Lehmbruck Museum zeigt Ausstellungen „Vor Ort“ und „Freunde sammeln“ in Duisburg

Die Duisburger Kunstszene stellt sich vor
Von Petra Grünendahl

Impressionen: „Vor Ort 2021“ im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.
Die Vielfalt der Werke reicht von Malereien unterschiedlichster Stilrichtungen und Fotoarbeiten über Skulpturen, Installationen bis hin zu Videoarbeiten. Dabei stehen abstrakte Werke figurativen Arbeiten gegenüber. Sie nehmen den Menschen zum Ausgangspunkt und beziehen persönliche Erfahrungen in die Gestaltung ein. „Gemeinsam mit den Künstlern konnten wir gerade in dieser Zeit der immer wiederkehrenden sozialen Isolation einen Raum gestalten, der die Menschen miteinander verbindet“, freute sich Dr. Söke Dinkla, die Direktorin des Lehmbruck Museums. Die Ausstellung „Vor Ort 2021“ sei in einem offenen, partizipativen Verfahren entstanden, was die besondere Qualität dieser Ausstellung ausmache: „Den künstlerischen Gattungen und Themen sind keine Grenzen gesetzt. Es ist mir wichtig, dass das Lehmbruck Museum mit den vor Ort lebenden und wirkenden Künstlern eine kontinuierliche Verbindung hält“, so Dinkla. Die Sonderausstellung zeigt das eindrucksvolle Ergebnis des gemeinsamen Austausches.

 

Impressionen: „Vor Ort 2021“ im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.
Mit „Vor Ort“ und „Freunde sammeln“ eröffneten am vergangenen Wochenende zwei neue Sonderausstellungen im Erweiterungsbau des Lehmbruck Museums. Mit „Vor Ort 2021“ stellt sich die gegenwärtige Szene Kunstschaffender in Duisburg einem breiteren Publikum vor. Die Künstler sind in Duisburg geboren, hier zu Hause oder haben in der Stadt ihr Atelier: Mit ihrem Titel „Vor Ort 2021“ verbildlicht die Gruppenausstellung im Lehmbruck Museum die enge Verbundenheit der 41 teilnehmenden Künstler mit der Stadt Duisburg. Aus über 130 Bewerbungen hat eine Jury im Dezember vergangenen Jahres 40 Werke ausgewählt, die Einblicke in die experimentierfreudige und vitale Kunstszene der Stadt geben: Sie sind nun im großen Wechselausstellungsraum sowie im Foyer des Erweiterungsbaus zu sehen. 2018 hatte es zuletzt eine solche Ausstellung der IG Duisburger Künstler gegeben. Neben bedeutenden Vertretern der Duisburger Kunstszene präsentiert die Ausstellung auch eine Reihe junger Künstler, die noch nicht lange in Duisburg leben oder mit ihren Werken bislang nicht in der Stadt bekannt geworden sind. Begleitend zur Ausstellung gibt es einen Katalog, der zum Preis von 8 Euro an der Museumskasse erhältlich ist. Darin werden alle beteiligten Künstler mit jeweils einem farbig abgebildeten Werk der Ausstellung und einem Kurztext vorgestellt.

 

 
„Freunde sammeln“ in den Dreiecksräumen

Impressionen: „Freunde sammeln“ im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.
Das Sammeln als künstlerischer Prozess – das systematische Aufspüren, Suchen, Zusammentragen, Ordnen, Arrangieren und Aufbewahren – zeigt die Wechselbeziehung zwischen Kunst und Spiel. Immer wieder führte dies gerade in der Bildhauerei zu großem Erfindungsreichtum und Freude am Experiment, sodass die Skulptur zu den innovationsfreudigsten Gattungen der Kunst gehört.

 

Impressionen: „Freunde sammeln“ im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.
Für die Sammlung des Lehmbruck Museums ist bürgerschaftliches Engagement von Beginn an grundlegend gewesen. Auch heute sind bürgerschaftliches Engagement und die Arbeit des Freundeskreises entscheidend, der das Lehmbruck Museum seit mehr als zwei Jahrzehnten unterstützt. Um diese wichtige Arbeit zu würdigen, zeigt das Lehmbruck Museum nun erstmals eine Ausstellung, die Werke präsentiert, die mit der Unterstützung des Freundeskreises Wilhelm Lehmbruck Museum e. V. und seiner Vorgängervereinigungen erworben wurden. Die sorgfältig und kenntnisreich konzipierte Ausstellung zeigt die wichtigsten künstlerischen Bewegungen der Bildhauerei von den Sechziger- und Siebzigerjahren bis in die heutige Zeit und ist in den Dreiecksräumen im Erweiterungsbau zu finden. Begleitend zur Ausstellung „Freunde sammeln“ ist ein Booklet erschienen, das für 3 Euro im Museumsshop erhältlich ist.

 
Der Freundeskreis Wilhelm Lehmbruck Museum e. V.

Impressionen: „Freunde sammeln“ im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.
Im Jahr 2000, im Zuge der Umwandlung des kommunalen Wilhelm Lehmbruck Museums in eine Stiftung, fusionierten der 1927 gegründete „Museumsverein Duisburg e. V.“ und der 1968 ins Leben gerufene „Fördererkreis des Wilhelm Lehmbruck Museums e. V. Duisburg“. Gemeinsam bilden sie nun den „Freundeskreis Wilhelm Lehmbruck Museum e. V.“. Der gemeinnützige Zweck dieses Vereins ist „die Förderung von Kunst und Kultur“. Im Mittelpunkt steht „der Ausbau der Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum zu einer Sammlung von Meisterwerken der Plastik, Malerei, Grafik und Neuer Medien sowie (…) die Förderung der auf die Sammlungen bezogenen wissenschaftlichen Forschung und die Weiterbildung interessierter Bürger auf dem Gebiet der bildenden Kunst.“ Seit 2020 ist Rainer Grillo der Vorstandsvorsitzende des Freundeskreises Wilhelm Lehmbruck Museum e. V. Die Stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden sind Dr. Doris König und Dr. Otmar Franz.

 
Impressionen. Fotos: Petra Grünendahl

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Das Lehmbruck Museum

Impressionen: „Vor Ort 2021“ im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.
Das mitten in Duisburg im Kantpark gelegene Lehmbruck Museum ist ein Museum für Skulptur. Seine Sammlung moderner Plastiken von Künstlern wie Alberto Giacometti, Pablo Picasso, Hans Arp und natürlich Wilhelm Lehmbruck ist europaweit einzigartig. Beheimatet ist das Museum in einem eindrucksvollen Museumsbau inmitten eines Skulpturenparks, der zum Schlendern und Entdecken einlädt.

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Impressionen: „Vor Ort 2021“ im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.
Namensgeber des Hauses ist der Bildhauer Wilhelm Lehmbruck, der 1881 in Meiderich, heute ein Stadtteil von Duisburg, geboren wurde. Lehmbruck ist einer der bedeutendsten Bildhauer der Klassischen Moderne. Er hat mit seinem Werk maßgeblichen Einfluss auf nachfolgende Künstlergenerationen und ist auch nach seinem frühen Freitod im Jahr 1919 bis heute einflussreich geblieben.

 

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Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Tony Cragg im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.
Die Ausstellungen „Vor Ort“ und „Freunde sammeln“ werden im Anbau bis zum 30. Januar 2022 zu sehen sein. Weitere Sonderschauen gibt es von Tony Cragg (in der Glashalle zum Kantpark) und „Me and My Machine“ (im Atelier im Untergeschoss) bis 18. April 2022 bzw. bis 6. Februar 2022. Geöffnet ist das Lehmbruck Museum üblicherweise – solange es die Corona-Lage zulässt – dienstags bis freitags ab 12 Uhr, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 17 Uhr, donnerstags an Terminen der plastikBAR (erster Donnerstag im Monat ab 17.30 Uhr) bis 20 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 9 Euro (ermäßigt* 5 Euro), eine Jahreskarte 35 Euro (ermäßigt* 20 Euro). Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Blinden- und Demenzbegleitung haben kostenlos Eintritt. Schulklassen und Kindergärten zahlen pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte (2 Erwachsene plus Kinder bis 14 Jahre) gibt es für 15 Euro. Jeden ersten Freitag im Monat gilt: „Pay what you want“. Ausgenommen davon sind angemeldete Gruppen.

Impressionen: „Vor Ort 2021“ im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.
Zu seinen Sonderausstellungen bietet das Lehmbruck Museum verschiedene Veranstaltungen als Rahmenprogramm an. Zu den Highlights zählt hier mit Sicherheit das Künstlergespräch – Stephan Balkenhol im Gespräch mit Heinz-Norbert Jocks – am Freitag, 23. Oktober, um 18 Uhr (ca. 1 ½ Stunden). Auch diese Veranstaltung ist bereits ausgebucht. Öffentliche Führungen durch das Museum gibt es jeden Sonntag um 11.30 Uhr. Für Informationen steht die Kunstvermittlung des Lehmbruck Museums unter Telefon 0203 / 283-2195 oder eMail kunstvermittlung@lehmbruckmuseum.de zur Verfügung (Zu Preisen und Buchungen für Führungen geht es hier).

 

Impressionen: „Vor Ort 2021“ im Lehmbruck Museum. Foto: Petra Grünendahl.
Nach der aktuellen Corona-Lage gelten (noch!) folgende Regelungen: Für Führungen und Veranstaltungen aus dem Rahmenprogramm sind aktuell grundsätzlich Anmeldungen erforderlich. Die Veranstaltungen finden vorbehaltlich eventueller Veränderungen aufgrund der Corona-Pandemie statt. Es kann zu kurzfristigen Anpassungen kommen. Außerdem ist die Anzahl der Besucher im Museum begrenzt: Auf aktuell 100 im Wechselausstellungsbereich sowie 300 im gesamten Museum: Es kann zu Wartezeiten kommen, falls diese Anzahl erreicht ist. Siehe auch: https://lehmbruckmuseum.de/update-coronavirus/.

(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70%), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen mit Sozialhilfebezug.

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© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl

 

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