Der dritte Weiße Riese wird am Sonntag gesprengt. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________Die Plakate der beteiligten Firmen hängen schon seit ein paar Tagen an der Hausfassade. Kundige Beobachter haben auch schon die Textilbahnen ausgemacht, die in Höhe der sechsten und siebten Etage den Keil andeuten, der dort in das große Hochhaus gesprengt wird. Sie bremsen die herausfliegenden Betonbrocken etwas ab. Etwa drei Sekunden nach der Sprengung in den beiden Untergeschossen (zwei Kellerebenen) sorgt dieser Keil dafür, dass sich das Hochhaus ins Fallbett hinein zusammen faltet (Kipp-Kollaps-Sprengung). Der Weiße Riese ist reif zur Sprengung. Auf Höhe der sechsten und siebten Etage bremsen Textilbahnen (seitlich und hinterm Haus) das Ausbrechen von Betonstücken. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________Im Gegensatz zu den beiden früheren Sprengungen im März 2019 und im September 2021 setzt die Feuerwehr Duisburg dieses Mal wegen der beengten Verhältnisse um den Riesen herum keine Wasserwände ein, um den Staub niederzuhalten. Stattdessen sind im Gebäude und auf dem Dach Wannen mit insgesamt ca. 80.000 Litern Wasser platziert, die mit der Sprengung zu Bruch gehen. Gerüste schützen die Fassaden von drei umliegenden Häuserblöcken als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme, da hier die Bebauung dichter am Sprengobjekt liegt.
Im Hintergrund sieht man an den Häusern links und rechts neben dem Weißen Riesen die Schutzgerüste. Im Vordergund laufen Bauarbeiten zum ersten Bauabschnitt des neuen Stadtteilparks Hochheide. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________Am Sonntag, 27. Juli, ist es endlich so weit: Um 12 Uhr drückt Sprengmeisterin Ulrike Matthes von der Thüringer Sprenggesellschaft (TSG) den zentralen Zündknopf, um die Sprengung des dritten Weißen Riesen in Homberg-Hochheide auszulösen. Vom aktuellen Stand der Vorbereitungen berichteten im Pressegespräch Hendrik Trappmann, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung und Projektmanagement der Stadt Duisburg, Frank van Staa, Leiter des Duisburger Bürger- und Ordnungsamtes, Torsten Gehner, kommissarischer Leiter der Feuerwehr Duisburg, Ingo Wobker von der Stabsstelle Krisenmanagement und Bevölkerungsschutz der Feuerwehr Duisburg sowie Bau-Ingenieur Marc Sommer von der rebuild.ing GmbH als Planungsverantwortlicher. Das Bürger- und Ordnungsamt hatte im Vorfeld breit informiert und wird auch am Sprengtag ab 8 Uhr sämtliche Wohnungen im Evakuierungsbereich kontrollieren, ob alle Anwohner die Häuser verlassen haben. Notfalls, so Frank van Staa, könne man kurzfristig Durchsuchungsbeschlüsse zur Öffnung von Wohnungen bekommen, wenn man dort noch Anwohner vermute. Rund 150 Mitarbeiter des Bürger- und Ordnungsamtes werden am Sonntag im Einsatz sein. Dazu kommen 60 Feuerwehrleute überwiegend aus dem ehrenamtlichen Bereich (Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr) sowie etwa 40 überwiegend ehrenamtliche Mitarbeiter von Rettungsdiensten wie Malteser, Johanniter, Deutsches Rotes Kreuz und der Ambulanten Erstversorgung (AEV) aus Duisburg.
Rückbau und Verwertung Der Weiße Riese ist reif zur Sprengung. Das Haus rechts schützen Gerüste. Foto: Petra Grünendahl. __________________________________________________Den Auftrag für den Rückbau des „kleinen“ Weißen Riesen hatte erst im Oktober 2024 die Firma Porr Becker Abbruchtechnik GmbH bekommen. Die vollständiger Entkernung und Schadstoffsanierung waren bereits vor zwei Monaten abgeschlossen und man konnte mit den Vorbereitungen zur Sprengung beginnen: Schwächungen im Mauerwerk des Gebäudes sowie dem Bohren von 600 Löchern für die 300 Kilogramm Sprengstoff. Letzte Arbeiten am Bau umfassen das Freilegen der Untergeschosse sowie die Bestückung der Bohrlöcher mit den 600 Sprengladungen und Zündern, die über einen Computer sekundengenau angesteuert und ausgelöst werden. Danach fallen rund 30.000 Kubikmeter Beton und Stahl mit einem Gesamtgewicht von etwa 35.000 Tonnen in sich zusammen. Diese werden dann in den kommenden Monaten nach Materialien getrennt, zerkleinert und zur Verwertung abgefahren.
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