Autoverkauf – privat oder an Händler

Vordrucke für einen privaten Kaufvertrag gibt es zum Beispiel beim ADAC. Foto: ADAC.
Es steht ein Autoverkauf an und Sie müssen entscheiden, ob Sie den Gebrauchtwagen privat oder gewerblich verkaufen möchten. Beide Alternativen haben sowohl Vorteile wie auch Nachteile aufzuweisen. Es liegt daher in Ihrem Ermessen, welche Punkte bei einem Autoverkauf auf die eine oder die andere Art die meisten Vorteile bringen. Zwar hat der Faktor Geld gewöhnlich den größten Einfluss auf die Entscheidung. Doch sollte sich der Anbieter eines Gebrauchtwagens beim Privatverkauf nicht blenden lassen. Auch der Verkauf eines benutzten Fahrzeugs über einen Händler kann lukrativ sein. Und das nicht nur in finanzieller Hinsicht.

 
Wann lohnt es sich einen Gebrauchtwagen zu verkaufen?
Eins ist sicher: Die Zeiten auf dem Gebrauchtwagenmarkt haben sich in den vergangenen 50 Jahren drastisch geändert. Heutzutage glänzen Neuwagen im Gegensatz zu vergangenen Zeiten mit weitaus längeren Laufzeiten. Betrug laut dem ADAC damals die durchschnittliche Fahrzeugleistung etwa 100 000 km, so hat sich diese bis in die heutige Zeit auf mehr als 150.000 Kilometer bis fast 200.000 Kilometer gesteigert. Ähnliches gilt für den Nutzerzeitraum, der sich in ca. 40 Jahren nahezu verdoppelt hat. Was sich nicht oder kaum verändert hat, ist die Tatsache, dass ein Neuwagen schon nach wenigen gefahrenen Kilometern drastisch an Wert verliert. Wie Experten analysiert haben, beträgt der Wertverlust eines Neuwagens binnen 5 Jahren um die 60 bis 65 Prozent. Danach fällt der Wertverlust geringer aus, sinkt aber dennoch mit gleichmäßiger Tendenz weiter ab.

 
Wie wird der Wert eines Gebrauchtwagens gesteigert?
Wichtig ist es auf jeden Fall eine neue TÜV-Bescheinigung bei einem Verkauf eines Gebrauchtwagens anbieten zu können. Damit treiben Sie die Preise selbst für ältere Fahrzeuge noch einmal kräftig in die Höhe. Was wenig an den Preisen rüttelt, sind kleinere Lackschäden, Beulen etc. Während eine Hauptuntersuchung sowie ein gut gefülltes Serviceheft Gold wert sein können. Dennoch gilt: Je besser das Fahrzeug in Schuss ist, desto höher kann der Verkaufspreis ausfallen. Wer wissen will, was sein Fahrzeug noch wert ist, der schaut in der Schwacke-Liste nach oder orientiert sich auf dem Gebrauchtwagenmarkt zum Beispiel vor Ort in Duisburg. In lokalen Zeitschriften, auf entsprechenden Online-Seiten oder durch eine Schätzung beim TÜV oder bei DEKRA hat man schnell die richtigen Informationen zum Wert des Gebrauchtwagens. Dann gilt es die Entscheidung zu treffen, ob der Wagen privat oder gewerblich verkauft werden soll.

 
Auto privat verkaufen
Wer seinen Gebrauchtwagen selbst privat verkaufen möchte, der muss zahlreiche Punkte beachten und einige Hebel in Bewegung setzen. Es kann aber unter Umständen mit einem höheren Verkaufspreis rechnen. Während der Gang zu einem Händler einfach ist, gehen dem Privatverkauf etwas Mühe und Organisation voraus. So müssen eventuell Inserate aufgesetzt und später beantwortet werden. Eine vielleicht lästige Aufgabe bei vielen Anfragen. Doch damit nicht genug. Womöglich müssen Verhandlungsgespräche über das Handy geführt und mehrere Probefahrten organisiert werden. Eine Option ist die Fahrt zu privat organisierten Gebrauchtwagenmärkten, die in der Regel zu ungünstigen Zeiten sonntags morgens stattfinden.

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Einfacher ist es den Gebrauchtwagen über spezielle Webseiten anzubieten. Auf diesen wurde schon viel Vorarbeit geleistet, sodass Sie nur ein paar Daten zu Ihrem Gebrauchtfahrzeug in die jeweiligen Masken eingeben müssen. Potenzielle Käufer suchen auf den Seiten gezielt nach Angeboten in ihrer Nähe und machen Probefahrten mit den Anbietern aus. Der Fahrzeughalter muss dennoch darauf achten, dass die versicherungsrechtlichen Fragen bei einer Probefahrt eindeutig geklärt sind. Auf Haftungsausschlüsse bei Unfällen während der Probefahrt und nach dem Verkauf ist dabei dringend zu achten. Eventuell kann das Fahrzeug auch für die Verkaufsaktion abgemeldet werden. Das liegt ganz im Ermessen des Fahrzeughalters.

 
Gebrauchtwagen gewerblich verkaufen – die Vorteile und Nachteile
Generell heißt es, dass der Autoankauf über einen gewerblichen Händler finanzielle Nachteile mit sich bringt. Eine klare Aussage kann dazu nicht getroffen werden, denn Angebot und Nachfrage bestimmen, wie überall in der freien Marktwirtschaft, den Preis. Hinzu kommt der Zustand des Fahrzeugs. Verspricht sich der Käufer einen hohen Wiederverkaufswert beim Ankauf eines Gebrauchtwagens, wird er sicherlich mit einer vorteilhaften Offerte versuchen an das Objekt zu gelangen. Allerdings hat es der Laie mit einem Profi zu tun. Der Ankäufer kennt den Marktwert von Gebrauchtwagen verschiedener Marken, Serien und Jahrgänge ganz genau. Wer sich als Gebrauchtwagenverkäufer nicht selbst über die aktuelle Situation auf dem Gebrauchtwagenmarkt, zumindest hinsichtlich seines Modells auf den neuesten Stand bringt, der hat eine schlechte Ausgangsbasis bei den Preisverhandlungen. Man sollte sich nicht gleich dem erstbesten in Hände geben, sondern zuerst einmal ein paar verschiedene Händler aufsuchen und sich Angebote unterbreiten lassen. Für den einen mögen 300 Euro Preisunterschied nicht viel sein. Für den anderen sind es eine ganze Menge. Auf jeden Fall gilt es beim Verkauf eines Gebrauchtwagens an einen Händler oder an einen privaten Käufer sich den Preis immer in Bargeld auszahlen zu lassen.
Foto: ADAC

 

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