Lehmbruck Museum zeigt Nevin Aladağ im Rahmen von Sculpture 21st

Kulturelle Vielfalt mit allen Sinnen erleben
Von Petra Grünendahl

Sculpture 21st: Nevin Aladağ. Blick in die Ausstellung. Foto: Frank Vinken.
Im Lehmbruck Museum erleben in der großen Glashalle zum Kantpark die neuen Installationen von Nevin Aladağ ihre Deutschland-Premiere. „Zunächst nur digital, aber wir hoffen, sich auch bald aus der Nähe einem Publikum zeigen zu können“, sagte Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla.
Sculpture 21st: Nevin Aladağ. Blick in die Ausstellung. Foto: Frank Vinken.
Wobei „sehen“ hier vielleicht etwas kurz gegriffen ist: Zu erleben sind sie nicht nur optisch, sondern auch klanglich. Immerhin: der Ton wird über Lautsprecher nach draußen übertragen, so dass Betrachter hier schon einen umfassenderen Eindruck bekommen können. Und eigentlich möchte man die Skulpturen auch anfassen: Sowohl die Klanginstallationen „Resonator Wind“ und „Resonator Percussion“ als auch die Stellwände mit Teppichfragmenten aus aller Welt („Social Fabric“), die ihrerseits die Thematik der Klanginstallationen aufnehmen. Hier wird aber auch dann, wenn das Museum wieder öffnen darf, der Blick aus der Nähe reichen müssen. Ihre Idee sei: „dass mehrer Musiker die Werke zum erklingen bringen“, so die Künstlerin.

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Nevin Aladag. Foto: privat.
Im Rahmen von Sculpture 21st ist im Lehmbruck Museum die deutsche Klang- und Installationskünstlerin Nevin Aladağ (*1972). Sie kam 1973 nach Deutschland, ist in Stuttgart aufgewachsen, hat in München studiert (1993 bis 2000) und seit 2002 lebt und arbeitet sie in Berlin. Im Rahmen eines digitalen Pressegesprächs stellte sie die Ausstellung zusammen mit Söke Dinkla sowie Ursula Wißborn (Vorstand der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West) und Bettina Böhm (Executive Director von Outset Germany Switzerland) von der Sponsorenseite vor. Einen Blick in die Glashalle ermöglichte Ronja Friedrich, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Lehmbruck Museum. Am Donnerstag, 6. Mai 2021, eröffnet die Ausstellung „Sculpture 21st: Nevin Aladağ” ab 19 Uhr unter https://lehmbruckmuseum.de/update-coronavirus/ digital.

 

Sculpture 21st: Nevin Aladağ. Blick in die Ausstellung. Foto: Frank Vinken.
Für die programmatische Reihe „Sculpture 21st“ ist eine Präsentation entstanden, die zeigt, welche soziale Aufgabe Skulptur heute haben kann. Die Ausstellungsreihe präsentiert seit 2014, dem 50. Geburtstag des Museums, bedeutende Positionen zur Skulptur des 21. Jahrhunderts. Fragen nach Herkunft und Identität sind zentrale Aspekte von Nevin Aladağs künstlerischem Schaffen. Ihre Werkstoffe sind Fragmente aus unterschiedlichen Kulturen, die sie zu einzigartigen ästhetischen Objekten verbindet. Die glänzende Messingkugel „Resonator Wind“ vereint die Mundstücke von Blasinstrumenten wie einer Trompete, Tuba, Querflöte oder einer Panflöte, während bei „Resonator Percussion“ Schlaginstrumente wie Trommeln, Cabasa, Glocken und eine Agogo miteinander kombiniert sind. Jedes Element entstammt aus einem anderen kulturellen oder geografischen Zusammenhang. Arrangiert aus geometrischen Formen, wie Kubus, Kegel, Kugel oder Zylinder verbinden sie westliche und orientalische Elemente miteinander. So übertragen sie visuell und akustisch die Idee einer kulturellen Pluralität.

 

Veranstaltungen

Nevin Aladağ, Resonator Wind (2019) Foto: Nevin Aladağ.
Digitales Begleitprogramm: Jede Woche eine Frage an Nevin Aladağ
Wonach sehnt sich Nevin Aladağ, was braucht sie für ein Arbeitsumfeld oder an welche gesellschaftliche Utopie glaubt sie? In kurzen Videos stellt sich Nevin Aladağ jeder Woche aufs Neue einer Frage von Wegbegleiter*innen und Mitarbeiter*innen des Lehmbruck Museums. Veröffentlichung: ab 11. Mai Dienstags auf Instagram und Facebook und gesammelt auf der Museums-Website www.lehmbruckmuseum.de/jede-woche-eine-frage-an-nevin-aladag/

 

Nevin Aladağ, Resonator Percussion (2019) Foto Trevor Good.
21. August 2021: Performance im Rahmen von Museum Tinguely AHOY!
Zum 25. Jubiläum geht das Museum Tinguely auf Schiffsreise von Paris über Amsterdam und das Rheinland bis nach Basel. Vom 19. bis 21. August 2021 legt Museum Tinguely AHOY! in Duisburg an und bietet in enger Kooperation mit dem Lehmbruck Museum drei Tage lang außergewöhnliche Kunsterlebnisse. Neben der Ausstellung und einer spektakulären Brunnenplastik an Bord erwarten die Besucher Performances von Nevin Aladağ, Keren Cytter und Marie-Caroline Hominal sowie vielfältige Vermittlungsaktivitäten und Workshops.

 

 
Das Lehmbruck Museum

Das Lehmbruck Museum im Kantpark. Foto: Petra Grünendahl.
Das mitten in Duisburg im Kantpark gelegene Lehmbruck Museum ist ein Museum für Skulptur. Seine Sammlung moderner Plastiken von Künstlern wie Alberto Giacometti, Pablo Picasso, Hans Arp und natürlich Wilhelm Lehmbruck ist europaweit einzigartig. Beheimatet ist das Museum in einem eindrucksvollen Museumsbau inmitten eines Skulpturenparks, der zum Schlendern und Entdecken einlädt. Namensgeber des Hauses ist der Bildhauer Wilhelm Lehmbruck, der 1881 in Meiderich, heute ein Stadtteil von Duisburg, geboren wurde. Lehmbruck ist einer der bedeutendsten Bildhauer der Klassischen Moderne. Er hat mit seinem Werk maßgeblichen Einfluss auf nachfolgende Künstlergenerationen und ist auch nach seinem frühen Freitod im Jahr 1919 bis heute einflussreich geblieben.

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Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Öffnet das Museum wie eine Vitrine in die Stadt: die große Glashalle. Foto: Dejan Saric.
Die Ausstellung von Nevin Aladağ wird in der Glashalle bis zum 5. September zu sehen sein. Zurzeit ist das Lehmbruck Museum allerdings corona-bedingt geschlossen, so dass Klang- und Videoinstallationen nur aus dem Kantpark erlebbar sind. Geöffnet ist das Lehmbruck Museum üblicherweise dienstags bis freitags ab 12 Uhr, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 17 Uhr, donnerstags an Terminen der plastikBAR (erster Donnerstag im Monat ab 17.30 Uhr) bis 20 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 9 Euro (ermäßigt* 5 Euro), eine Jahreskarte 35 Euro (ermäßigt* 20 Euro). Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Blinden- und Demenzbegleitung haben kostenlos Eintritt. Schulklassen und Kindergärten zahlen pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte (2 Erwachsene plus Kinder bis 14 Jahre) gibt es für 15 Euro. Jeden ersten Freitag im Monat gilt: „Pay what you want“. Ausgenommen davon sind angemeldete Gruppen.

 

Der Eingang zum Lehmbruck Museum neben der Glashalle. Foto: Jürgen Diemer.
Sobald die Corona-Lage es wieder erlaubt, gelten folgende Regelungen: Für Führungen und Veranstaltungen aus dem Rahmenprogramm sind aktuell grundsätzlich Anmeldungen erforderlich. Die Veranstaltungen finden vorbehaltlich eventueller Veränderungen aufgrund der Corona-Pandemie statt. Es kann zu kurzfristigen Anpassungen kommen. Außerdem ist die Anzahl der Besucher im Museum begrenzt: Auf aktuell 100 im Wechselausstellungsbereich sowie 300 im gesamten Museum: Es kann zu Wartezeiten kommen, falls diese Anzahl erreicht ist. Siehe auch: https://lehmbruckmuseum.de/update-coronavirus/.

(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70%), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen mit Sozialhilfebezug.

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (1), Nevin Aladağ (1), Trevor Good (1), Frank Vinken (3), Dejan Saric (1), Jürgen Diemer (1), privat (1)

 

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