IHK-Umfrage: Rohstoffversorgung wird zum Risikofaktor für die wirtschaftliche Erholung auch in Duisburg

Stahlindustrie in Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.
Lieferengpässe, Handelsrestriktionen und eine hohe globale Nachfrage nach wichtigen Rohstoffen sorgen für starke Preisanstiege und lange Lieferzeiten. Unternehmen verschiedenster Branchen beklagen Beschaffungsprobleme. In der Folge bremst die Rohstoffknappheit die Erholung nach der Krise. Das zeigt die Sonderauswertung einer Umfrage von IHK NRW.

In der aktuellen Konjunkturumfrage der IHKs in NRW schätzten 43 Prozent der befragten die Rohstoff- und Energiepreise als zentrales Konjunkturrisiko ein. Zu Jahresbeginn lag dieser Anteil noch bei 32 Prozent. Besonders betroffen sind die Industrie (68 Prozent) und das Baugewerbe (60 Prozent). Hier sind die steigenden Energie- und Rohstoffkosten bereits das TOP-Risiko für die konjunkturelle Erholung nach der Corona-Krise. „Der Mangel an Rohstoffen wie Metall, Plastik, Gummi oder Holz und Lieferkettenstörungen hat in den letzten Monaten zu einem sprunghaften Anstieg der Preise geführt. Eine vernünftige Planung und Preiskalkulation werden durch die Unvorhersehbarkeit, ob und wann Rohstoffe verfügbar sein werden, erheblich erschwert. Die Verschiebung von Lieferterminen bringt vor allem viele kleine und mittlere Unternehmen in eine kritische Situation“, stellt Ralf Mittelstädt, Hauptgeschäftsführer IHK NRW fest.

Die Sonderauswertung der IHK-Umfrage in NRW zeigt, dass sich die Industrie-Branchen, die von der Rohstoffknappheit besonders betroffen sind, deutlich zurückhaltender als die Industrie insgesamt äußern. Insbesondere in der für NRW wichtigen Vorleistungsgüterindustrie könnte sich daher die Erholung verzögern.

Als zentrale Ursache verweisen die Unternehmen auf ein Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage infolge der Coronavirus-Pandemie: Vielerorts war die Produktion nach unten angepasst und die Nachfrage teils aus Lagern bedient worden. Nicht immer konnte die Erzeugung und Produktion rasch genug wieder auf die anspringende weltweite Nachfrage angepasst werden. Zu den Ursachen kommen fehlende Frachtkapazitäten und wachsende Handelskonflikte bei einzelnen Rohstoffen hinzu. Hier liegt das zentrale Risiko für die wirtschaftliche Erholung nach der Corona-Krise.

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„Um schnell wieder einen Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage zu schaffen, könnten uns jetzt Rohstoffpartnerschaften und ein Ausbau unserer Kapazitäten in der EU sowie eine bessere Wiederverwertung unserer eigenen Rohstoffe helfen. Der Abbau von Handelsbeschränkungen und die Verbesserung bilateraler Handelsbeziehungen wären aus Sicht vieler Unternehmen zentrale Maßnahmen, um den Zugang zu Rohstoffen zu erlangen“, so Mittelstädt.

IHK NRW ist der Zusammenschluss der 16 Industrie- und Handelskammern in Nordrhein-Westfalen. IHK NRW vertritt die Gesamtheit der IHKs in NRW gegenüber der Landesregierung, dem Landtag sowie den für die Kammerarbeit wichtigen Behörden und Organisationen. Den aktuellen Konjunkturbericht von IHK NRW finden Sie unter https://www.ihk-nrw.de/konjunktur.
IHK NRW – Die Industrie- und Handelskammern in Nordrhein-Westfalen e. V.
Foto: Petra Grünendahl

 

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