Schifferberufskolleg RHEIN in Duisburg: Eröffnung des Flachwasserfahrsimulators SANDRA II

Duisburg setzt Maßstäbe mit Simulator-Zentrum für die Binnenschifffahrt

Schlüsselübergabe für den neuen Flachwasserfahrsimulator Sanda II (v. l.): Oberbürgermeister Sören Link, Mahmut Özdemir MdB, Bärbel Bas MdB, NN. Foto: Malte Werning.
Oberbürgermeister Sören Link hat den neuen Flachwasserfahrsimulator SANDRA II im Schifferberufskolleg RHEIN eröffnet.

Seit 2008 ist „SANDRA“ (Simulator for Advanced Navigation Duisburg – Research and Application) Synonym und Maßstab für Ausbildung und Training von Binnenschiffern am Radar- und Flachwasser-Fahrsimulator im Schiffer-Berufskolleg RHEIN in Duisburg-Homberg.

Diese erfolgreiche Kooperation zwischen der Stadt Duisburg, dem Duisburger Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme e.V. (DST) und dem Schiffer-Berufskolleg RHEIN wird nun fortgesetzt. Entsprechend dem Masterplan Binnenschifffahrt ermöglicht eine hundertprozentige Förderung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), den Simulator rundum zu erneuern, ihn auf den neuesten Stand aktueller Hard- und Software zu bringen sowie hinsichtlich der zukünftigen Anforderungen zu erweitern. Die Erneuerung des Simulators ging einher mit umfangreichen Umbauarbeiten in der Schule, um der neuen Technik ein passendes Umfeld zu geben.

Oberbürgermeister Sören Link (im Vordergrund) im Flachwasserfahrsimulator Sanda II. Foto: Malte Werning.
„Mit der Eröffnung des Fahrsimulators SANDRA II wird die langjährige Erfolgsstory der Binnenschifffahrtssimulation in Duisburg konsequent fortgeführt. Das System hat eine Vorreiterrolle in Europa und setzt den Maßstab für diesen Fahrsimulatortypen”, freut sich Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link.

Dr. Norbert Salomon vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur ergänzt: „Ich freue mich, dass wir als Bundesverkehrsministerium mit der Vollförderung des neuen Simulators in Duisburg einen großen Beitrag zur zukunftsfähigen Ausgestaltung der Ausbildungen und Prüfungen in der Binnenschifffahrt geleistet hat.”

Mahmut Özdemir, MdB und Schirmherr der neuen Anlage: „Nachdem ich mich Ende letzten Jahres bereits bei einer kurzen Testfahrt von der Qualität des modernisierten Flachwasserfahrsimulators überzeugen durfte, bin ich umso glücklicher, dass er nun endlich fertiggestellt ist und den Schülern des renommierten Schiffer-Berufskolleg RHEIN zur Verfügung steht. Im Deutschen Bundestag habe ich mich mit Herzblut dafür eingesetzt, dass die Modernisierungsmaßnahmen mit 1,6 Millionen Euro gefördert werden. So ist sichergestellt, dass wir am Standort Homberg mit diesem europaweit einzigartigen Merkmal auch in Zukunft eine qualitativ hochwertige Ausbildung für die Binnenschifffahrt garantieren können“,

Klaus Paulus, Leiter des Schiffer-Berufskollegs erläutert den praktischen Nutzen von SANDRA II: „Der Fahrsimulator unterstützt Auszubildende dabei, die vielfältigen Ausbildungsinhalte in einer sicheren Lernumgebung zu selbst zu ‚erfahren‘ und bereitet sie so auf die anspruchsvollen Herausforderungen der Binnenschifffahrts-Praxis vor.“

Hersteller der neuen Anlage ist der weltweit größte Anbieter von Marinesimulatoren, Wärtsilä Voyage Solutions. Damit steht nun am Schiffer-Berufskolleg RHEIN wieder der modernste Simulator für die Binnenschifffahrt in Europa.

Gleich sechs Fahrstände zuzüglich eines siebten am Standort des DST, die alle die europäischen Anforderungen der CESNI (Europäischer Ausschuss für die Ausarbeitung von Standards im Bereich der Binnenschifffahrt) an Schiffssimulatoren übertreffen, werden ab sofort für Ausbildungs-, Weiterbildungs-, Forschungs- und Prüfungszwecke der Binnenschifffahrt genutzt.

Anzeige

Auch die gemäß einer europäischen Richtlinie ab 2022 zwingend vorgeschriebenen praktischen Prüfungen für Binnenschiffer können von bis zu drei unabhängig und parallel arbeitenden Prüfungskommissionen zeitgleich durchgeführt werden. Darüber hinaus steht die Anlage der Branche für Trainings- und Weiterbildungszwecke zur Verfügung.

Das DST wird die Anlage für Befahrbarkeitsanalysen bei geplanten Infrastrukturmaßnahmen, Risikobewertungen oder Havarie-Untersuchungen unter weitgehend realen Bedingungen nutzen.

Die Software der Anlage bietet zudem den Ingenieuren vielfältige offene Schnittstellen, um beispielsweise das Fahrverhalten/die Hydrodynamik mit neuesten Erkenntnissen beständig weiter zu entwickeln oder auch neue Fahrtgebiete oder Schiffstypen zu entwickeln und ausgiebig zu testen. Somit wird die Anlage durch die kontinuierliche Nutzung beständig weiter entwickelt und garantiert allen Nutzergruppen jeweils das höchste technischen und nautischen Niveau.

Damit leistet der neue Simulator einen wichtigen Beitrag zur zielgerichteten, modernen Personalentwicklung der gesamten Branche sowie für die Sicherheit und Leichtigkeit auf den Binnenwasserstraßen.

„Mit der Erneuerung von SANDRA haben wir in Duisburg wieder einen zukunftsfähigen Simulator, der es uns auch ermöglicht, Assistenzsysteme für das teilautomatisierte Fahren zu Erproben.“ so Dr.-Ing. Rupert Henn, Geschäftsführung und Vorstand der DST.

Die Neugestaltung des Duisburger Simulator-Zentrums für die Binnenschifffahrt setzt eine jahrzehntelange Entwicklung in die Zukunft fort. SANDRA war vor zwölf Jahren die europaweit erste und in dieser Form einzigartige Anlage zur Simulation der Bewegung von Binnenschiffen auf Binnengewässern. Insbesondere das simulierte, aktive Fahren von Binnenschiffen während der Steuermann seine Umgebung, die auf eine Leinwand bzw. Bildschirme projiziert wurde, beobachten und „erfahren“ konnte, war für Binnenschiffer faszinierend und neu. Gleichzeitig konnten unterschiedlichste Einflüsse von außen (Wetter, Wind, Strömung, physikalische Reaktionen sich begegnender Schiffe oder Probleme mit der Schiffsbetriebstechnik) in Korrelation mit anderen Geräten/Anzeigen eines Steuerstandes (Radar, elektronische Flusskarte, Alarme) „eingespielt“ und die Verhaltensweise des Steuermanns hierauf trainiert werden.

Dies verschaffte dem Einsatz der Simulatortechnik im Laufe der Zeit höchste Akzeptanz in der Branche.
Stadt Duisburg
Foto: Malte Werning / Stadt Duisburg

 

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Sie muessen eingeloggt sein um einen Kommentar zu schreiben Einloggen