Üben für den Ernstfall: Evakuierungsübung bei Yusen Logistics am Standort Duisburg

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Die Halle wird eingenebelt. Foto: Yusen Logistics (Deutschland) GmbH.
Erst riecht es komisch, dann wird es etwas trüb, und nach wenigen Minuten vernebelt dichter Rauch die Sicht, während die Sirenen heulen. Ein Gabelstapler, verkeilt im Regalsystem, qualmt, und einige Meter weiter liegt ein bewusstloser Mitarbeiter blutend am Boden. Was hoffentlich nie im Ernstfall passiert, wurde am 15.10.19 auf dem Gelände von Yusen Logistics (Deutschland) GmbH in Duisburg zusammen mit der Berufsfeuerwehr der Stadt Duisburg geübt. Ziel der Übung war die Bergung eines verunglückten Mitarbeiters und die kontrollierte Evakuierung der sogenannten Halle N, einer knapp 6.000 m² großen Gefahrstoffhalle.

In dieser Halle werden Materialien wie Mineralöle, methanolhaltige Gemische sowie auch Säuren und Laugen gelagert. Einzeln stellen diese Stoffe keine ernsthafte Gefahr da, aber in der geballten Masse kann dies schon einmal etwas kritischer werden. Aus diesem Grund ist Halle N mit hochmodernen Gaswarn- und Brandlöschanlagen ausgestattet und in drei Brandabschnitte aufgeteilt, in der 15 hochqualifizierte Mitarbeiter im Schichtdienst arbeiten. Alle – vom Lagermitarbeiter über die kaufmännischen Angestellten bis hin zum Chef
– sind im Umgang mit Gefahrstoffen und -gütern, Erste Hilfe und Brandschutz geschult. Als Logistikdienstleister, der per Definition auch über die Transportwege Straße, See, Luft und Bahn „in Verkehr- Bringer gefährlicher Güter“ ist, fehlen natürlich auch die gesetzlich vorgegebenen Schulungen wie ADR, IMDG und IATA nicht.

| Brandschutzübung im Logport. Foto: Yusen Logistics (Deutschland) GmbH.
Die Kernaufgabe des Teams in Halle N besteht darin, neben der regelkonformen Lagerung der Kundenware jederzeit sicherzustellen, dass die Warenbewegung (Warenein- und -ausgang oder Umlagern) sensibel und ordnungsgemäß von statten geht. Auch wird streng kontrolliert, dass alle Vorsichtsmaßnahmen auch von Dritten (wenn beispielsweise ein anderes Transportunternehmen durch den Kunden mit der Abholung beauftragt wird) eingehalten werden. Zum Schutz der Gefahren, die von den verschiedenen Stoffen und Gemischen ausgehen können, stellt Yusen Logistics jedem im Gefahrgutbereich eingesetzten Mitarbeiter eine entsprechende Schutzausrüstung – die so genannte PSA –, die neben Arbeitskleidung aus Sicherheitsschuhen, Handschuhen, Sicherheitshandschuhen und Schutzbrille besteht. Zusätzlich ist das Tragen eines sogenannten
„Totmannwarners“ Pflicht. Dieser „Totmannwarner“, geschichtlich bekannt aus dem Bergbau, sendet ein lautes Alarmsignal, sobald der Träger sich nicht mehr bewegt. So können die Rettungskräfte auch einen ohnmächtigen Mitarbeiter in einer stark vernebelten Halle orten.

Das Szenario

Versorgung eines „geretteten Opfers“. . Foto: Yusen Logistics (Deutschland) GmbH.
Damit die Übung auch wirklich Ihren Zweck erfüllt – nämlich zu prüfen, ob im Ernstfall alle Rädchen reibungslos
ineinandergreifen und Leben geschützt werden kann – wurden die Yusen-Mitarbeiter sowie die Einsatzkräfte der Feuerwehr vorab nicht über die Übung informiert. Einzig die Organisatoren seitens Yusen Logistics und der Berufsfeuerwehr, die direkt angrenzenden Nachbarunternehmen und der Logport selbst hatten von der Übung Kenntnis, damit keine echte Notfallkette ausgelöst werden würde. Auch die Kunden erhielten vorab die Info, dass deren gelagerte Ware Teil und Grund der Übung waren. Heinz Ficko, ernannter Gefahrgut- und Brandschutzbeauftragter der Firma Yusen Logistics, begann dann gegen 09:00 Uhr, den Yusen Mitarbeiter Markus Büscher fachgerecht mit Theaterblut zu schminken, in der Nähe des schräg stehenden Gabelstaplers auf dem Boden zu positionieren und die Halle einzunebeln. Punkt 10:00 Uhr wurde der Alarm ausgelöst, und die Übung begann.

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Die städtische Feuerwehr wurde durch den auf dem Yusen Gelände ausgelösten Alarm automatisch informiert. Bevor der Löschzug der städtischen Feuerwehr mit ca. 20 Einsatzkräften eintraf, erfolgte bereits die vorbildliche Räumung der Halle durch die Mitarbeiter. Alle Mitarbeiter haben sich am Sammelplatz eingefunden, die Vollzähligkeit wurde geprüft und telefonisch mit der Feuerwehr Kontakt aufgenommen, um die Situation zu schildern. So konnten sich die anrückenden Einsatzkräfte bei Ankunft schon ein Bild von der Lage machen. Aus den Yusen-Mitarbeitern wurden Einweiser für die Feuerwehr benannt, die dann ihre Position bezogen, um die Einsatzkräfte – wie die Funktion schon aussagt – einzuweisen. Als dann um 10:03 Uhr die ersten Einsatzkräfte der Feuerwehr Duisburg eintrafen, ging alles rasend schnell und routiniert:

Nach Identifizierung des Gefahrenbereiches und Einweisen der verschiedenen Trupps durch den Einsatzleiter nahmen diese unter Vollschutz gemäß Evakuierungs- und Rettungsplan ihre Arbeit auf. Sie stellten fest, dass ein Yusen-Mitarbeiter vermisst wurde und wohl verletzt in der verrauchten Halle zu bergen sei, wobei nicht bekannt war, ob dieser ansprechbar wäre. Trotz des dichten Rauches waren die Einsatzkräfte im entsprechenden Bereich und konnten den Mitarbeiter bergen. Erst draußen haben die bergenden Einsatzkräfte festgestellt, dass der Yusen Mitarbeiter zwar perfekt „ruß- und blutverschmiert“ war, allerdings keine offenen Wunden hatte und auch nicht so ohnmächtig war, wie beim Bergungsprozess zunächst angenommen wurde. Erleichterung tat sich breit, aber trotzdem haben die Einsatzkräfte selbstverständlich weiter durchgezogen.

Ein anderer Trupp hatte den Gefahrenbereich analysiert und festgestellt, dass die Rauchentwicklung nicht von den dort gelagerten Gefahrstoffen erzeugt wurde. Parallel mit der Information, dass es sich um eine Übung handelte, wurde als Gefahrenquelle ein Defekt an einem Elektrostapler erkannt – zumindest befand sich dort die Vernebelungsmaschine.

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Maik Mohnke, Operations Leader in Halle N, erklärt, dass es nicht immer die Gefahrstoffe oder Gefahrgüter um einen sind, von denen Gefahr ausgehen kann. Oft sind es alltäglich erscheinende Situationen, die plötzlich aus dem Ruder laufen. „Das gestellte Szenario spiegelte wieder, dass die Rauchentwicklung eines defekten Gabelstaplers in Sekundenschnelle so stark sein kann, dass die Sicht genommen wird. Findet dann der Mitarbeiter nicht den Ausweg, stößt sich den Kopf und wird ohnmächtig, kann schnell ein Unglück geschehen. Ich bin aber echt stolz auf meine Mannschaft, die die Übung vorbildlich gemeistert und die Nerven behalten haben.“ Auch Heinz Ficko ergänzt abschließend: „Die Einsatzübung wurde erfolgreich absolviert und alle Beteiligten können stolz auf das Ergebnis sein.“

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Über Yusen Logistics
Yusen Logistics Co. Ltd. wurde 1955 gegründet und beschäftigt derzeit weltweit mehr als 24.000 Mitarbeiter an mehr als 550 Standorten in 44 Ländern mit über 2,6 Millionen Quadratmeter Lagerfläche. Das Unternehmen ist ein diversifizierter Weltmarktführer in der Logistik. Im Jahr 2016 erwirtschaftete das Unternehmen einen Jahresumsatz von 945 Millionen US-Dollar in Europa und 4,17 Milliarden US-Dollar weltweit.

Die Dienstleistungen reichen von Supply Chain Management und Consulting über Kontraktlogistik bis hin zur Gefahrstofflogistik und Reverse-Logistik. Im Bereich Transporte deckt Yusen Logistics ebenfalls alle Anforderungen ab: Bahn- und LKW-Transporte, Luft- und Seefracht, intermodale und multimodale Transportlösungen sowie Zollabfertigung
– national und international.

Yusen Logistics Co. Ltd ist ein Mitglied der japanischen Nippon Yusen Kabushiki Kaisha Gruppe, auch bekannt als NYK – einer der ältesten und größten Reedereien der Welt (gegründet 1885). Die Gruppe ist an der Tokioter Börse notiert, hat insgesamt 36.000 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 20 Milliarden US-Dollar.
Yusen Logistics (Deutschland) GmbH
 

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