Duisburg-Ruhrort: Haniel steigert Umsatz und Operatives Ergebnis deutlich

  • Umsatz um 13 Prozent und Operatives Ergebnis um 19 Prozent gesteigert
  • Finanzbeteiligungen belasten Ergebnis vor und nach Steuern deutlich
  • Eingeleiteter Ausstieg aus Metro-Investment schafft zusätzlichen Freiraum
  • Finanzielle Mittel von rund 1,4 Milliarden Euro für Portfolioentwicklung verfügbar
  • Deutliche Ergebnisanstiege für 2019 erwartet
  • Übergabe des Vorstandsvorsitzes von Stephan Gemkow an Thomas Schmidt wird vorbereitet

Der Vorstand der Franz Haniel & Cie. Foto: Haniel.
Das Family-Equity-Unternehmen Haniel konnte sowohl Umsatz als auch Operatives Ergebnis im Jahr 2018 erfreulich steigern. Wertberichtigungen auf die Finanzbeteiligungen an der CECONOMY AG und der METRO AG belasteten das Ergebnis vor und nach Steuern jedoch erheblich. „Unsere operative Performance belegt, dass wir von der erhöhten Diversifikation unseres Portfolios profitieren. Die Ergebnisse aus den Finanzbeteiligungen haben diese positive Entwicklung jedoch überlagert und das war für Haniel enttäuschend. Auf Basis unserer unverändert soliden Finanzsituation werden wir unsere Buy & Build-Strategie weiter konsequent fortsetzen“, unterstreicht Vorstandsvorsitzender Stephan Gemkow.

Portfolioentwicklung weiter im Fokus
Bereits im Frühjahr 2018 entschied Haniel, den Ausstieg aus dem Engagement bei der Finanzbeteiligung METRO einzuleiten. Im ersten Schritt wurden 7,3 Prozent der ausgegebenen Stammaktien der METRO AG an EP Global Commerce, kurz EPGC, veräußert. Im Rahmen einer Call-Option, die von EPGC verlängert wurde, hat das Unternehmen das Recht, bis zu 15,2 Prozent der noch verbliebenen Metro-Aktien von Haniel zu erwerben. Nach dem Verkauf der ersten Tranche der Metro-Anteile verfügt Haniel zum Jahresende 2018 über finanzielle Mittel von 1,4 Milliarden Euro zum Erwerb weiterer Geschäftsaktivitäten.

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Rekordumsatz und Integrationserfolge bei CWS
Der seit 1.4.2019 unter dem Namen CWS firmierende Geschäftsbereich hat sich mit der Integration der übernommenen Initial-Aktivitäten und der Divisionalisierung in die Bereiche Hygiene Solutions und Textile Solutions strategisch neu aufgestellt. So wurden das Produktspektrum erweitert sowie das Serviceangebot verbessert. Schlankere Strukturen und optimierte Prozesse von Administration, Einkauf und IT sowie des Standort- und Servicenetzwerks haben die Schlagkraft des Unternehmens erhöht. Die CWS-Wachstumsinitiativen zielen auch auf neue Angebote und die Digitalisierung des Produktportfolios ab. 2018 steigerte CWS den Umsatz mit 1.141 Millionen Euro erstmals auf deutlich über 1 Milliarde Euro.

Basis für Wachstum bei neuen Maschinenbau-Beteiligungen gelegt
2018 hat Haniel ROVEMA, einen Premium-Anbieter für Verpackungsmaschinen und -anlagen, und Optimar, einen führenden Produzenten automatisierter Fisch-Verarbeitungssysteme, erfolgreich in die Haniel-Gruppe integriert, passgenaue Führungs- und Governance-Modelle etabliert und in Bezug auf die Organisationen jeweils die Basis für das geplante starke Wachstum geschaffen. ROVEMA wird in wenigen Monaten eine neue Produktionshalle mit über 3300 m² Fläche am Unternehmenssitz Fernwald in Hessen fertigstellen. Auch Optimar wurde durch Haniel bei der Etablierung von Strukturen und Prozessen für weiteres Wachstum unterstützt. Ziel ist, sich noch stärker von einem Hersteller einzelner Komponenten zu einem Systemintegrator zu entwickeln, um künftig noch größere und komplexere Projekte übernehmen zu können.

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Erfreuliches Wachstum belegt erfolgreiche Portfolioentwicklung
Haniel erzielte im Jahr 2018 trotz negativer Währungseffekte, insbesondere durch den US-Dollar, insgesamt einen Umsatz von 4.683 Millionen Euro, was einem deutlichen Anstieg von 13 Prozent entspricht. Hierzu hat überwiegend der höhere Umsatz von CWS beigetragen. Organisch, das heißt bereinigt um Währungseffekte sowie Unternehmenskäufe und -verkäufe, stieg der Umsatz im Vergleich zum Jahr 2017 um 6 Prozent.

Deutlicher Anstieg des Operativen Ergebnisses
Das Operative Ergebnis (EBITA1) lag im Jahr 2018 mit 301 Millionen Euro 19 Prozent über dem Wert des Vorjahres in Höhe von 253 Millionen Euro. Ergebnisstärkend wirkte im Jahr 2018 vorrangig der gestiegene Beitrag von CWS. Das Operative Ergebnis von TAKKT reichte an den Vorjahreswert heran. Der Rohstoffhändler ELG erwirtschaftete in einem schwierigeren Marktumfeld im Handel mit Edelstahlschrotten ein Operatives Ergebnis, das deutlich unter dem Niveau des Vorjahres lag. Insbesondere die herausfordernde Marktentwicklung in den USA führte bei dem Matratzenbezugsspezialisten BekaertDeslee ebenfalls zu einem Operativen Ergebnis unter dem Niveau des Vorjahres. Die 2017 erworbenen Geschäftsbereiche ROVEMA und Optimar trugen zum Anstieg des Operativen Ergebnisses des Haniel-Konzerns bei.

Wertberichtigungen auf Finanzbeteiligungen belasten Ergebnis vor und nach Steuern
Das Ergebnis vor Steuern ist trotz verbessertem EBIT und Finanzergebnis von 235 Millionen Euro auf -796 Millionen Euro gesunken. Grund dafür ist das stark negative Beteiligungsergebnis aus den Finanzbeteiligungen an der CECONOMY AG und der METRO AG. Die negative Börsenkursentwicklung sowohl der Metro- als auch der Ceconomy-Aktie hat Haniel 2018 dazu bewogen, die Werthaltigkeit beider Finanzbeteiligungen zu überprüfen. Das Beteiligungsergebnis aus den beiden Finanzbeteiligungen ist insbesondere aufgrund der vorgenommenen Wertberichtigungen von 80 Millionen Euro im Jahr 2017 auf -1.028 Millionen Euro gesunken. In der Folge betrug das Ergebnis nach Steuern im Jahr 2018 -848 Millionen Euro.

Trotz Wertberichtigungen unverändert solide Finanzsituation
Haniel hat seine Schulden weiter reduziert, sodass die Nettofinanzposition, definiert als Nettofinanzschulden abzüglich der Anlageposition der Haniel-Holding, im Haniel-Konzern von 1.331 Millionen Euro zum 31. Dezember 2017 auf 974 Millionen Euro zum 31. Dezember 2018 gesunken ist. Die Reduktion der Nettofinanzposition geht insbesondere auf den Verkauf der ersten Tranche der Metro-Anteile zurück. Der Haniel-Cashflow wurde deutlich von 487 Millionen Euro im Vorjahr auf 522 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2018 gesteigert, da sich die Wertminderungen auf die Finanzbeteiligungen CECONOMY und METRO hier nicht auswirkten. Die Eigenkapitalquote liegt nach 61 Prozent im Vorjahr mit 58 Prozent zum 31.12.2018 weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Neben der guten Balance im Haniel-Portfolio ist die solide Finanzsituation einer der Gründe dafür, dass Haniel von allen beauftragten Ratingagenturen im Investment-Grade-Bereich bewertet wurde.

Staffelstab-Übergabe wird vorbereitet
Für den Erwerb weiterer Geschäftsaktivitäten im Rahmen der Buy & Build-Strategie stehen Haniel auch nach den erfolgreichen Portfoliomaßnahmen der Vorjahre finanzielle Mittel in der Größenordnung von 1,4 Milliarden Euro zur Verfügung. „Das ist eine komfortable Finanzsituation, die sowohl den Erwerb neuer Geschäftsbereiche als auch die Erweiterung unseres bestehenden Portfolios um interessante Unternehmen ermöglicht. Haniel profitiert dabei von seinem vielseitigen Netzwerk“, beschreibt Stephan Gemkow die Situation. Gemkow wird das Unternehmen zum 30. Juni 2019 in freundschaftlichem Einvernehmen mit den Gesellschaftern verlassen. Ihm folgt Thomas Schmidt, der am 30. Januar 2017 in den Vorstand der Haniel-Holding eintrat und derzeit in Personalunion Vorsitzender der Geschäftsführung von CWS ist. Gemeinsam mit Florian Funck wird er zukünftig das Unternehmen führen. „Wir gestalten einen nahtlosen Übergang und arbeiten seit Jahresbeginn im Vorstand und mit unserem Führungsteam an Impulsen, wie wir die Haniel-Gruppe weiter enkelfähig gestalten können,“ unterstreicht Thomas Schmidt. „Wir möchten unser Portfolio zügig um neue Unternehmen erweitern. Das Potenzial und der Wachstumspfad der neuen wie der bestehenden Geschäftsbereiche stehen dabei im Mittelpunkt. Die Beteiligungen wertsteigernd zu entwickeln – das ist unser Auftrag.“

Haniel erwartet für 2019 einen deutlichen Anstieg des Operativen Ergebnisses Insgesamt erwartet der Haniel-Vorstand für das Geschäftsjahr 2019, dass der Umsatz sich organisch mindestens auf dem Niveau des Vorjahres bewegen wird. Für das Operative Ergebnis wird dagegen von einem deutlichen Anstieg ausgegangen, wozu das organische Wachstum der Geschäftsbereiche beitragen sollte. Nach den hohen Wertminderungen auf die Finanzbeteiligungen CECONOMY und METRO im Jahr 2018 sollten diese 2019 wieder positiv zum Beteiligungsergebnis beitragen. Daher wird für das gesamte Geschäftsjahr 2019 mit einer deutlichen Steigerung des Ergebnisses vor und nach Steuern gerechnet.
Franz Haniel & Cie. GmbH