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Bündnis verleiht Duisburger Preis für Toleranz und Zivilcourage 2022

Friedensaktivistin Inge Holzinger erhält Preis 2022 für ihr Lebenswerk
Von Petra Grünendahl

Laudator Dr. Klaus Hänsch. Foto: Petra Grünendahl.
Er selbst habe in frühester Jugend noch den zweiten Weltkrieg und seine Folgen erlebt und dies nie vergessen können, sagte Laudator Dr. Klaus Hänsch (*1938 in Schlesien). Das habe sein politisches Handeln geprägt, so der Europa-Parlamentarier (1979-2009) und Parlamentspräsident a. D., bei der Preisverleihung des Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage.
Preisträgerin 2022 Inge Holzinger am Podium. Foto: Petra Grünendahl.
Preisträgerin 2022 ist die ehemalige Lehrerin Inge Holzinger (89), die für ihr Lebenswerk geehrt wird: Auch sie engagiert sich aus ihrer eigenen Erfahrung von Krieg, Vertreibung und Flucht seit vielen Jahrzehnten als Friedensaktivistin unter anderem beim Friedensforum Duisburg. Wichtig waren ihr – auch als Lehrerin – die Aufklärung über Kriege, ihre Ursachen und Folgen – und das Engagement für deren Verhinderung. Menschen zusammenbringen, um ihnen Lebensperspektiven zu eröffnen, treibt sie bis heute an. Selbst in ihrem hohen Alter ist sie eine aktive Antifaschistin und Stimme für Toleranz und Zivilcourage, die das politische Geschehen immer noch aufmerksam und kritisch beobachtet.

 

Zwei Jahrgänge von Preisträgern des Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage (v. l.): Angelika Wagner (DGB), Jannik Neuhaus (Jusos), Rabbiner David Geballe, Jülide Celenk (Jusos), Frank Börner MdL, Preisträgerin Inge Holzinger vor ihrem Laudator Dr. Klaus Hänsch, Bündnis-Sprecher Rainer Bischoff, BDKJ-Geschäftsführer Henning Gerlach, Simon Lenz und Florence Mankenda (beide BDKJ). Foto: Petra Grünendahl.
Traditionell fand die Verleihung des Preises für Toleranz und Zivilcourage am Holocaust-Gedenktag (27. Januar) im Gemeindesaal der Jüdischen Gemeinde Duisburg Mülheim Oberhausen im Innenhafen statt. „An einem Tag, an dem überall der Opfer gedacht wird, schauen wir hier mit der Auszeichnung für Engagement auch optimistisch in die Zukunft“, hob Bündnis-Sprecher Rainer Bischoff den besonderen Charakter dieser Preisverleihung hervor. Er bedauerte, dass man nicht jeden mit diesem Preis ehren könne, der es verdient habe. „Wir freuen uns immer über sehr viele sehr gute Vorschläge“, erklärte Angelika Wagner, und: „Es ist gut zu wissen, dass es hier viele Menschen gibt, die nicht wegschauen und abwarten, sondern selber etwas tun!“ Die Ausschreibung des Preises im Herbst eines jeden Jahres ist immer mit einem Schwerpunkt-Thema verbunden, aus dem die vorgeschlagenen Personen mit ihren Tätigkeiten stammen sollten. Musikalisch begleitet hat diese Veranstaltung das Duo Charme mit Mariia Kostina (Querflöte) und Oksana Shnit (Klavier), die eine gelungene Auswahl an Werken von Haydn, Beethoven und Schubert zum Besten gaben.

 

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Preisträger für 2021

Das Bündnis für Toleranz und ZIvilcourage übergibt die Preise. Foto: Petra Grünendahl.
Im vergangenen Jahr, als der öffentliche Preisverleihung zum Bedauern aller Beteiligten wegen Corona ausfallen musste, hatte das Bündnis nach Menschen gesucht, die sich in Zeiten der Pandemie für hilfsbedürftige Menschen eingesetzt hatten. Stellvertretend für so viele (auch unbekannte) Duisburger „Alltagshelden“ hatte das Bündnis hier zwei Jugendorganisationen geehrt: Preisträger waren der Duisburger Stadtverband des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) sowie der Duisburger Stadtverband der Jungsozialisten (Jusos). „Diese Generationen übergreifenden und Nachbarschaften verbindenden Hilfsangebote sind für den Zusammenhalt unserer Stadtgesellschaft von großer Bedeutung“, lobte der damalige Bündnis-Sprecher und ehemalige Superintendent des Kirchenkreises Duisburg Armin Schneider diese gelebte Solidarität. Hier zeige sich einmal mehr, dass „wir in Duisburg ganz unabhängig von Alter, Gesundheit, Nationalität und religiöser Herkunft zusammen stehen“, hatte auch Oberbürgermeister Sören Link, als OB Schirmherr des Bündnisses, die Preisträger gewürdigt.

 

 
Duisburger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage

Bündnis für Toleranz und Zivilcourage: Logo.
Das Bündnis für Toleranz & Zivilcourage ist ein Zusammenschluss zivilgesellschaftlicher Organisationen und Einrichtungen aus Duisburg. Es setzt sich ein für eine lebendige Kultur der Erinnerung und engagiert sich für ein gutes, von Toleranz und Respekt geprägtes Zusammenleben in unserer multikulturellen und multireligiösen Stadtgesellschaft.

Das Bündnis wurde im Jahr 2000 nach dem Anschlag auf die Düsseldorfer Synagoge gegründet. Getragen von dem Gefühl „Wir müssen etwas tun“, rief man damals für den 27. Januar — dem Auschwitz-Gedenktag — zu einer Menschenkette rund um die Duisburger Synagoge auf, an der sich spontan viele Duisburger Bürger beteiligten. Mit diesem symbolischen „menschlichen Schutzwall“ wurde ein eindrucksvolles Zeichen dafür gesetzt, dass in Duisburg für Antisemitismus kein Platz ist.

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Seither verleiht das Bündnis jährlich zum Holocaust-Gedenktag seinen „Preis für Toleranz und Zivilcourage“ an Duisburger Gruppen und Einzelpersonen für deren engagiertes Eintreten gegen Hass, Fremdenfeindlichkeit und religiösen Fanatismus. Außerdem hat sich das Bündnis auch immer wieder an Aktionen gegen rechte Kräfte beteiligt, die in unserer Stadt Fuß fassen wollen.
www.toleranz-zivilcourage-duisburg.de

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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