Deutsche Oper am Rhein stellte Projekt „UFO – Junge Oper Urban“ vor

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Die Oper sucht den Weg zu Kindern und ihren Themen
Von Petra Grünendahl

Der Klangkörper des UFO. Skizze: raumlabor berlin.
„Wir wollen jetzt auch auf jüngere Kinder zugehen: Sie abholen und ihr Verständnis fürs Musiktheater wecken“, erklärte Anna-Mareike Vohn, Leiterin der Jungen Oper am Rhein, die Zielsetzung von UFO. „UFO – Junge Oper Urban“ ist ein neues Projekt der Deutschen Oper am Rhein für die Spielzeiten 2021/22 und 2022/23. „Kinder sollen die Oper als unmittelbaren Teil ihrer Lebenswirklichkeit kennen lernen“, so Rheinopern- Chefdramaturgin Anna Melcher. UFO solle Themen der Kinder in den Blick nehmen und die Oper als experimentelles Musiktheater zu einem jungen Publikum bringen. Zielgruppen sind die Altersklassen 4+, 8+ und 12+, was vom Kindergarten bis in die Schule reicht. Das UFO ist mobil und wird in den nächsten drei Jahren an acht Standorten in Duisburg und Düsseldorf Station machen, wo Kinder sich in die Entwicklung von Bühnenstücken einbringen können. Das UFO möchte als mobiles Klanglabor und Spielstätte mit Impulsen aus dem Leben und Erleben der Kinder ein Musiktheater-Repertoire entwickeln. Umgesetzt und auf eine Bühne im Klassenzimmerformat gebracht wird das Ganze dann professionell durch Sänger und Tänzer der Deutschen Oper am Rhein sowie Musiker der beiden Musikensemble Duisburger Philharmoniker und Düsseldorfer Symphoniker. Im UFO begegnen den Kindern Komponisten, Librettisten, Regieteams und Bühnenkünstler, die mobile Spielformate entwickeln und aufführen. Ausgelegt sind die mobilen Klangstätten auf ca. 30 Besucher pro Aufführung.

 

Christoph Meyer, Generalintendant der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg. Foto: Screenshot.
Die Deutsche Oper am Rhein stellte das Projekt in einem Online-Pressegespräch vor. Neben dem Generalintendanten Prof. Christoph Meyer, Anne Melcher und Anna-Mareike Vohn standen Michaela Dicu und Immanuel de Gilde (beide Projektteam „UFO – Junge Oper Urban“), Jan Liesegang (raumlabor berlin als Entwickler der mobilen Klangstätte) sowie Dr. Christian Esch, Direktor NRW KULTURsekretariat Wuppertal, Rede und Antwort. Die Aufführungen von UFO begleitet die Junge Oper am Rhein mit einem umfangreichen Vermittlungsprogramm, das den Ideen der Kinder Raum geben möchte. Bei seinen Erkundungen im Stadtteil wird das UFO zudem von lokalen Institutionen wie Jugendzentren, Schulen und Universitäten unterstützt. Die Junge Oper am Rhein ist quasi die „Nachwuchsförderung“ der Deutsche Oper am Rhein, die sich speziell an eine junges bis jüngeres Publikum wendet. „Wir wollen hier nicht die Jugend- oder Kinderoper auf der großen Bühnen ersetzen, sondern ergänzen“, so Christoph Meyer, den sein besonderes Engagement in diesem Bereich seit seinem Amtsantritt auszeichnet. Gefördert wird das Projekt in Rahmen des Neue-Wege-Programms vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit dem NRW KULTURsekretariat Wuppertal.

 

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Urbanes Klangtheater dicht am Publikum

Der Klangkörper des UFO. Skizze: raumlabor berlin.
Seine erste Station schlägt das UFO am Kuhtor in der Duisburger Innenstadt auf: Ab September 2021 erarbeitet hier das Klangkunst-Duo Merzouga (Eva Pöpplein und Janko Hanushevsky) gemeinsam mit der Kinderbuchautorin Nikola Huppertz und der Regisseurin Kerstin Steeb ein Musiktheaterstück für Kinder ab 6 Jahren, das den Arbeitstitel „Die unbedingten Dinge“ trägt und am 1. Oktober 2021 Premiere (Uraufführung) haben soll. Es wird die Geschichte zweier Freunde erzählen, die in dringender Mission durch die Zeit reisen. Im Januar 2022 landet das UFO am Anne-Frank-Haus, einem Jugendzentrum im Düsseldorfer Stadtteil Garath. Dort wird der für seine Kindertheaterstücke mehrfach ausgezeichnete Belgier Jan Sobrie (Libretto und Inszenierung) zusammen mit der Komponistin Misha Cvijovic ein neues Stück für Kinder ab 8 Jahren entwickeln – Arbeitstitel: „Als wir nicht mehr wussten, wer wir waren“. Es erzählt von einer großen Freundschaft und den gemeinsamen Traumwelten einer ehemaligen, mittlerweile an Demenz erkrankten Opernsängerin und einem Kind. Die Uraufführung ist für den 17. Februar 2022 geplant.

Junge Oper Urban: Die Stationen von UFO. Kartenmaterial: Google Maps.
Alle zwei bis drei Monate schlägt die Junge Oper Urban an einem anderen Ort auf – im April 2022 in Duisburg-Bruckhausen (am Kulturbunker), im Juni 2022 im Glasmacherviertel in Düsseldorf-Gerresheim, im Oktober 2022 in Ruhrort/Laar (am Eisenbahnhafen), im Dezember 2022 im WGZ-Bank-Park in Düsseldorf-Oberbilk, im März 2023 in der Duisburger Altstadt (Innenhafen) und schließlich im Juni 2023 in Düsseldorf-Golzheim, direkt am Rhein. Die erarbeiteten Stücke sollen dann jeweils an der nächsten Station des UFOs zu sehen sein, damit sie in beiden Städten auf die Bühne kommen.

 

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Ein Trailer zum Projekt
… wird nachgereicht, sobald er veröffentlicht ist.

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UFO – Junge Oper Urban

Der Klangkörper des UFO. Skizze: raumlabor berlin.
In enger Zusammenarbeit mit der Jungen Oper am Rhein wird „UFO – Junge Oper Urban“ über insgesamt drei Jahre neue Wege beschreiten, bestehende Kooperationen in den beiden Städten vertiefen und neue Bande mit Schulen und Kindergärten, aber auch sozialen Einrichtungen knüpfen. Organisiert wird das Projekt von Michaela Dicu, die zusammen mit Immanuel de Gildeund der Dramaturgie der Deutschen Oper am Rhein die Ideen für das Mobile Klanglabor entwickelt und umsetzt. Aktuelle Informationen zum UFO – Junge Oper Urban sind auf der Website www.operamrhein.de hinterlegt.

 
© 2021 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: raumlabor berlin (Skizzen), Google Maps (Karten), Screenshot

 

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