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Museum DKM in Duisburg zeigt Kimono-Ausstellung „Omoschirogara“

Der Kimono im Spiegel moderner Zeiten
Von Petra Grünendahl

Impressionen aus der Kimono-Ausstellung „Omoschirogara“ im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.
Als vor 160 Jahren die Westmächte mit Kanonenbooten und einem Katalog Forderungen vor den Toren Japans standen, erfand sich das Inselreich neu: Damit begann ein Prozess der rapiden Modernisierung, der sämtliche Aspekte des japanischen Lebens ergriff — von der Familie und den Geschlechterbeziehungen über das Bildungssystem (Schule und Universität), die politische Verfassung und Verwaltung bis hin zu Industrie und Militär. Der Kultur fiel die Aufgabe zu, die krassen Spannungen zwischen Tradition und Neuerung zu vermitteln. Genau deshalb ist es möglich die Geschichte des modernen Japan anhand nur eines, wiewohl einzigartigen Kleidungsstücks zu rekonstruieren: des Kimonos. Eine faszinierende Auswahl künstlerisch gestalteter Kimonos zeigt die Ausstellung „Omoschirogara“ aufgehängt als „Wandgemälde“ sowie in Vitrinen, die den Betrachter zum Entdecken fein gezeichneter Details einlädt.

 

Impressionen aus der Kimono-Ausstellung „Omoschirogara“ im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.
Bis zum 4. September verlängert hat das Museum DKM die Kimono-Sonderausstellung „Omoschirogara“, die wir uns im Zusammenhang mit zwei neuen Ausstellungen erstmals angesehen haben. Sie ist bereits seit dem vergangenen Jahr zu sehen. „Omoschirogara“ präsentiert die Sammlung der japanischen Textilhistorikerin und unumstrittenen Expertin auf dem Gebiet, Prof. em. Yoshiko Inui (Tokai Universität, Sapporo / Japan). Konzipiert hat sie die Präsentation im Museum DKM zusammen mit Roger M. Buergel, wissenschaftlich beraten durch Hans B. Thomsen, Professor für Kunstgeschichte Ostasiens an der Universität Zürich. Neben den Kimonos aus der Sammlung Inui zeigt „Omoschirogara“ Werke der zeitgenössischen Künstlerin Erika Kobayashi sowie den Film Osaka Elegy (1936) von Kenji Mizoguchi.

 

 
„Bizarre Muster” auf Kimonos

Impressionen aus der Kimono-Ausstellung „Omoschirogara“ im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.
Gleich dem Kaiserhaus ist der Kimono eine Konstante des japanischen Lebens: Er bleibt sich im Wesentlichen gleich. Weil nun der Kimono seine Form nicht ändert, müssen sich die Muster verändern, die ihn zieren. „Bizarre Muster“ (so viel bedeutet omoshirogara) tauchen gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf, als die Mode die Moderne zu verarbeiten beginnt: Eisenbahnen, Schlachtschiffe, Flugzeuge, Kino, Mickey Mouse, Postkarten oder auch Zeitungsberichte über militärische Heldentaten. Widmen sich die Muster vor 1900 einer Synthese von Tradition und Neuem, so zelebrieren die 1920er Jahre einen optimistischen Internationalismus mit Zeppelin und Olympischen Spielen. In den 1930er Jahren verdüstern sich die Farben und Symbole, als Japan mit Nazi-Deutschland und dem faschistischen Italien paktiert. Die Ausstellung überrascht den Besucher mit vielfältigen, überwiegend sehr filigranen Zeichnungen auf Textil, die Kunst auf einem Alltagsgegenstand lebendig werden lassen. Als Ausstellungskatalog liegt eine 32-seitige bebilderte A4-Broschüre mit Texten in Deutsch und Japanisch in der Ausstellung aus.

 
Impressionen aus der Kimono-Ausstellung „Omoschirogara“ im Museum DKM. Fotos: Petra Grünendahl

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Kuratorenführungen durch die Sammlung zu Ostern
Über Ostern bietet das Museum DKM wegen der Feiertage zusätzliche Öffnungszeiten an: Karfreitag, Samstag, Ostersonntag sowie Ostermontag jeweils von 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Außerdem stehen an diesem Osterwochenende zwei Sonderführungen mit Jörg Mascherrek an:

  • Sonderführung am Karfreitag, den 15. April 2022, um 15.00 Uhr sowie
  • Sonderführung am Ostermontag, den 18. April 2022, um 15.00 Uhr.

 
Der Kurator Jörg Mascherrek wird sich in seinen Sonderführungen mit dem Leitmotiv des Hauses beschäftigen, Linien stiller Schönheit, und die kulturhistorische Sammlung mit ihrem Augenmerk auf die zeitlos anmutende Schönheit von Gefäßen aller Art in den Mittelpunkt stellen.
Interessierte melden sich bitte per E-Mail mail@museum-dkm.de oder telefonisch 0203 / 93555470 an. Zum Museumseintritt kommt eine Führungsgebühr von 6 Euro.

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Museum DKM

Das Museum DKM in der Nähe des Hauptbahnhofs. Foto: Petra Grünendahl.
Das private Museum DKM hat 1999 etwas kleiner als Galerie im Duisburger Innenhafen begonnen. Mit wachsender Sammlung zogen die Museumsstifter 2009 ins Zentrum der Innenstadt zwischen Kantpark mit dem Lehmbruck Museum und Hauptbahnhof. Die Architektur des Museums, eine umgebaute ehemalige Gewerbeimmobilie, dient in ihrer Zurückhaltung der Ausstellung der Kunst. Hier zeigen die Museumsstifter Klaus Maas und Dirk Krämer unter dem Motto „Linien stiller Schönheit“ ihre eigene Kunstsammlung sowie wechselnde Sonderausstellungen auch mit Leihgaben. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf zeitgenössischer Kunst, Kunst aus Südostasien, Alt-Ägypten und zeitgenössischer Fotografie. Die drei Baukörper des Museums erstrecken sich über fünf Ebenen und umfassen 2.700 Quadratmeter oder 51 Räume. Aus den Räumen des Neubaus bieten sich inszenierte Ausblicke in Außenbereiche. Das Foyer mit Museumscafé lädt zum Ausruhen und Erfrischen ein. Das Museum DKM gehört zu den 21 RuhrKunstMuseen.

 

Das Museum DKM in der Nähe des Hauptbahnhofs. Foto: Petra Grünendahl.
Noch bis zum 4. September zeigt das Museum DKM in der Verlängerung die ebenfalls sehr sehenswerte Kimono-Ausstellung „Omoshirogara“ in den Wechselausstellungsräumen im Neubau. Im Wechselausstellungsbereich im Altbau sind bis zum 25. September die beiden Sonderausstellungen „Eros in Erwartung der Ewigkeit“ und Claudia Terstappens „Schönheit und Urkräfte der Natur“ zu sehen: Auch diese sind sehr sehenswert (hier unser Bericht). Regulär geöffnet hat das private Museum DKM der Stifter Klaus Maas und Dirk Krämer an der Güntherstraße 13-15 im Dellviertel samstags, sonntags und an Feiertagen zwischen 12 und 18 Uhr sowie jeden ersten Freitag im Monat ebenfalls zwischen 12 und 18 Uhr*. Montags bis freitags wird ansonsten nur nach Vereinbarung für Gruppen geöffnet*. Der Eintritt kostet 12 Euro (ermäßigt 6 Euro, für Schüler und Studenten bis 28 Jahre), Kinder bis 7 Jahre haben freien Eintritt. Für Gruppen (zw. 10 und 15 Personen) gibt es einen Gruppentarif (10 Euro pro Person) zzgl. einer (kostenpflichtigen) Führung. Eine Jahreskarte** kostet 100 Euro. Die RuhrKultur.Card ermöglicht einen einmalig freien Eintritt. Die Teilnahme an der Freitagsführung kostet 6 Euro zusätzlich zum Eintritt. Weitere Infos gibt es hier.

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Corona
Im Museum gilt weiterhin die 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet) für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren. Außerdem gelten Maskenpflicht, Abstands- und Hygieneregelungen der Corona-Schutzverordnung des Landes NRW. Weitere Infos gibt es hier.

 
*) An folgenden Tagen ist grundsätzlich geschlossen: 24. bis 26. Dezember, 31. Dezember und 1. Januar.
**) Nicht übertragbar, berechtigt zum kostenlosen Eintritt während der regulären Öffnungszeiten.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 
 

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Ein Kommentar "Museum DKM in Duisburg zeigt Kimono-Ausstellung „Omoschirogara“"

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