechsel

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Frank Schwarz, Vorsitzender des IHK-Tourismusausschusses. Foto: Michael Neuhaus.
Der Öffnungsplan, den die Ministerpräsidentenkonferenz Ende Februar vereinbart hat, gerät ins Stocken. Kanzlerin und Länderchefs hatten in Aussicht gestellt, ab dem 22. März die Außengastronomie wieder zu öffnen. Wegen steigender Inzidenzzahlen scheint das aktuell nicht umsetzbar. Bei einem Festhalten an dem bisherigen Öffnungsplan rücken Hotelöffnungen und Restaurantbesuche erst recht in weite Ferne. Der Tourismusausschuss der Niederrheinischen IHK fordert deshalb einen Strategiewechsel von der Politik.

„Die Gastronomie- und Tourismusbranche liegt am Boden. Hotels, Restaurants und Freizeiteinrichtungen bangen um ihre Existenz. Mehr impfen und mehr testen kann helfen, weitere Betriebe zu öffnen, ohne die Ansteckungsgefahr zu erhöhen. Diese Möglichkeiten müssen in eine erweiterte Öffnungsstrategie einfließen. Allein auf die 7-Tagesinzidenz zu schauen, erscheint nicht mehr zielführend“, fordert Frank Schwarz, Vorsitzender des IHK-Tourismusausschusses.

Inzwischen sind in den meisten Städten die Testzentren aufgebaut. In den kommenden Monaten werden deutlich mehr Impfdosen zur Verfügung stehen und das Impftempo wird an Fahrt aufnehmen. Die Betriebe am Niederrhein sehen sich mit ihren bereits erprobten Hygienekonzepten gut vorbereitet. Das einzige, was jetzt noch fehlt, sind die Gäste. „Warum sollen geimpfte oder negativ getestete Menschen nicht auch ein Restaurant besuchen und einen Hotel- oder Campingaufenthalt buchen können?“, hinterfragt die stellvertretende Ausschussvorsitzende Eva Welling. Tests ließen sich in den Testzentren oder als Schnell- oder Selbsttests vor dem Besuch in den Betrieben durchführen.

Dem Duisburger Caterer und der Kamp-Lintforter Hotelbesitzerin ist die politische Brisanz dieser Diskussion sehr wohl bewusst. „Natürlich ist es ungerecht, wenn die einen schon wieder ins Konzert gehen dürfen, während die anderen noch gar nicht wissen, wann sie überhaupt dran kommen. Wenn wir allerdings aus Solidarität warten, bis alle Menschen geimpft sind, gefährdet das nicht nur unsere Freizeit- und Tourismusbetriebe“, so der Caterer. Diese Einschätzung bestätigt auch die aktuelle IHK-Konjunkturumfrage. Danach sieht sich jeder dritte Tourismusbetrieb und jedes fünfte Gastronomieunternehmen von Insolvenz bedroht.

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Hotelbesitzerin Welling empfiehlt den Blick über die Grenze. Länder wie Israel ermöglichen Geimpften wieder den Gang ins Fitnessstudio oder Konzert. Dänemark entwickelt bereits einen digitalen Impfnachweis. „Während Großbritannien schon den Sommerurlaub plant, diskutieren wir in Deutschland noch darüber, wie viele Menschen bei welchen Inzidenzwerten im Biergarten an einem Tisch sitzen dürfen. Wir sollten uns ein Beispiel an anderen Ländern nehmen und gute Ideen in Deutschland aufgreifen, um schneller aus der Krise zu kommen“, so die Hotelbesitzerin. Dazu zähle etwa auch der Einsatz von technischen Innovationen wie Virenfiltern oder Apps zur Terminvereinbarung und sicheren Kontaktnachverfolgung.

Die Niederrheinische IHK vertritt das Gesamtinteresse von rund 69.000 Mitgliedsunternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen in Duisburg und den Kreisen Wesel und Kleve. Sie versteht sich als zukunftsorientierter Dienstleister und engagiert sich als Wirtschaftsförderer und Motor im Strukturwandel.
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