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Start in den Verwaltungsdienst: Neuer Ausbildungsweg an NRW-Hochschulen

Ein duales Studium im Verwaltungsdienst – diese Ausbildung für e Beamte war bisher nur in Bezirksregierungen, Behörden und Kommunen möglich. Sie kann nun in ganz Nordrhein-Westfalen auch an staatlichen Hochschulen angeboten werden. Die Initiative ging unter anderem von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) aus; sie wird von allen Hochschulen des Landes getragen. Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, überreichte die ersten Ernennungsurkunden.

Der Vorbereitungsdienst für den allgemeinen Verwaltungsdienst mit dem Abschluss Bachelor of Laws (LL. B.) kann 2023 erstmals an Hochschulen und Universitäten des Landes Nordrhein-Westfalen starten. Dr. Martin Goch, Kanzler der HHU, hatte sich gemeinsam mit Kanzlern weiterer Hochschulen erfolgreich dafür eingesetzt, dass nun auch an diesen Institutionen Landesbeamte ausgebildet werden dürfen. Mit der Unterstützung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft war es gelungen, die dafür erforderlichen Änderungen in der Verordnung für diesen Ausbildungsgang zu erreichen.

Start in den Verwaltungsdienst: Jana Kirschstein, Konstantinos Mpairarchtaris und Laura Nickel von der Universität Duisburg-Essen (UDE). Foto: Wilfried Meyer.
Die drei ersten Anwärter an der Heinrich-Heine-Universität (HHU) in Düsseldorf – Tom Jeremy Conrad, Norina Chiara Ostwald und Denise Wienecke – wurden ebenso herzlich begrüßt wie Jana Kirschstein, Konstantinos Mpairarchtaris und Laura Nickel von der Universität Duisburg-Essen (UDE). An ihrem ersten Tag im ersten Ausbildungsjahr begegneten sie UDE-Kanzler Jens Andreas Meinen, HHU-Kanzler Dr. Martin Goch, Ausbildungsleiterin Julia Ulrichs und Martin Pfitzer, Abteilungsleiter Personal in Technik und Verwaltung an der HHU.

Wissenschaftsministerin Ina Brandes: „Auf der Suche nach Fachkräften ist das erfolgreichste Mittel, sie selbst auszubilden. Deshalb bin ich sehr glücklich, dass es uns gelungen ist, jungen Beamtenanwärtern jetzt auch eine Ausbildung an unseren Hochschulen anbieten zu können. Das duale Studium hat den großen Vorteil, dass wir junge Menschen mit unmittelbarem Praxisbezug ausbilden. Ich wünsche den zukünftigen Inspektoren viel Freude am Studium und bei der Arbeit, Neugierde beim Lernen und den Mut, Gelerntes in Frage zu stellen. Wir brauchen Ihren frischen Blick, um unsere Verwaltung noch besser zu machen.“

Für die Universitäten in Nordrhein-Westfalen markiert dies den Start in eine ungewöhnliche Ausbildungsform: An ihnen wird mit den „fachpraktischen Studienabschnitten“ der praktische Teil absolviert. Die Theorie wird an einem anderen Ort vermittelt; für die HHU und UDE geschieht das an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung am Standort Duisburg.

Die Vorteile des neuen Ausbildungsweges liegen auf der Hand, findet HHU-Kanzler Dr. Martin Goch: „In Zeiten des allgemeinen Fachkräftemangels, der auch die Hochschulverwaltungen massiv trifft, ist die Ausbildung ein ausgezeichnetes Instrument, um qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten. Die Kompetenzen, die im Laufe des Studiums zum Bachelor of Laws erworben werden, sind für die Kernaufgaben von Hochschulverwaltungen enorm wichtig. Mit der Möglichkeit, selbst auszubilden, können wir nun in den Praxismodulen gezielt für die Tätigkeit an einer Hochschule vorbereiten und uns gleichzeitig als attraktive Arbeitgeber mit einem spannenden Aufgabenspektrum und interessanten Entwicklungsperspektiven präsentieren.“

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Jens Andreas Meinen, Kanzler der UDE, ergänzt: „Die Universität Duisburg-Essen eröffnet mit diesem dualen Studium neue Karrierewege für junge Menschen. Wir wollen zeigen, dass ein Verwaltungsjob an einer Hochschule sicher und zugleich inhaltlich herausfordernd sowie hoch spannend sein kann. Wir suchen dafür die besten Nachwuchsköpfe.“

Die dreijährige Ausbildung besteht aus fächerübergreifenden Theorie- und Praxismodulen. Vermittelt werden unter anderem Kenntnisse in Rechtswissenschaften, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Am Ende steht der Erwerb des Abschlusses Bachelor of Laws und die Laufbahnbefähigung für den allgemeinen Verwaltungsdienst. Nach dem Abschluss können die ausgebildeten Beamten beispielsweise in Justitiariaten, Personal- oder Finanzdezernaten arbeiten.

 
Universität Duisburg-Essen (UDE)
Die Universität Duisburg-Essen wurde am 1. Januar 2003 durch die Fusion der Gerhard-Mercator-Universität Duisburg und der Universität-Gesamthochschule Essen (beide 1972) gegründet. Sie gehört mit rund 40.000 Studenten aus 130 Nationen zu den – nach Studentenzahlen – zehn größten deutschen Universitäten. Sie verfügt über ein breites, international ausgerichtetes Fächerspektrum. Sie ist ein Zentrum der nanowissenschaftlichen und biomedizinischen Forschung sowie der Lehrerausbildung in NRW und bietet mehr als 240 Bachelor- und Masterstudiengänge an. Nach dem Times Higher Education (THE) Ranking belegt die Universität Duisburg-Essen unter den Hochschulen 2020 den 194. Platz weltweit.
www.uni-due.de
Universität Duisburg-Essen (UDE)
Foto: Wilfried Meyer / HHU

 

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