Der neue Glücksspielstaatsvertrag 2021

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Legalisierung des Glücksspiels? –
Alles rund um den neuen GlüStV lesen Sie hier!

Der neue Glücksspielstaatsvertrag – Was ändert sich wirklich?

Foto: Aidan Howe / pexels.
Bisher war Online-Glücksspiel in Deutschland illegal. Lediglich Schleswig-Holstein schloss sich nicht dem bisherigen Staatsvertrag an und erließ ein eigenes Glücksspielgesetz. Das ermöglichte es Schleswig-Holstein, im Rahmen dieses Glücksspielgesetzes Konzessionen zu vergeben, welche allerdings nur innerhalb der Ländergrenze des Bundeslandes ihre Gültigkeit besaßen. Aufgrund von EU-Lizenzen (zum Beispiel Malta oder Gibraltar) war es bislang aber auch möglich, deutschlandweit Zugang zu Online-Casinos zu erhalten. Das führte zu widersprüchlichen Aussagen über Legalität und geltendes Recht.

 
Um nun bundesweit Einheitlichkeit in das Wirrwarr rund um das Online-Glücksspiel zu bringen, tritt ab dem 1. Juli 2021 der neue Glücksspielstaatsvertrag in Kraft. Dieser ermöglicht es Online-Casino-Anbietern sowie Spielhallenbetreibern, eine offizielle deutsche Glücksspiel-Lizenz zu erwerben und macht somit bisher illegale Online-Spielangebote in Deutschland legal. Nun können sich auch deutsche Spieler ohne rechtliche Bedenken bei privaten Plattformen wie dem Glücksspielanbieter Mernov anmelden.

 
Neue Regelungen im Glücksspielstaatsvertrag
Allerdings beinhaltet das neue Gesetz nun auch viele schärfere Regelungen und Vorschriften. Zum einen, um für die Sicherheit der Spieler zu sorgen und diese vor den Gefahren der Spielsucht zu schützen und zum anderen, um den Schwarzmarkt einzudämmen. Da die neuen Regelungen sowohl für die Anbieter von Online-Glücksspielen als auch die klassischen Spielhallenbetreiber einen hohen organisatorischen Aufwand bedeuten, gelten bereits seit Sommer 2020 Übergangsregelungen. Diese sollen es den Betreibern ermöglichen, bereits im Vorfeld die erforderlichen Maßnahmen des Glücksspielstaatsvertrages umzusetzen beziehungsweise einzuführen und ihr Angebot schrittweise anzupassen.

 
Die Änderungen im Überblick

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  • Einheitliche Gesetzeslage in Deutschland
  • Verbot von Live-Angeboten und Tischspielen
  • Gleichzeitiges Wetten bei mehreren Online-Casinos ist illegal
  • Monatliches, anbieterübergreifendes Einsatzlimit von 1.000 Euro
  • Spin-Einsätze von max. 1 Euro
  • Pflicht zur Erstellung eines Spieler-Kontos
  • Bundesweite Sperrdatei
  • Panikbutton für Spieler (24-Stunden-Sperre)
  • Regelmäßige Hinweise auf Gewinne und Verluste

 
Was wird durch das Gesetz illegal?
Zum einen werden Live-Casino-Angebote untersagt. Das heißt, es darf nicht an Online-Glücksspielen teilgenommen werden, bei denen über einen Livestream oder einen Live-Dealer mitgespielt werden kann. Des Weiteren werden jegliche Tischspiele wie Blackjack, Baccara und Roulette verboten – was bei vielen Spielern für Unmut sorgen dürfte, da diese Spiele echte Casino-Klassiker sind. Weiterhin soll unterbunden werden, dass Spieler gleichzeitig auf verschiedenen Online-Plattformen Wetten abschließen. Die Neuerung befasst sich auch mit der Eigenwerbung: Diese ist für Anbieter dann von 21 bis 6 Uhr gestattet.

 
Maßnahmen zum Schutz der Spieler
Der Schutz der Spieler steht im neuen Online-Casino-Gesetz im Vordergrund. Es wurden seitens der Politik unter anderem Maßnahmen zur Suchtprävention getroffen. So wurde ein anbieterübergreifendes Einzahlungslimit von 1.000 Euro monatlich festgelegt. Des Weiteren wurde beschlossen, dass die Pflicht zur Anlage eines Spieler-Accounts besteht. Auch eine bundesweite Spieler-Sperrdatei wurde ins Leben gerufen, um gefährdete Personen zu schützen, damit diese sich nicht erneut bei anderen Online-Casino-Plattformen anmelden können. Ebenso zum Schutz der Spieler wurde ein Panikbutton eingeführt, den der Spieler selbst betätigen kann, um sich für 24 Stunden selbst zu sperren.

 
Fazit
Die bundeseinheitlichen Regelungen rund um das Glücksspiel waren längst überfällig – mehr als ein Jahrzehnt haben sich die Spieler hier in einer Grauzone bewegt. Doch jetzt ist ein für alle Mal klar: Online-Glücksspiel wird nun auch in Deutschland legal. Es wurden umfangreiche Maßnahmen zur Suchtprävention und zum Schutz der Spieler getroffen, ob diese aber ihren erwünschten Effekt erzielen, wird sich erst mit der Zeit zeigen. Auch beim Datenschutz bleibt abzuwarten, ob dieser ausreichend gewährleistet werden kann.
Foto: Aidan Howe / Pexels

 

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