Als die Kohle noch Zukunft versprach: Film- und Fotoabend im Landschaftspark Duisburg-Nord

Der Ruhrbergbau auf seinem Höhepunkt
Eine Erinnerung in Bildern und Tönen

Filmveranstaltung der IG Nordpark e.V. und der Kinemathek im Ruhrgebiet
Am Freitag, 26. Oktober 2018, Landschaftspark Nord, Duisburg-Meiderich,
Emscherstraße 71, „Hüttenmagazin“, Obergeschoß, 20 Uhr.
Der Eintritt ist frei – Spenden zur Deckung der Kosten sind willkommen.

Zeche Rheinpreussen (Moers), Schacht 4. Foto: Siegfried Teichler.
Am 21. Dezember dieses Jahres wird eine Epoche zu Ende gehen, nicht nur für das Ruhrgebiet. An diesem Tag wird die letzte deutsche Steinkohlenzeche, die Schachtanlage Prosper in Bottrop, ihren Betrieb einstellen. Die Jahrhunderte betriebene Förderung von Steinkohle in Deutschland wird damit endgültig enden.

Manches wird bleiben aus der Zeit, als der Bergbau den Ruhrpott entstehen ließ und prägte, Gebäude, Gegenstände, Traditionen, viele Bilder und Erinnerungen. Auch ein umfangreicher Filmschatz wird in den Archiven bewahrt bleiben und künftig von Arbeit und Leben vor und auf der Kohle erzählen können. Dabei wird sich zeigen, daß jede Zeit ihre eigenen (Film-)Bilder und ihre Sprache hat(te).

Zeche Heinrich (Essen), Schacht 3. Foto: Siegfried Teichler.
Aus der großen Zahl der Bergbaufilme haben wir, mit Unterstützung des Deutschen Bergbau-Museums Bochum/Montanhistorisches Dokumentationszentrum (montan.dok), zwei Produktionen ausgewählt, die in der Mitte der 1950er Jahre als Werksfilme entstanden, also zum Höhepunkt des Ruhrbergbaus, was seine Belegschaftsstärke und seine Fördermengen betraf. Beide entstanden fast zeitgleich, „Bergmannsleben von A – Z“ 1956 als pfiffig gestaltetes Werksporträt zur Inbetriebnahme des zweiten Förderschachtes der Thyssen-‚Zeche am Strom’ in Walsum, „Besuch im Ruhrgebiet“ 1957 zur Nachwuchswerbung der Hibernia AG in ungewöhnlich aufwendiger Form als beinahe abendfüllender Spielfilm mit dokumentarischen Passagen und unter Mitwirkung namhafter Schauspieler wie Hans Messemer und Günter Lamprecht, damals im Ensemble des Bochumer Schauspielhauses.

Seine traditionelle Abrundung erfährt unser Programm auch dieses Mal durch einen Fotofilm von Siegfried Teichler. Er ging in diesem Jahr mit der Fotokamera auf die Suche nach dem, was im Bild der Städte des Reviers (vermutlich) bleiben wird vom Bergbau: „Was bleibt (?)“

Das Programm:

Zeche Bonifacius (Essen-Kray), Schacht 1. Foto: Siegfried Teichler.

  • „Was bleibt (?)“ (2018), Fotofilm von Siegfried Teichler (15 Min.)
  • Bergmannsleben von A – Z (1956, Arbeitstitel: Walsum III, 29 Min., s/w, Ton dt.)
    Ein filmisches Porträt der Thyssen-‚Zeche am Strom’ im damals noch selbständigen Walsum, entstanden im Jahr und wohl auch aus Anlaß der Inbetriebnahme des zweiten Förderschachtes, Schacht ‚Wilhelm’ 1956.
  • Besuch im Ruhrgebiet (1957, 67 Min., Farbe, Ton dt.)
    „Ein Farbfilm der Bergwerksgesellschaft Hibernia AG Herne“. In der Form eines Spielfilms mit dokumentarischen Passagen werden die Vorzüge der Ausbildung und der Arbeit im Steinkohlenbergbau für den Bergmann, aber vor allem auch für seine Familie ausführlich dargestellt. Eine Mutter aus Süddeutschland besucht ihre ins Ruhrgebiet gezogenen Nachbarn und erkennt, dass der Beruf des Bergmanns auch etwas für ihren Sohn wäre. Zu diesem Zeitpunkt sucht auch die Hibernia AG noch nach dringend benötigtem Nachwuchs.

Interessengemeinschaft Nordpark Duisburg e.V.
Kinemathek im Ruhrgebiet – FilmArchiv für die Region
Fotos: Siegfried Teichler