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1. Duisburger Zukunftsgespräche: „Wir müssen den Pioniermut beibehalten“

1. Duisburger Zukunftsgespräche. Foto: Duisburg Business & Innovation GmbH (DBI) .
Tschüss, Kohle, Hy, Wasserstoff! Unter diesem Motto starteten jetzt die „1. Duisburger Zukunftsgespräche“ des Vereins Hy.Region.Rhein.Ruhr mit einem prominenten Podium im Fraunhofer-inHaus-Forschungszentrum. Das neue Grubengold soll Industrie und Logistik in der Region in die CO₂-freie Zukunft führen.

Welche Rolle die Politik dabei spielen kann, machte Oberbürgermeister Sören Link bei der Auftaktveranstaltung deutlich: „Duisburg kann, Duisburg soll, Duisburg will eine zentrale Rolle in der deutschen Energiewende spielen. Wenn wir in Zukunft die Arbeitsplätze erhalten wollen, ist das Thema Umrüstung auf Wasserstoff eine nahezu zwangsläufige Entwicklung. Wir benötigen aber auch die politischen Leitplanken. Wir brauchen Tempo bei den Planungs- und Genehmigungsverfahren, denn die Zeit drängt und die Konkurrenz schläft nicht.“

Thomas Patermann, 1. Vorsitzender des Vereins Hy.Region.Rhein.Ruhr: „Wir haben eine extrem große Chance, etwas für die Klimawende zu leisten. Dass sich die Transformation lohnt, zeigt sich auch daran, dass Duisburg 44 Prozent der Emissionen verantwortet in Bezug auf das ganze Ruhrgebiet und wir diese mit dem Einsatz von Wasserstoff zu einem großen Teil vermeiden können. Wenn es am größten Stahlstandort nicht gelingt, gelingt es nirgendwo, davon bin ich zutiefst überzeugt. Wir müssen unseren Pioniermut unbedingt bei- behalten.“

Rasmus C. Beck, Geschäftsführer Duisburg Business & Innovation: „Der Stahl aus Duisburg wird in Deutschland für die Industrie dringend gebraucht, ohne ihn stehen die Bänder still. Corona und der Krieg in der Ukraine zeigen uns, wie wichtig eine krisenfeste, regionale Versorgung mit für unsere Volkswirtschaft wichtigen Gütern und Grundstoffen ist. Der Stahl zählt zweifelsfrei dazu, man kann ihn nicht in China, den USA oder Russland „bestellen“, ohne große Risiken für die eigene Versorgungssicherheit einzugehen. Deshalb muss die Transformation in Duisburg gelingen. Ist dies der Fall, kann das Know-how einer grünen Stahlindustrie auch zu einem Exportschlager werden.“

Dirk Jansen, Mitglied des Vorstands des KlimaDiskurs.NRW e.V.: „Wir haben eine große Herausforderung, diese sozial-ökonomische Transformation zu meistern. Und das müssen wir bei aller Gegensätzlichkeit der Positionen – von der chemischen Industrie bis zum BUND – gemeinsam hinbekommen. Das Ziel steht, die Wege sind noch ein wenig gegabelt. Deswegen werbe ich weiter für den Dialog, solche Lösungswege zu entwickeln.“

MdL Sarah Philipp, Geschäftsführerin der SPD-Landtagsfraktion NRW: „Aus Stahl wird Fortschritt gemacht – und er wird in Duisburg gemacht. Ohne das Wissen und das Können der Ingenieure und Facharbeiter in Duisburg wird Deutschland seine ökologischen Transformationsziele nicht erreichen. Deshalb braucht es eine aktive Industriepolitik: mit öffentlichen Investitionen in Wasserstoffproduktion und -leitungen, mit strategischen Unternehmensbeteiligungen und nicht zuletzt mit staatlichen Entwicklungszentren an den Industriestandorten. Duisburg bietet dafür die besten Voraussetzungen.“

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MdEP Dennis Radtke, Mitglied des Europaparlaments, CDU: „Mit dem Ausbau der Wasserstoffwirtschaft gehen neue Perspektiven für das Ruhrgebiet sowie auch für das Rheinische Revier einher. Dazu müssen die Möglichkeiten zur Schaffung neuer Arbeitsplätze sowie Berufsbilder genutzt werden. Für spitzenmäßige Forschung sind Fördermittel durch die öffentlichen Haushalte zur Verfügung zu stellen. Weiter sollen im Ruhrgebiet zusätzliche Reallabore mit der Anwendung der Wasserstofftechnik wie am ThyssenKrupp-Standort in Duisburg etabliert werden.“

MdB Felix Banaszak, ordentliches Mitglied in den Ausschüssen für Wirtschaft und Haushalt, Bündnis 90/Die Grünen: „Duisburg kennt Wandel, Duisburg kann Wandel. Aber die Duisburger haben nicht nur Erfahrung mit erfolgreichem Strukturwandel, sondern auch mit Strukturbrüchen gemacht. Deshalb sind die gesellschaftlichen Perspektiven der Transformation zentral zu berücksichtigen. Letztlich gibt es einen klimapolitischen Imperativ: Produziere so, dass deine Großenkel noch einen lebenswerten Planeten vorfinden können. Es geht um die Zukunft unserer Zivilisation.“

Die „Duisburger Zukunftsgespräche“ sind eine neue Veranstaltungsreihe des Vereins Hy.Region.Rhein.Ruhr, beim nächsten Mal dreht sich alles ums Thema Wasserstoff und Industrie. Mitveranstalter der „Duisburger Zukunftsgespräche“ sind der KlimaDiskurs.NRW sowie die Stiftung Mercator. Organisator ist Duisburg Business & Innovation.

Duisburg Business & Innovation GmbH (DBI)

 

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