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Ludwiggalerie Schloss Oberhausen zeigt Fotografien von „UK Women“

Britische Fotografie zwischen Sozialkritik und Identität
Von Petra Grünendahl

Fotografien von UK Women in der Ludwiggalerie. Plaket: Ludwiggalerie Schloss Oberhausen.
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Selbst dort, wo die Fotografinnen für die großen Magazine fotografiert haben, lag ihr Focus eher auf den Menschen von nebenan: Frauen, Männer, Familien und immer wieder Kinder und junge Leute, die sie in ihren jeweiligen Lebenswirklichkeiten abgelichtet haben. Eher als Dokumentation denn Hochglanz-Fotografie liegen ihre gesammelten Eindrücke weitab jeglicher Klischees, die man mit den Menschen von der Insel so reichlich verbindet. Diese können nämlich nicht die Realitäten ausblenden, mit denen sich Großbritannien seit Jahrzehnten auseinandersetzen muss: Gesellschaftliche und soziale Umbrüche, eine hohe (Jugend-)Arbeitslosigkeit, politische Instabilität. Diese und weitere hochaktuelle Themen wie Sozialkritik, Migration, Gender-Identität, Community und Diversität beleuchten in dieser Ausstellung 28 britische Fotografinnen aus drei Generationen – geboren wurden sie zwischen 1948 und 1998 – in seriellen Arbeiten. Dabei sind die Geschichten hinter den Fotografien untrennbar mit den darauf abgebildeten Menschen oder den persönlichen Erlebnissen der Fotografinnen verbunden.

 

Fotografien von UK Women in der Ludwiggalerie. Foto: Petra Grünendahl.
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Die Ludwiggalerie Schloss Oberhauen zeigt mit seiner Ausstellung „UK Women“ 28 fotografische Positionen aus dem Vereinigten Königreich, die sich mit dem Untertitel „Britische Fotografie zwischen Sozialkritik und Identität“ durch sehr individuelle „Handschriften“ auszeichnen. Mit frühen Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus den 1970er Jahren dokumentieren sie das Alltagsleben in der Großstadt und an der Küste. In den 1980ern und 1990ern lösen sich die Fotografinnen von der klassischen Dokumentarfotografie und öffnen sich für einen künstlerischen Blick und eine eigene Bildsprache, die sich durchaus humorvoll und satirisch präsentiert. Ab den 2000er Jahren bis heute wenden sich die jüngeren weiblichen Positionen der Fotografie als künstlerischem Medium zu und verarbeiten persönliche Identitätsfragen oder die Auswirkungen der Corona-Pandemie unter anderem in beeindruckenden (Selbst-)Porträts. Die Ausstellung seit dem vergangenen Wochenende fürs Publikum zugänglich.

 

 
 
Die Fotografinnen und der Katalog

Fotografien von UK Women in der Ludwiggalerie. Foto: Petra Grünendahl.
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Zu sehen sind (in alphabetischer Reihenfolge) Francesca Allen, Meredith Andrews, Laura Blight, Audrey Blue, Rachel Louise Brown, Tessa Bunney, Elaine Constantine, Anna Fox, Eliza Hatch, Sirkka-Liisa Konttinen, Markéta Luskačová, Kirsty Mackay, Zoe Natale Mannella, Sarah Maple, Fran May, Alison McCauley, Sandra Mickiewicz, Margaret Mitchell, Sejin Moon, Trish Morrissey, Tish Murtha, Freya Najade, Yan Wang Preston, Sophy Rickett, Michelle Sank, Arpita Shah, Hazel Simcox und Alys Tomlinson.

Fotografien von UK Women in der Ludwiggalerie. Foto: Petra Grünendahl.
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Alle 28 Fotografinnen eint ihr unbändiger Wille zu künstlerischer, sozialer und gesellschaftlicher Autonomie neben ihren männlichen Kollegen. Mit 220 Werken aus 29 Serien stellt die Ausstellung dies eindrucksvoll unter Beweis. Kuratiert wird sie von Ralph Goertz in Kooperation mit IKS Photo. Die Ausstellung wird gefördert vom Freundeskreis der Ludwiggalerie. Kulturpartner ist WDR 3.

Zur Ausstellung ist ein Booklet erhältlich, hrsg. von Kerrin Postert und Christine Vogt. Die 16-seitige Publikation ist im Museums-Shop für 5 Euro erhältlich (ISBN 978-3-932236-50-1). Einen Flyer zur Ausstellung gibt es hier als pdf zum Download.

 

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Impressionen aus der Ausstellung. Fotos: Petra Grünendahl

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Ludwiggalerie Schloss Oberhausen

Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.
Die Sonderausstellung im Großen Schloss läuft bis zum 15. September. Das Museum ist geöffnet von Dienstag bis Sonntag zwischen 11 und 18 Uhr. Montags ist Ruhetag, feiertags sowie Oster- und Pfingstmontag ist jedoch geöffnet. Geschlossen ist am 24., 25. und 31. Dezember sowie 1. Januar. Der Eintritt kostet 8,00 Euro (ermäßigt 4,00 Euro, Familien mit zwei Erwachsenen plus Kindern 12,00 Euro). Außerdem gibt es ein Kombiticket mit dem Gasometer Oberhausen für 17,00 Euro.

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Fotografien von UK Women in der Ludwiggalerie. Foto: Petra Grünendahl.
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Öffentliche Führungen finden im Großen Schloss sonn- und feiertags um 11.30 Uhr statt. Zudem gibt es zur Ausstellung Kuratorenführungen (im Wechsel mit Kerrin Postert oder Ralph Goertz) am:

  • Sonntag, 9. Juni 2024, 15 Uhr,
  • Sonntag, 14. Juli2024, 15 Uhr,
  • Sonntag, 4. August 2024, 15 Uhr, und
  • Sonntag, 1. September 2024, 15 Uhr.

Alle Führungen sind im Museumseintritt inklusive. Details zum Rahmenprogramm zu den Ausstellungen sowie zum museumspädagogischen Angebot gibt es hier.

 

Ludwiggalerie Schloss Oberhausen: Das Kleine Schloss. Foto: Petra Grünendahl.
Im Kleinen Schloss ist bis zum 9. Juni 2024 „Art_Upgrade_2024“ zu sehen. Künstler der ArtOthek stellen aus: Neues aus den Ateliers – Werke und Workshops. Anschließend ist, vom 23. Juni bis zum 6. Oktober 2024, die Ausstellung des Kunstvereins mit Werken von Andrea Bender zu Gast. Der Titel der Schau lautet: Kunstschnee.

 
Die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen ist eines der 21 RuhrKunstMuseen. Sie befindet sich an der Konrad-Adenauer-Allee 46 in 46049 Oberhausen. Anfahrt am besten über die A42, Abfahrt Oberhausen-Zentrum. Weitere Infos unter www.ludwiggalerie.de.

 
Gedenkhalle im Schloss Oberhausen

Gedenkhalle am Schloss Oberhausen. Foto: Petra Grünendahl.
Sehr bemerkenswert ist die ebenfalls im Schloss Oberhausen untergebrachte, aber nicht zur Ludwiggalerie gehörige Gedenkhalle. Als städtische Einrichtung in Erinnerung an die Verfolgten des Nationalsozialismus arbeitet die Gedenkhalle seit 1962 gegen das Vergessen und für das Miteinander aller Menschen in Oberhausen. Mit der 2010 erneuerten Dauerausstellung widmet sie sich der Stadtgeschichte zwischen 1933 und 1945 sowie der Zwangsarbeit im Ruhrgebiet während der NS-Zeit. Der Eintritt ist frei. Da sollte man unbedingt mal vorbei schauen!
www.gedenkhalle-oberhausen.de

 
© 2024 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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