Wirtschaft fordert mehr Tempo beim Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur

Spitzengespräch der Wirtschaft mit NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart

IHK-Präsident Burkhard Landers. Foto: Robert Poorten / Niederrheinische IHK.
Mit Wasserstoff in Richtung klimaneutrale Wirtschaft: Für die Industrie und Logistik bildet Wasserstoff die Grundlage, um den CO2-Ausstoß deutlich zu senken. Nur wenn es gelingt, die Produktion und Mobilität frühzeitig umzustellen, können die Klimaschutzziele erreicht werden und der Standort bleibt für die Industrie attraktiv. Das haben Spitzenvertreter der Wirtschaft aus NRW und den Niederlanden in einem Gespräch mit NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart deutlich gemacht. „Wir müssen enger mit unseren Nachbarn zusammenarbeiten, um die Lücken im Wasserstoffnetz so schnell wie möglich zu schließen“ betont Gastgeber Burkhard Landers, Präsident der Niederrheinischen IHK.

Am Standort Duisburg liegen viele Hoffnungen auf der Ressource Wasserstoff. Und das nicht ohne Grund: Etwa neun Prozent der von der deutschen Industrie benötigten Energiemenge wird in Duisburg verbraucht. Damit gilt der Standort als eine der energieintensivsten Regionen im Bundesgebiet. Nicht nur in der hiesigen Stahlindustrie, sondern auch in der chemischen Industrie sowie in der Logistikbranche setzt man auf eine Zukunft mit Wasserstoff. Eine aktuelle Studie der Niederrheinischen IHK und des Zentrums für Brennstoffzellentechnik (ZBT) in Duisburg zeigt: Viele Industriebereiche gehen davon aus, dass ihr Bedarf an Wasserstoff wesentlich früher und schneller steigen wird, als zuletzt angenommen.

„Der Rhein-Ruhr-Raum bietet gute Voraussetzungen für einen Umstieg auf Wasserstoff. Das vorhandene Pipelinenetz können wir dafür gut nutzen. Den Zeitplan dürfen wir dabei jedoch nicht außer Acht lassen: Bereits ab 2026 soll in den ersten Duisburger Hochöfen Stahl weitgehend CO2-neutral produziert werden. Bis dahin muss die Infrastruktur dafür stehen.“, so Landers.

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart. Foto: F. Wiedemeier.
Wirtschafts- und Innovationsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart ergänzt: „Wasserstoff spielt eine Schlüsselrolle bei der Transformation unserer Industrie hin zur Treibhausgasneutralität. Auch wirtschaftlich ist das Potenzial enorm: In einer aufstrebenden Wasserstoffbranche in Nordrhein-Westfalen könnten bis zu 130.000 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen. Dafür ist eine nachhaltig sichere und wettbewerbsfähige Versorgung mit Wasserstoff unerlässlich. Um diese zu gewährleisten, intensivieren wir die gute Zusammenarbeit mit den Niederlanden beim Ausbau des Leitungsnetzes und setzen uns beim Bund für eine beschleunigende Regulierung ein. Wir sehen die Chance, so zu einem führenden Zentrum der europäischen Wasserstoffwirtschaft zu werden.“

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Aktuell geht es darum, das vorhandene Pipeline-Netz zu prüfen und Lückenschlüsse anzustoßen. Dabei besonders wichtig: der Anschluss zu den Niederlanden. Etwa 85 Prozent des Wasserstoffs müssen vermutlich importiert werden. Der Chef des Rotterdamer Hafens, Allan Castelein, stellte dazu die Pläne für eine Wasserstoffpipeline von Rotterdam über Venlo nach NRW vor.

Das Ergebnis des Gesprächs gibt eine klare Richtung vor: Das Wasserstoffnetz zügig aufbauen, um mit dem schnell steigenden Bedarf schritthalten zu können. Die Zusammenarbeit mit den Niederlanden gilt dabei als Schlüssel zum Erfolg.

Die Niederrheinische IHK vertritt die Gesamtinteressen von rund 70.000 Mitgliedsunternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen in Duis-burg und den Kreisen Wesel und Kleve. Sie versteht sich als zukunftsori-entierter Dienstleister und engagiert sich als Wirtschaftsförderer und Motor im Strukturwandel.
Niederrheinische Industrie- und Handelskammer Duisburg – Wesel – Kleve zu Duisburg
Fotos: F. Wiedemeier (1), Robert Poorten (1)

 

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