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Deutsche Oper am Rhein: „Märchen im Grand Hotel“ begeisterte im Theater Duisburg

Hollywood meets Cannes: Jazzige Operette im Hotel
Von Petra Grünendahl

Märchen im Grand-Hotel:
01/23
Joachim Gabriel Maaß (Dryser), Torben Jürgens (Makintosh), Benny Meisenberg (Barry), Dashuai Jiao (Quartett), Tänzer. © Jochen Quast.
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Beim Hollywood-Filmproduzenten Makintosh (Torben Jürgens) laufen die Geschäfte schlecht. Seine Tochter Marylou (Valerie Eickhoff) reist mit ihrer Zofe Mabel (Julie Marszalkowski) nach Cannes: Im Grand Hotel will sie der Infantin Isabella (Sylvia Hamvasi) ein Angebot machen, deren Geschichte zu verfilmen.
Märchen im Grand-Hotel: Torben Jürgens (Makintosh), Florian Wugk (Quartett), George Clark (Quartett), Valerie Eickhoff (Marylou), Jakob Kleinschrot (Quartett), Dashuai Jiao (Quartett), Benny Meisenberg (Barry), Tänzer. © Jochen Quast.
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Die Infantin, die dort mit ihrem Hofstaat residiert, leidet unter akuter Geldnot, muss sie doch für den großzügigen Lebensstil auch ihrer Begleiter Großfürst Paul (David Jerusalem), des Zeremonienmeisters Baron Don Lossas (Benny Meisenberg) und ihrer Bediensteten aufkommen. Präsident Chamoix (Stefan Heidemann) gehört das Hotel (und mehrere weitere). Sein Sohn Albert (Jake Muffett) soll im Hotel als Kellner Stallgeruch schnuppern, benimmt sich aber etwas trottelig und verliebt sich zu allem Überfluss (ganz unstandesgemäß) in die Infantin. Deren Verlobter, der Prinz Andreas Stephan (Cornel Frey), hingegen macht lieber der Amerikanerin schöne Augen. Über den Prinzen sowie über die Hofdame Gräfin Inez de Ramirez (Gesine Forberger) versucht Marylou, zur Infantin vorgelassen zu werden. Obwohl die Infantin zunächst ablehnt – und dann auch noch Albert verschmäht –, gelingt es Marylou schließlich, sie samt ihrem Hofstaat nach Hollywood zu locken. Alles, was sie jetzt noch für ihren Film braucht, ist ein Happy End!

 

Märchen im Grand-Hotel: Valerie Eickhoff (Marylou), Cornel Frey (Prinz Andreas Stephan), Benny Meisenberg (Baron Don Lossas), Sylvia Hamvasi (Infantin Isabella), David Jerusalem (Großfürst Paul), Carmen Fuggiss (Gräfin Inez de Ramirez), Quartett, Tänzer. © Jochen Quast.
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Einen Hauch von Revue bringt die Operette „Märchen im Grand Hotel“ des ungarisch-deutschen Komponisten Paul Abraham (1892–1960) auf die Bühne im Theater Duisburg. Die Lustspieloperette in zwei Akten mit einem Vor- und Nachspiel ist musikalisch auf die swingenden Zwanziger Jahre zugeschnitten: Das begeisterte Publikum geizte nicht mit Szenenapplaus und – zu Recht – mit minutenlangem Schlussapplaus.
Märchen im Grand-Hotel: Joachim Gabriel Maaß (Matard), Carmen Fuggiss (Gräfin Inez de Ramirez), Jake Muffett (Albert), Sylvia Hamvasi (Infantin Isabella), David Jerusalem (Großfürst Paul). © Jochen Quast.
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Das Libretto nach Alfred Savoir schrieben Alfred Grünwald und Dr. Fritz Löhner-Beda, mit denen Komponist Abraham in Berlin mehrere sehr erfolgreiche Operetten auf die Bühne gebracht hatte. Die Machtergreifung der Nationalsozialisten setzte dem erfolgreichen Trio in Deutschland ein Ende. „Märchen in Grand Hotel“ feierte 1934 in Wien seine begeistert aufgenommene Uraufführung. Seit 2013 erleben die Operetten Paul Abrahams in Deutschland eine Renaissance. Als Grundlage dienen die neuen, sogenannten „Bühnenpraktischen Rekonstruktionen“ der Partituren der Abraham-Operetten von Henning Hagedorn und Matthias Grimminger. Gesungen wird (gut verständlich!) in deutscher Sprache, Übertiteln erleichtern das Verständnis der Handlung. Der Opernabend dauert ca. 2¾ Stunden (inklusive eine Pause). Das Stück ist empfohlen ab 12 Jahren.

 

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Die swingenden Zwanziger in Gesang und Tanz

Märchen im Grand-Hotel: Cornel Frey (Prinz Andreas Stephan), Valerie Eickhoff (Marylou), Tänzer. © Jochen Quast.
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Neben Gesang und Dialogen kann diese Operetten-Inszenierung auch mit Tanzeinlagen aufwarten, die stilecht an die Zwanziger und die Zeit der großen Revuen angelegt sind: Choreografiert von Kati Farkas mit Unterstützung von Emma Kate Nelson. Glänzend aufgelegt präsentierten die Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Stefan Klingele die schwungvollen, beinahe jazzigen Klänge der Operette. Das variable Bühnenbild, das auf einer Drehscheibe vier verschiedene Bühnenräume bot, entwarf Rifail Ajdarpasic. Die wirkungsvolle Ausleuchtung oblag Guido Petzold. Für die Kostüme zeichnete Ariane Isabell Unfried verantwortlich.

 
Ein kleiner Vorgeschmack:

 

 

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Weitere Termine im Theater Duisburg:

Märchen im Grand-Hotel: Carmen Fuggiss (Gräfin Inez de Ramirez), Sylvia Hamvasi (Infantin Isabella). © Jochen Quast.
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Fr | 21. Juni 2024 | 19:30 Uhr,
Sa | 29. Juni 2024 | 19:30 Uhr,
So | 7. Juli 2024 | 18:30 Uhr (Familienkarte*),
Sa | 14. September 2024 | 19:30 Uhr (Wiederaufnahme),
Fr | 27. September 2024 | 19:30 Uhr,
Fr | 4. Oktober 2024 | 19:30 Uhr und
Sa | 12. Oktober 2024 | 19:30 Uhr.
*) Mit der Familienkarte 10 Euro für jedes eingetragene Familienmitglied

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Deutsche Oper am Rhein

Märchen im Grand-Hotel: Tänzer, Valerie Eickhoff (Marylou). © Jochen Quast.
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Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg gGmbH ist eine Theatergemeinschaft der Städte Düsseldorf und Duisburg, die auf eine lange Tradition der Zusammenarbeit zwischen den beiden Großstädten zurückblicken kann. Seit ihrer Gründung 1956 zählt sie zu den bedeutendsten Opernhäusern Deutschlands.
Märchen im Grand-Hotel: Ensemble. © Jochen Quast.
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Durch ihr hochrangiges Solistenensemble, den Chor sowie die national wie international gefeierte Compagnie Ballett am Rhein hat sie sich zu einer der ersten Adressen für Musiktheater und Tanz in Europa entwickelt. Sie ist in der größten und dichtesten Kulturregion Deutschlands beheimatet. Allein die beiden Städte Düsseldorf und Duisburg zählen zusammen fast 1,1 Millionen Einwohner, aber auch die umliegenden Regionen und eine große Zahl auswärtiger Gäste profitieren vom hochkarätigen künstlerischen Angebot der Deutschen Oper am Rhein.
www.operamrhein.de

 

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Märchen im Grand-Hotel: Ensemble. © Jochen Quast.
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Tickets kosten zwischen 4,00 und 58,00 Euro. Eintrittskarten gibt es online ebenso wie in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in das Stück, seine Entstehung und die Aufführung gibt.

 
© 2024 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Jochen Quast

 

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