Niederrheinische IHK: Vorschläge der Ruhrkonferenz kein großer Wurf

Ruhr-IHKs fordern Fokus auf Flächen, Investitionen und Innovationen

Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK. Foto: Niederrheinische IHK.
Die Wirtschaft zeigt sich enttäuscht von den Vorschlägen, die der Beteiligungsprozess der Ruhrkonferenz hervorgebracht hat. Von den 75 Projektideen, die seit Anfang des Jahres entwickelt wurden, zielen nur wenige auf die Stärkung des Wirtschaftsstandortes Ruhrgebiet ab.

„Wir stehen aktuell am Rande einer Rezession. In dieser Situation hätten wir uns stärkere Impulse und eine klar erkennbare Gesamtstrategie gewünscht, die politischen Gestaltungswillen zeigt und den Wirtschaftsstandort Ruhr fördert“, so Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer und aktuell Sprecher der IHKs im Ruhrgebiet.

Die IHKs im Ruhrgebiet hatten in der Erarbeitungsphase auf strategische Ziele gedrungen, um die Kräfte zu bündeln und die Region zum Bespiel beim Thema Digitalisierung entscheidend voran zu bringen. „Wir sollten uns ambitionierte Ziele setzen und anstreben, dass unsere Region in einigen ausgewählten Bereichen Spitze wird“, so Dietzfelbinger. Mit der Agenda Ruhr und mit 40 gemeinsam mit den Handwerkskammern erarbeiteten Projektideen hatten die Ruhr-IHKs die Vorstellungen der Wirtschaft in den Prozess eingebracht. Vielen der Projekte, die ab Montag in die Bürgerbeteiligung gehen, fehlt der von den IHKs geforderte Wirtschaftsbezug. „Die Projektliste liest sich wie eine bunte Mischung guter Ideen. Vieles davon ist Nice-to-have, aber kein großer Wurf. Im Vergleich zu der Diskussion um die Zukunftsperspektiven für das rheinische Revier bleibt die Ruhrkonferenz mit ihren Vorschlägen damit weit hinter den Erwartungen zurück“, so Dietzfelbinger.

Es gibt allerdings nicht nur Kritik, sondern auch Lob von den Industrie- und Handelskammern. Positiv bewerten die Ruhr-IHKs die Schwerpunkte im Bereich Mobilität und Innovationsförderung. Es müsse darum gehen, die Infrastruktur weiter zügig zu sanieren, Staus und stockenden Verkehr zu vermeiden vorhandenes Know-How zu stärken und neue innovative Ideen schneller in den Markt zu bringen. „Wir unterstützen deshalb ganz besonders alle Anstrengungen, die Innovationskultur zu verbessern und den Gründergeist im Ruhrgebiet zu wecken“, betont der Sprecher der Ruhr-IHKs.

Mit Blick auf den jetzt folgenden Umsetzungsprozess der Projektideen mahnt Dietzfelbinger: „Wichtig ist, dass wir uns auf die Themen konzentrieren, die auf unseren Wirtschaftsstandort und damit auch auf die Arbeitsplätze in der Region kraftvoll einwirken. Die Themen Flächen, Innovationen I und Fachkräftesicherung sind deshalb besonders wichtig. Hier brauchen wir Investitionen, so wie sie auch dem rheinischen Revier versprochen worden sind.“

Die Niederrheinische IHK vertritt das Gesamtinteresse von rund 68.000 Mitgliedsunternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen in Duisburg und den Kreisen Wesel und Kleve. Sie versteht sich als zukunftsorientierter Dienstleister und engagiert sich als Wirtschaftsförderer und Motor im Strukturwandel.
Niederrheinische Industrie- und Handelskammer
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