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Sind kostenlose Produkte wirklich kostenlos?

Foto: analogicus / pixabay.
Im Netz gibt es fast alles gratis – zumindest auf den ersten Blick. Wir können Produkte kostenlos testen, bekommen zwei Shampoos zum Preis von einem, können uns mit Treuepunkten vermeintlich große Rabatte sichern. Aber welche Deals lohnen sich wirklich? Verbrauchern wird empfohlen, bei jeder Aktion genauer hinzusehen. Das gilt online wie auch offline. Wir verraten, was es alles kostenlos gibt und warum nicht jedes Angebot auch direkt ein gutes ist.

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Kostenlose Lebensmittel
Lebensmittel kostenfrei abholen, das funktioniert zum Beispiel über Foodsharing. Hierbei muss nichts beachtet werden. Mitgenommen werden darf, was verfügbar ist. Doch es gibt auch noch eine weitere Möglichkeit, um an kostenlose Lebensmittel zu kommen: Viele Unternehmen werben mit kostenlosen Lebensmitteln als Geschenk, um auf ihre Produkte aufmerksam zu machen. Vom Tchibo-Kaffee bis hin zu Süßigkeiten oder Gewürzen. Online gibt es unzählige Möglichkeiten, zum Produkttester zu werden. Wer zum Beispiel gern Haribo-Gummibärchen mag, kann sich online registrieren und wird dann mit etwas Glück zufällig als Testperson ausgewählt. Jeden Monat werden aufs Neue Tester ausgelost, die Produkte nach Hause geschickt bekommen. Es ist somit nicht garantiert, dass man ein Tester wird, aber man kann es zumindest jeden Monat wieder versuchen.

 
Ob es hier einen Haken gibt, hängt vom jeweiligen Angebot ab. Es ist aber leider nicht selten der Fall, dass man kurz nach der Registrierung für ein Testpaket kontaktiert und auf verschiedene käufliche Produkte oder mögliche Abonnements hingewiesen wird. Wer damit umgehen kann, hat als Produkttester sicher eine gute Zeit – vorausgesetzt, man wird ausgewählt. Ansonsten gibt es nicht mehr als ein paar nervige Anrufe, die es abzuwimmeln gilt.

 
Gratis Haushaltsartikel
Einen Kalender oder Testtreifen zur Messung der Wasserhärte gefällig? Auf Vergleichsportalen finden sich immer wieder verschiedene Angebote, die für die ein oder andere Person interessant sein könnten. Auch hier nutzen große Marken, ähnlich wie bei den Lebensmitteln, die Möglichkeit, auf ihre Produkte aufmerksam zu machen, indem Gratisproben verschenkt werden. Spendabel zeigen sich zum Beispiel Waschmittelhersteller oder Messer-Produzenten. Alternativ locken dann Rabatte, bei denen mehrere Produkte auf einen Schlag gekauft werden müssen. Ob sich „buy one, get one free“ lohnt, hängt vom jeweiligen Angebot und Produkt ab. Oft werden Kunden aber einfach dazu gebracht, ein Produkt doppelt zu kaufen, das sie vielleicht gar nicht brauchen. Denn am Ende gibt der Kunde immer mehr aus, als er eigentlich geplant hat. Ein guter Deal ist das dann nicht mehr – außer, man hat einen guten Grund, ein Produkt doppelt zu kaufen. Oder vielleicht einen Freund, mit dem man sich die Kosten teilt.

 
Elektrogeräte kostenlos ausprobieren

Foto: Tham Yuan Yuan / pixabay.
Große Unternehmen wie MediaMarkt suchen immer wieder nach Testpiloten: Getestet werden dürfen Klimageräte, Waschmaschinen, Gaming-Festplatten, Standherde und einiges mehr. Dafür müssen Interessenten Mitglied im MediaMarkt-Club werden und können sich dann für ausgewählte Produkte bewerben. Wenn das Glück mitspielt, bekommt man das Testprodukt zugesandt. So ähnlich funktionieren auch die Ausschreibungen anderer Unternehmen. Es wird dann außerdem erwartet, dass der Kunde eine umfangreiche Bewertung abgibt. Diese Bewertung sollten Kunden ernst nehmen, ansonsten werden sie vermutlich nicht wieder als Testpiloten eingesetzt. Je nach Unternehmen gibt man genau vor, was wie beantwortet werden soll –und wie lang eine Bewertung zu sein hat. Kopierte Texte sind nicht gern gesehen, Kunden sollten ihre Bewertungen also wirklich selbst verfassen.

 
Kostenlose Produkte durch Treuepunkte
Als Produkttester ist die Sache klar: Wir bewerben uns für den Test eines Produkts, werden mit etwas Glück ausgewählt und können dann Haushaltsartikel, Elektrogerät, Kosmetik oder andere Produkte gratis austesten. Im Gegenzug erwartet das Unternehmen eine Bewertung – und manchmal nimmt man es mit dem Datenschutz auch nicht so genau. Dann passiert es schnell, dass Kunden angerufen und auf weitere Produkte hingewiesen werden, die gekauft werden können.

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Zusätzlich gibt es dann viele andere Rabatt- und Treueaktionen im Internet, die Kunden einen guten Deal versprechen, aber manchmal gar nicht so leicht zu durchschauen sind: Supermärkte werben beispielsweise mit Treueaktionen. Je mehr man einkauft, desto besser sollen die Rabatte oder gar kostenlosen Produkte werden. Als Normaleinkäufer wird man aber nur selten teure Produkte durch das Sammeln von Treuepunkten erhalten. Es sind eher Minirabatte, die man hier und da bekommt. Bekannt ist außerdem, dass Supermärkte oft günstigere Produkte von namhaften Marken herstellen lassen. Die Produkte gleichen dann dem hochwertigen Original, sind aber günstigere Replikate, die an treue Kunden vergeben werden.

 
Weitere Aktionen, für die fleißig die Werbetrommel gerührt wird, sind jene in Online-Casinos: Immer öfter blicken Buchmacher und Casinobetreiber in kleinen Popup-Fenstern auf und locken mit Freispielen, kostenlosem Startguthaben, Cashback und anderen Boni. Es lässt sich wirklich umsonst Startguthaben erhalten, wenn man es mit einem seriösen Angebot zu tun hat. Dass damit ein großer Haufen echtes Geld gewonnen werden kann, ist aber nicht die Regel. Stattdessen gehen derartige Boni mit strengen Umsatzbedingungen und gedeckelten Maximalauszahlungen einher. Wie bei jeder Aktion im Internet gilt deshalb auch hier: Lesen Sie das Kleingedruckte, bevor Sie sich zu große Hoffnungen auf kostenlose Geschenke machen.

 
Vorsicht vor Abo-Fallen

Foto: Gerd Altmann / pixabay.
Viele Streaming-Dienste lassen uns ihre Produkte eine Woche oder einen Monat lang kostenlos testen. Versäumt man die Kündigung, muss gezahlt werden. Die Kosten sind aber vorher klar und in den meisten Fällen überschaubar. Es ist zwar ärgerlich, ein Testabo nicht rechtzeitig abzumelden, in den meisten Fällen lässt sich das dann aber für den kommenden Monat regeln. Anders sieht es bei Internet-Abofallen aus, die auf den ersten Blick nicht als solche zu erkennen sind: Von Songtexten bis hin zu Gedichten oder Rezepten gibt es scheinbar alles kostenlos. Auf unseriösen Seiten wird man dann aber aufgefordert, vorab persönliche Daten einzugeben. Manchmal sogar schon die Bankverbindung – und spätestens hier sollten Verbraucher hellhörig werden.

 
Versäumt der Webseitenbesucher, das Kleingedruckte in den Geschäftsbedingungen zu lesen und gibt außerdem seine Daten an, kann die Abo-Falle schon zuschnappen. Kündigungsfristen oder Vertragslaufzeiten gehen in den AGB unter, die man ohnehin nur selten liest. Schickt man das geforderte Formular ab, um an die vermeintlich kostenlosen Inhalte zu gelangen, flattert dann aber kurze Zeit später eine E-Mail ins Postfach. Kunden werden für ihren Abo-Abschluss zur Kasse gebeten. Wer in solch eine Falle gerät, sollte erst einmal nicht in Panik geraten und die geforderten Beträge nicht zahlen. Es lohnt sich, hier Rechtsexperten zurate zu ziehen, um den Kosten hoffentlich entgehen zu können.
Foto: analogicus / pixabay (1), Tham Yuan Yuan / pixabay (1), Gerd Altmann / pixabay (1)

 

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