Migrantische Vielfalt in der Polizei: UDE untersucht Reformen und ihre Probleme

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Foto: Markus Spiske / unsplash.
Die Zuwanderung aus dem Ausland wirkt sich auch auf die Arbeit der Polizei aus: Sie bemüht sich um mehr Bewerber mit Migrationshintergrund. Wie die Beschäftigungsstruktur diverser werden kann und welche strukturellen Probleme mit diesem Vorhaben einhergehen, beleuchtet ein aktueller Report aus dem Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der UDE.

Erste Ergebnisse aus dem vom Bundesforschungsministerium (BMBF) geförderten Projekt „Migration und Polizei“ deuten auf strukturelle Problemlagen und Reformbedarf hin. Im Arbeitsalltag wird Diversität der Beschäftigten insbesondere genutzt, wenn Sprach- und Kulturkenntnisse benötigt werden. Die interne Bearbeitung von migrationsspezifischen Belangen und Diskriminierungserfahrungen gestalten sich häufig schwierig. So bleibt es einzelnen jungen Polizeibeamten selbst überlassen, intern gegen Vorbehalte und rassistische Ansichten argumentieren zu müssen. Die „Neuen“ geraten eher selbst unter Druck, als dass sie in der Lage wären die Polizei „von innen heraus“ zu verändern.

Derzeit werden Veränderungsprozesse in der Polizei vor allem durch Fortbildungsmaßnahmen z.B. im Bereich „interkulturelle Kompetenz“ vorangetrieben. Jedoch fehlen Angebote und Räume zur professionellen Selbstreflexion. Fortbildungen richten sich u.a. an Vorgesetzte, in der Annahme, dass diese besonders deutlich zu institutionellem Wandel beitragen könnten. Das Projekt zeigt jedoch, dass es ihnen meist an Handlungsspielraum und Einflusspotential mangelt.

In vielen Fällen wäre es angebracht, Verfahrensregeln direkt in den Blick zu nehmen, um die alltägliche Arbeit besser zu strukturieren. So sollte besser geregelt werden, wann Dolmetschende hinzugezogen werden müssen, bzw. welche Polizisten wann aus dienstlichen Gründen übersetzen dürfen und müssen. Solche Regeln können Handlungssicherheit geben und gerade Polizisten mit Migrationshintergrund von strittigen Situationen mit Kollegen entlasten.

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Weitere Informationen gibt es hier: https://www.uni-due.de/iaq/iaq-report-info.php?nr=2021-04

 
Universität Duisburg-Essen
Die Universität Duisburg-Essen (UDE, früher auch Uni DuE) wurde am 1. Januar 2003 durch die Fusion der Gerhard-Mercator-Universität Duisburg und der Universität-Gesamthochschule Essen gegründet. Sie gehört mit rund 40.000 Studenten aus 130 Nationen zu den – nach Studentenzahlen – zehn größten deutschen Universitäten[4]. Sie verfügt über ein breites, international ausgerichtetes Fächerspektrum. Sie ist ein Zentrum der nanowissenschaftlichen und biomedizinischen Forschung sowie der Lehrerausbildung in NRW und bietet mehr als 240 Bachelor- und Masterstudiengänge an. Nach dem Times Higher Education (THE) Ranking belegt die Universität Duisburg-Essen unter den Hochschulen 2020 den 194. Platz weltweit. (Wikipedia)
www.uni-due.de
Universität Duisburg-Essen UDE
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