Kommunikationsexpertin Dr. Kerstin Hoffmann beim Marketing-Club Duisburg-Niederrhein

Warum Unternehmen auf Markenbotschafter setzten sollten
Von Petra Grünendahl

„Die besten Markenbotschafter stehen schon auf Ihrer Gehaltsliste“, räumte Kommunikationsexpertin Dr. Kerstin Hoffmann mit dem Vorurteil auf, dass „Influencer“, die Unternehmen, Marken oder Produkten ein Gesicht in der Öffentlichkeit geben, immer hoch bezahlte „Stars“ sein müssen. Die besten Markenbotschafter seien die eigenen Mitarbeiter, so Hoffmann. Denn wer kann besser für ein Produkt oder eine Marke sprechen als die, die sie herstellen und mit Leben füllen. Das kann aber auch negativ sein: Wenn nämlich die Unternehmensführung Mitarbeitern gegenüber keine Wertschätzung zeigt, ihnen nicht vertraut – oder sie schlicht und einfach bei Entscheidungen zur Unternehmenszukunft nicht „mitnimmt“ und sie entsprechend ihre Unzufriedenheit kommunizieren. Mitarbeiter repräsentieren ihr Unternehmen, ob sie wollen oder nicht!

Kommunikationsexpertin Dr. Kerstin Hoffmann und Andreas Ocklenburg, geschäftsführedner Vorstand des Marketing-Clubs. Foto: Petra Grünendahl.

Mit Dr. Kerstin Hoffmann hatte der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein eine Expertin für die Kommunikation auf allen digitalen Kanälen gewinnen können. Beim Monatstreffen gab sie den Marketing- und Kommunikationsfachleuten im Intercity Hotel am Hauptbahnhof wertvolle Tipps und Anregungen für ihre Arbeit. „Nachrichten, die keine Leser finden, sind nicht wichtig: Sie müssen wahrgenommen werden, um relevant zu sein“, so Hoffmann. Besonders gut wahrgenommen würden Nachrichten, die von „Dritten“ kommen, nicht direkt vom Unternehmen selber. „Mitarbeiter sind längst da, wo die Kunden sind: Im Internet, bei Facebook und anderen sozialen Medien“, zählte Hoffmann auf. Sie zeigte die Vorteile für Unternehmen und Mitarbeiter auf und welche Unternehmenskultur nötig ist, solche Strategien erfolgreich einsetzen zu können. Denn: auch geschlossene digitale Räume wie Gruppen bei Facebook oder Whatsapp sind potenziell öffentlich, wenn andere Gruppenmitglieder Inhalte nach außen tragen. „Stark hierarchische Strukturen sind nicht zukunftsfähig. Wertschätzung, Transparenz und Moral lohnen sich“, schloss Hoffmann. Die Kommunikationstrainerin garnierte ihren Vortrag mit vielen interessanten Beispielen aus der Praxis.

Der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein
Die regionale Berufsstandesorganisation in Duisburg wurde 2009 gegründet und ist als Mitglied im Deutschen Marketing Verband einer von 66 Clubs deutschlandweit. Der Marketing-Club ist der Weiterbildung seiner Mitglieder ebenso verpflichtet wie der Schaffung einer Kommunikationsplattform. Fast jeden Monat trifft sich der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein zu überwiegend fachlich orientierten Besichtigungen oder Vorträgen in der ganzen Region. Informationen zu Themen, Veranstaltungen und Kontakten gibt es auf der Homepage des Clubs. Wer im Marketing tätig ist und sich für eine Mitgliedschaft im Marketing-Club interessiert, kann bei solchen Gelegenheiten erste Kontakte knüpfen: Netzwerken lässt sich im Anschluss an den fachlichen Teil nämlich ganz hervorragend. Und natürlich lassen sich die fachlichen Fragen mit den jeweiligen Referenten in Einzelgesprächen noch vertiefen.

© 2018 Petra Grünendahl (Text und Fotos)