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Aktualität erfährt das Thema durch ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, da der von der EU vorgeschriebene Grenzwert an vielen Orten in Deutschland nicht eingehalten wird. Das Bundesverwaltungsgerichts hat im Oktober entschieden, dass die Bundesregierung ein nationales Aktionsprogramm zur Reduzierung der Nitratbelastung im Grundwasser erarbeiten muss.
„Wir unterstützen alle wirksamen Maßnahmen, die helfen, die Nitratbelastung nachhaltig zu senken“, erklärt Felicitas Dudziak, Leiterin Wassergewinnung. „Für uns ist die Einhaltung des gesetzlichen Grenzwerts von 50 Milligramm pro Liter selbstverständlich – und wir liegen seit Jahren deutlich darunter.“ Während die Trinkwasserverordnung einen Grenzwert von 50 mg Nitrat pro Liter vorgibt, weisen die Gewinnungsgebiete von Duisburg weitaus niedrigere Werte auf, die sich im Bereich zwischen 15,35 mg/l und 25,70 mg/l bewegen. Diese Werte liegen im unbedenklichen Bereich und zeigen, dass das Trinkwasser in der Region von hoher Qualität ist. „Selbst für empfindliche Personengruppen wie Säuglinge oder Schwangere besteht bei unseren Nitratwerten keinerlei Risiko“, betont Felicitas Dudziak.
Enge Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft
Ein wesentlicher Grund für die dauerhaft niedrigen Werte ist die gute Kooperation mit den Landwirten in der Region. Seit vielen Jahren erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer und den Betrieben, gezielt und bedarfsgerecht zu düngen, um Belastungen des Grundwassers zu vermeiden. „Unsere Partnerschaft basiert auf Vertrauen und Fachwissen. Gemeinsam analysieren wir die Böden, prüfen die Düngemengen und entwickeln Maßnahmen, um Einträge zu minimieren. Das ist ein zentraler Baustein unseres Grundwasserschutzes“, sagt Patrycja Friedrichs, Leiterin Qualitätssicherung Trinkwasser.
Seit bereits über 30 Jahren arbeiten die Stadtwerke Duisburg mit Landwirten und Gartenbaubetrieben im Sinne des Gewässerschutzes partnerschaftlich zusammen. Das Ziel ist die Sicherung der Trinkwasserversorgung bei gleichzeitiger Sicherung der Existenzfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe. Diese Kooperation mit derzeit über 130 Betrieben ist damit eine der ältesten in ganz NRW. Das Wasserschutzgebiet im Einzugsbereich der Wasserwerke Wittlaer und Bockum hat eine Größe von 64 Quadratkilometern. Es ist damit eines der größten Wasserschutzgebiete in Nordrhein-Westfalen. Über 20 Quadratkilometer im Wasserschutzgebiet werden landwirtschaftlich genutzt.

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Auch wirtschaftlich ergeben die Vorsorgemaßnahmen Sinn. So ist die Vermeidung einer Nitratbelastung um den Faktor 10 günstiger als nachträgliche Maßnahmen wie beispielsweise die Nitratfilterung aus dem Grundwasser. Zur Vorsorge wird beispielsweise ein Wasserschutzberater bei der Landwirtschaftskammer durch die Stadtwerke Duisburg finanziert, der die Landwirte zu allen Fragen des Wasserschutzes berät. Dabei geht es vor allem um den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Hier spielen die optimale Dosierung und der richtige Zeitpunkt eine wesentliche Rolle.
Kontinuierliche Kontrolle und Forschung
Das Trinkwasser wird zudem engmaschig beprobt und überprüft. Jede Veränderung der Nitratwerte wird genau analysiert. Sollten sich in Einzugsgebieten Tendenzen abzeichnen, wird in Abstimmung mit den Landwirten schnell gegengesteuert. Auch extreme Wetterereignisse wie längere Trockenphasen oder Starkregen werden in die Auswertung einbezogen, da sie die Nährstoffdynamik in den Böden beeinflussen können. „Leichte Schwankungen sind normal. Doch dank unserer Kooperation und der konsequenten Überwachung können wir frühzeitig reagieren und sicherstellen, dass die Qualität des Trinkwassers dauerhaft auf höchstem Niveau bleibt. Nachhaltiger Grundwasserschutz gelingt nur, wenn alle Akteure an einem Strang ziehen“, sagt Felicitas Dudziak.
Hintergrund zur Wasserversorgung
Die Stadtwerke Duisburg versorgen in Duisburg etwa 250.000 Haushalte mit Trinkwasser. Im Jahr 2024 wurden rund 30,9 Milliarden Liter Wasser von den Kunden der Stadtwerke Duisburg verbraucht. Gewonnen wird das Wasser in zwei Wasserwerken, die sich im Düsseldorfer Norden in den Stadtteilen Wittlaer und Bockum befinden. Dabei wird Grundwasser über Brunnen gefördert, gefiltert, aufbereitet und anschließend als Trinkwasser in Lebensmittelqualität in das Duisburger Versorgungsnetz eingespeist. Darüber hinaus beziehen die Stadtwerke Duisburg auch Trinkwasser über zwei große Leitungen aus dem Wasserwerk Haltern am See im Kreis Recklinghausen, wo Grundwasser mit Wasser aus dem Halterner Stausee angereichert wird. In Homberg und Baerl schließlich wird aufbereitetes Grundwasser aus dem Binsheimer Feld in Duisburg verteilt. Rund 2.200 Kilometer Rohrleitungen unterhalten die Stadtwerke Duisburg in der Stadt. Als Wasserversorgungsunternehmen sind die Stadtwerke Duisburg für die Sicherung höchster Qualitätsstandards verantwortlich. Täglich werden Wasserproben an zahlreichen Stellen im gesamten Stadtgebiet und im Bereich der Wasserwerke entnommen. Diese rund 8.000 Proben pro Jahr werden in einem akkreditierten Trinkwasserlabor geprüft, um jederzeit die hohe Qualität des Trinkwassers zu überwachen.
2025: Stadtwerke feiern 150 Jahre Wasserversorgung
Im Jahr 2025 feiert der lokale Energiedienstleister außerdem ein besonderes Jubiläum: Die Wasserversorgung in Duisburg wird 150 Jahre alt. Im Frühjahr 1875 begann die Erfolgsgeschichte mit den Arbeiten zur Errichtung des ersten städtischen Wasserwerks an der Aakerfähre. Seitdem werden die Bürger an Rhein und Ruhr zuverlässig mit sauberem Trinkwasser versorgt. Einen Überblick über die historische Entwicklung der Duisburger Trinkwasserversorgung mit zahlreichen Bildern haben die Stadtwerke unter www.swdu.de/wasser-150 zusammengestellt.
Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH
Fotos: Stadtwerke Duisburg
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