Deutsche Oper am Rhein stellte Programm für die neue Spielzeit vor

Optimistischer Ausblick auf Spielzeit 2021/22: Oper und Ballett am Rhein präsentieren das Saisonprogramm für Düsseldorf und Duisburg
Von Petra Grünendahl

Das Spielzeitheft 2021/22 und das Rückschau-Magazin „Alles bleibt anders“ (März 2020 – Mai 2021). Foto: Andreas Endermann.
„Wir freuen uns wahnsinnig, dass wir seit dem 10. Juni wieder spielen dürfen“, erklärte Prof. Christoph Meyer, Generalintendant der Deutschen Oper am Rhein, bei der Vorstellung des Programms für die kommende Spielzeit. Das gilt für die Mitarbeiter ebenso wie für das Publikum, welches begeistert die wenigen Aufführungen bis zum Spielzeit-Ende verfolgt. Zunächst stehen auch ab September die Premieren und Aufführungen mit kleiner Besetzung auf dem Programm, die zwar eingeübt, aber seit dem Lockdown im November nicht mehr aufgeführt werden konnten. Auch das Publikum wird zunächst im Corona-Modus runter gefahren bleiben. Man hofft, ab November, spätestens zum Jahreswechsel wieder größer und vor großem Publikum spielen zu können. Karten für die Aufführungen im September und Oktober kann man jetzt schon reservieren. Der Vorverkauf dafür startet am 19. August.

 

Stellten das Programm für die neue Spielzeit vor (v. l.): Anna Melcher (Chefdramaturgin), Axel Kober (Generalmusikdirektor), Prof. Christoph Meyer (Generalintendant), Alexandra Stampler-Brown (Geschäftsführende Direktorin), Demis Volpi (Ballettdirektor und Chefchoreograph Ballett am Rhein). Foto: Andreas Endermann.
Mit Vorfreude und Optimismus blickt die Deutsche Oper am Rhein auf die Spielzeit 2021/22. Verbunden mit der Zuversicht, die kommende Saison ohne pandemiebedingte Unterbrechungen und mit zunehmend weniger Einschränkungen gestalten zu können, plant sie ab 3. September rund 260 Opern- und Ballett-Vorstellungen auf den beiden großen Bühnen im Opernhaus Düsseldorf und im Theater Duisburg. Durch eine Fülle spannender Neuproduktionen, die bisher noch nicht gezeigt werden konnten, ist die Premierenvielfalt diesmal besonders groß: Mit Premieren von elf Opern- und sieben Ballettproduktionen, zwölf Werken aus dem Opernrepertoire, Gala- und Sonderveranstaltungen beider Sparten will sich die Deutsche Oper am Rhein ihre beiden großen Bühnen Stück für Stück zurückerobern. Erneut gewachsen ist das Angebot für Kinder und Jugendliche: Sie können Musiktheater und Tanz auf den großen und kleinen Bühnen beider Häuser, in Kitas und auf Schulhöfen erleben. Das neue Projekt „UFO – Junge Oper Urban“ macht mit seiner eigenen mobilen Spielstätte an vier verschiedenen Orten in Düsseldorf und Duisburg Station und feiert vier Uraufführungen (siehe auch hier und hier).

 

 

Theater Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.
Eröffnet wird die neue Saison mit einer spartenübergreifenden Produktion von Oper und Ballett: Béla Bartóks Meisterwerk „Herzog Blaubarts Burg“ kommt in einer Inszenierung von Ballettdirektor Demis Volpi am 10. September 2021 in Düsseldorf zur Premiere. Nach Duisburg kommt das Stück leider nicht. In Duisburg startete die neue Saison mit der Wiederaufnahme von Mozarts „Le Nozze di Figaro“ am 3. September. Erst am 25. September steht mit Mieczyslaw Weinbergs „Masel tov! Wir gratulieren!“ die erste Premiere auf dem Programm, die Ende vergangenen Jahres Corona zum Opfer gefallen war. Am 31. Oktober kann auch endlich Richard Wagners „Tristan und Isolde“ mit allen drei Akten an einem Abend seine Premiere feiern. Insgesamt wird es in Duisburg zwölf Premieren von Opern- und Ballettproduktionen sowie mehrere Wiederaufnahmen von Stücken aus dem Opernrepertoire geben. Weitere Premieren sind Leoš Janáčeks „Katja Kabanova“, Giuseppe Verdis „Macbeth“ und Viktor Ullmanns „Der Kaiser von Atlantis“, die Ballettabende „Ad Absurdum“, „Der Nussknacker“, „Come In“ und „One and Others“ sowie die Kinderopern „Die unbedingten Dinge“, „Meister Pedros Puppenspiel“ und „Songs with Roots“. An Repertoire-Stücken kann sich das Publikum auf „Hänsel und Gretel“, „Ronja Räubertochter“, Donizettis „L’Elisir d’Amore“ sowie das Ballett „Favorite Things“ freuen. Mehr Informationen zum Spielplan: https://operamrhein.de/de_DE/kalender?sd=2022-06-27.

 

 
Junge Oper am Rhein
Das vielfältige Musiktheater-Angebot für Kinder ab 4 Jahren, Jugendliche und junge Erwachsene ist erneut gewachsen. Zusätzlich zur Premiere von „Meister Pedros Puppenspiel“ kehren zwei Familienopern auf die großen Bühnen zurück: Xavier Montsalvatges Märchenoper „Der gestiefelte Kater“ und Jörn Arneckes „Ronja Räubertochter“ nach der berühmten Erzählung von Astrid Lindgren. Als mobile Produktion kommt „T.R.A.S.H“ zur Aufführung, eine Oper, die Jugendliche im Rahmen des Projekts „Opernmacher 2.0“ unter professioneller Anleitung selbst entwickelt, getextet, komponiert und ausgestattet haben. Neu ist auch „Der Kiosk“ für Kinder ab 5 Jahren: Das farbenreich klingende Werk, das die junge mexikanische Komponistin Diana Syrse im Auftrag der Deutschen Oper am Rhein geschaffen hat, feiert in der Regie von Ilaria Lanzino im März 2022 im Foyer des Düsseldorfer Opernhauses Premiere. Schon zu Beginn der Spielzeit setzt das Projekt „UFO – Junge Oper Urban“ zur Landung an (siehe auch hier und hier). Im September macht das UFO Station vor dem Duisburger Hauptbahnhof, später setzt es auch an weniger zentralen Orten wie Garath und Bruckhausen mit einem vielfältigen Programm aller Sparten soziokulturelle Akzente. Zusätzlich zu den Aufführungen für junges Publikum bietet die Junge Oper am Rhein zahlreiche Mitmach-Projekte, Werkstätten und ein umfangreiches Vermittlungsprogramm an.

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Ballett am Rhein
Trotz aller Einschränkungen konnte Demis Volpi in der vergangenen Spielzeit eine Ikone des Tanzes für eine Uraufführung mit dem Ballett am Rhein gewinnen: In einem wochenlangen konzentrierten und von ihrem Energiefluss unaufhörlich befeuerten Schaffensprozess hat die große New Yorker Künstlerin Twyla Tharp mit der Compagnie ein Stück über die unvorhersehbaren Wechsel unserer Zeit entwickelt, das sie „Commentaries on the Floating World“ genannt hat. Gemeinsam mit Aszure Bartons „Come In“, das bislang nur online zur Premiere kommen konnte, feiert ihre Neukreation am am 12. Februar Premiere im Theater Duisburg.

 
Das Programm „Ad absurdum“, das am 17. November im Theater Duisburg Premiere hat, ist eine doppelte Hommage an Eugene Ionesco als Meister dieses Fachs. Am Théâtre de la Huchette seit 1951 in dieser Kombination erfolgreich als Schauspiel aufgeführt, wagt sich Demis Volpi als Erster an das Doppel in getanzter Form. Mit „The Lesson“ von Flemming Flindt aus dem Jahr 1963 und der Uraufführung von Andrey Kaydanovskiys „Die kahle Sängerin“ setzt er auch hier auf dialogische Synergien von Tradition und Innovation.
Winterzeit ist Märchenzeit, und das Ballett am Rhein bringt passend dazu am 17. Dezember in Duisburg mit „Der Nussknacker“ das Ballett-Wintermärchen par excellence auf die Bühne. Demis Volpi interpretierte den Stoff 2016 in Antwerpen als vielschichtiges Coming of Age-Ballett, in dem ein Nussknacker zum Mensch wird und ein Mädchen zur jungen Frau. Neu an der Fassung für das Ballett am Rhein ist die Öffnung des Stücks als Plattform für den Nachwuchs: Die Gestaltung der Divertissements übernehmen Tänzer aus dem Ballett am Rhein und das Kollektiv nutrospektif, Factory Artists am tanzhaus nrw. Mit ihren unterschiedlichen Handschriften sorgen sie für höchst abwechslungsreiche Reisen um die Welt und durch Gefühlszustände.

 
Der Dreifachabend „One and others“ vereint verschiedene Sichtweisen auf das Spannungsfeld zwischen Individuum und Gruppe: Mit „Polyphonia“ von Christopher Wheeldon trifft ein Stück der Neoklassik auf zwei zeitgenössische Werke. „one and others“ von Demis Volpi und „Salt Womb“ von Sharon Eyal. Premiere feiert das Programm am 30. April im Theater Duisburg. Zum Saisonfinale kommt noch einmal eine Auswahl dessen auf die Bühne, was während der Spielzeit besonders glänzen durfte und unbedingt noch einmal erlebt werden muss, bevor die Compagnie sich in die Sommerpause 2022 verabschiedet. „Favourite Things“ heißt die bunte Ballettgala und geht am 26. Juni im Theater Duisburg über die Bühne.

 

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Ein kleiner Vorgeschmack auf die neue Spielzeit

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Das neue Spielzeitheft ist im Opernshop Düsseldorf und an der Theaterkasse Duisburg erhältlich und online auf www.operamrhein.de zu finden (Download). Ebenfalls erhältlich ist das Magazin „Alles bleibt anders“ – ein Rückblick auf Oper und Ballett in der Corona-Zeit (Infos und Download).

 
Der Vorverkauf für die kommende Spielzeit erfolgt schrittweise – am 19. August für die September und Oktober. Schriftliche Reservierungen, zu späteren Zeitpunkten in Buchungen umgewandelt werden, sind schon jetzt schon möglich. Der Opernshop Düsseldorf und die Theaterkasse Duisburg sind auch während der Theaterferien montags bis samstags von 10.00 bis 15.00 Uhr geöffnet. Weitere Informationen: Opernshop Düsseldorf (Tel. 0211-89 25 211), Theaterkasse Duisburg (Tel. 0203-283 62-100), www.operamrhein.de.

 
Deutsche Oper am Rhein
Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg gGmbH ist eine Theatergemeinschaft der Städte Düsseldorf und Duisburg, die auf eine lange Tradition der Zusammenarbeit zwischen den beiden Großstädten zurückblicken kann. Seit ihrer Gründung 1956 zählt sie zu den bedeutendsten Opernhäusern Deutschlands. Durch ihr hochrangiges Solistenensemble, den Chor sowie die national wie international gefeierte Compagnie Ballett am Rhein hat sie sich zu einer der ersten Adressen für Musiktheater und Tanz in Europa entwickelt. Sie ist in der größten und dichtesten Kulturregion Deutschlands beheimatet. Allein die beiden Städte Düsseldorf und Duisburg zählen zusammen fast 1,1 Millionen Einwohner, aber auch die umliegenden Regionen und eine große Zahl auswärtiger Gäste profitieren vom hochkarätigen künstlerischen Angebot der Deutschen Oper am Rhein.
www.operamrhein.de

 

 
Eintrittskarten gibt es in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet zum Abholen von bestellten / reservierten Tickets 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt.

 
Corona-Regeln:
Das Platzangebot rund 280 im Theater Duisburg reduziert. Die Vorstellungen dauern maximal 90 Minuten, es gibt keine Pausen. Es gelten die üblichen Hygiene- und Abstandsregeln. Ein Garderobenservice steht zur Verfügung, die Gastronomie nicht. Aktuell ist weder für den Besuch einer Vorstellung im Opernhaus Düsseldorf noch im Theater Duisburg ein Nachweis der “Drei G” (Geimpft – Genesen – Getestet) notwendig. Mehr: operamrhein.de/de_DE/wissenswertes

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Andreas Endermann (2), Petra Grünendahl (1)

 

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