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Deutsche Oper am Rhein begeisterte mit Giuseppe Verdis „Macbeth“ im Theater Duisburg

Von der dunklen Gier nach Macht und der Gerechtigkeit des Schicksals
Von Petra Grünendahl

Hrólfur Sæmundsson (Macbeth), Bogdan Talos (Banquo). Foto: Sandra Then.
Dass er Than von Cawdor und König von Schottland werde, prophezeien Hexen dem Feldherren Macbeth (Hrólfur Sæmundsson), dem Feldherren Banco (Bogdan Taloș), dass er Vater eines künftigen Königs von Schottland sei. Als Than von Cawdor erfüllt sich der erste Teil der Prophezeiung, so dass Macbeth mit seiner Frau Lady Macbeth (Ewa Płonka) in der gemeinsamen Gier nach Macht die Ermordung des Königs Duncan plant, um auch den zweiten Teil wahr werden zu lassen.
Birte Hopstein (Hexe), Hrólfur Sæmundsson (Macbeth), Ewa Plonka (Lady Macbeth). Foto: Sandra Then.
Der Mord an Banco, den die beiden als Gefahr für ihre Herrschaft sehen, und seinem Sohn gelingt nur zum Teil, denn dem Jungen Fleance gelingt die Flucht. Erneut fragt Macbeth die Hexen nach seinem Schicksal: Er könne als Herrscher so grausam sein, wie er wolle (was er auch in die Tat umsetzt). Die Hexen warnen ihn vor Macduff, aber es könne ihn niemand überwinden, den ein Weib geboren hat. Außerdem sei seine Herrschaft erst in Gefahr, wenn der Wald von Birnan gegen ihn zu Feld ziehe. Macbeth lässt Macduffs Familie töten (er selber kann entfliehen). Die beiden letzten Prophezeiungen wiegen Macbeth jedoch in Sicherheit.

 

Hrólfur Sæmundsson (Macbeth), Marie-Sophie Tétard (Fleance), Damenchor der Deutschen Oper am Rhein (Hexen). Foto: Sandra Then.
Völlig zu Recht mit viel Szenenapplaus und minutenlangem Schlussapplaus bedachten begeisterte Zuschauer die Premiere von Giuseppe Verdis (1813–1901) Oper „Macbeth“, die nun endlich die „große Oper“ zurück ins Theater Duisburg brachte. In seiner Inszenierung brachte Michael Thalheimer das Melodramma in vier Akten in der Pariser Fassung von 1865 (die Uraufführung einer früheren Fassung fand 1847 in Florenz statt) auf die Bühne der Deutschen Oper am Rhein.
Marie-Sophie Tétard (Fleance), Bogdan Talos (Banquo). Foto: Sandra Then.
Verdi komponierte seine wohl düsterste Oper zu einem Text von Francesco Piave mit Ergänzungen von Andrea Maffei nach „The Tragedy of Macbeth“ von William Shakespeare. Die historische Figur Macbeth, die von 1040–1057 Schottland regierte, hat allerdings nicht allzu viel mit der Figur bei Shakespeare oder Verdi gemein. Die neue Opernproduktion von „Macbeth“ entstand in Koproduktion mit der Opera Vlaanderen. Gesungen wird in italienischer Sprache, deutsche Übertitel erleichtern das Verständnis der Handlung. Der gute 2 ¾ Stunden lange Opernabend (inklusive einer Pause) ist empfohlen ab 16 Jahren.

 

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Grandiose Vorstellung!

Hrólfur Sæmundsson (Macbeth), Valentin Ruckebier (1. Erscheinung), Damenchor der Deutschen Oper am Rhein (Hexen). FOTO: Sandra Then.
Den König Macbeth und seine Frau quält ihr schlechtes Gewissen: Visionen und Erscheinungen derer, die sie haben ermorden lassen, erinnern sie an ihre Taten. Lady Macbeth wird wahnsinnig und stirbt, was Macbeth nicht einmal sonderlich bedauert. Aufständische rücken unter der Führung von Macduff (Ovidiu Purcel) mit Ästen aus dem Wald von Birnan getarnt zur großen Schlacht gegen ihn vor. Macduff enthüllt, dass er „aus dem Mutterleib gerissen wurde“ (mit einem Kaiserschnitt auf die Welt kam), bevor er Macbeth im Kampf tötet, so dass Duncans Sohn Malcolm (David Fischer) den schottischen Thron besteigt.

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Chor der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Sandra Then.
Hrólfur Sæmundsson als Macbeth und Ewa Płonka als Lady Macbeth gaben mit ihrer grandiosen Vorstellung als Gastsänger ihr viel umjubeltes Debüt bei der Deutschen Oper am Rhein. Überhaupt lieferten alle Akteure gesanglich wie schauspielerisch überzeugende Interpretationen ihrer Charaktere ab. In kleineren Rollen glänzten Chorong Kim (Kammerfrau der Lady Macbeth), Valentin Ruckebier (Diener des Macbeth, Arzt, Mörder, Erscheinung), Josefine Nagerski (Erscheinung), Marie-Sophie Tétard (Bancos Sohn Fleance) und Birte Hopstein (Solo-Hexe) sowie Norbert Kaulhausen als der zu diesem Zeitpunkt bereits tote König Duncan (Erscheinung).
Ovidiu Purcel (Macduff), Chor der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Sandra Then.
In den mächtigen Chorszenen glänzten Chor der Deutschen Oper am Rhein sowie der Kinderchor der Akademie für Chor und Musiktheater e.V. unter der Gesamtleitung von Gerhard Michalski. Fabelhafte Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Stefan Blunier meisterten Verdis variantenreiche Komposition mit ihren mächtigen und lauten Klängen ebenso mit Bravour wie die leisen Töne. Maßgeschneidert für die Thalheimer-Inszenierung hat Henrik Ahr das flexible Bühnenbild entworfen, das passend zur düsteren Oper im Lichtdesign von Stefan Bolliger wirkungsvoll in Szene gesetzt wurde. Für die Kostüme zeichnet Michaela Barth verantwortlich.

 

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Ein kleiner Vorgeschmack:

 
Weitere Termine im Theater Duisburg:
Mi | 15. Juni 2022 | 19:30 Uhr,
Sa | 18. Juni 2022 | 19:30 Uhr,
Fr | 24. Juni 2022 | 19:30 Uhr und
So | 26. Juni 2022 | 18:30 Uhr.
In der kommenden Spielzeit steht das Stück in Düsseldorf auf dem Spielplan (Premiere am 4. September).

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Deutsche Oper am Rhein

19/20
Hrólfur Sæmundsson (Macbeth), Ewa Plonka (Lady Macbeth), Chor der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Sandra Then.
Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg gGmbH ist eine Theatergemeinschaft der Städte Düsseldorf und Duisburg, die auf eine lange Tradition der Zusammenarbeit zwischen den beiden Großstädten zurückblicken kann. Seit ihrer Gründung 1956 zählt sie zu den bedeutendsten Opernhäusern Deutschlands. Durch ihr hochrangiges Solistenensemble, den Chor sowie die national wie international gefeierte Compagnie Ballett am Rhein hat sie sich zu einer der ersten Adressen für Musiktheater und Tanz in Europa entwickelt. Sie ist in der größten und dichtesten Kulturregion Deutschlands beheimatet. Allein die beiden Städte Düsseldorf und Duisburg zählen zusammen fast 1,1 Millionen Einwohner, aber auch die umliegenden Regionen und eine große Zahl auswärtiger Gäste profitieren vom hochkarätigen künstlerischen Angebot der Deutschen Oper am Rhein.
www.operamrhein.de

 

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Ovidiu Purcel (Macduff), David Fischer (Malcolm), Hrólfur Sæmundsson (Macbeth), Ewa Plonka (Lady Macbeth), Chor der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Sandra Then.
Tickets kosten in Duisburg zwischen 19,00 und 76,00 Euro, in Düsseldorf in der kommenden Spielzeit 28,00 bis 109,00 Euro. Eintrittskarten gibt es online ebenso wie in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in das Stück, seine Entstehung und die Aufführung gibt. Zusätzlich gibt es zu vielen Produktionen einen Audio-Opern- oder Ballettführer in einem Kurzformat unter https://www.operamrhein.de/de_DE/opernfuehrer-audio. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt.

 

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Die unvermeidlichen Corona-Regeln
Es gelten die üblichen Hygiene- und Abstandsregeln. Aktuelles gibt es hier.

 
© 2022 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Sandra Then

 

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Ein Kommentar "Deutsche Oper am Rhein begeisterte mit Giuseppe Verdis „Macbeth“ im Theater Duisburg"

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