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Star-Power im neuen Jahr am Schauspiel Duisburg

Vorstellung des neuen Programms: Jens Harzer, Ulrich Matthes, Constanze Becker, Friederike Becht, Roland Riebeling und Philipp Hochmair sind bis Mai 2022 im Theater Duisburg zu erleben

Theater Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.
Ein volles Theaterprogramm mit 25 sehenswerten Inszenierungen in 63 Vorstellungen kündigte Michael Steindl, Intendant des Schauspiel Duisburg, am heutigen Donnerstag für die ersten Monate des Jahres 2022 an. Dabei sind gleich zwei Inszenierungen auf der Großen Bühne zu sehen, die zum renommierten Berliner Theatertreffen eingeladen wurden, sowie zahlreiche Größen der deutschsprachigen Theaterlandschaft wie Iffland-Ring-Träger Jens Harzer, der Salzburger „Jedermann“-Darsteller Philipp Hochmair, Gertrud-Eysoldt-Ring-Trägerin Constanze Becker und Grimme-Preisträger Ulrich Matthes. Auch die Eigenproduktion von Virginia Woolfs „Orlando“ glänzt durch Friederike Becht und Roland Riebeling mit Star-Power. Besonderes Highlight des Jahres ist das THEATERTREFFEN im Rahmen der 43. Duisburger Akzente vom 11. März bis 3. April, das nach drei Jahren mit Einschränkungen endlich wieder komplett stattfinden soll.

Mehrere Paukenschläge im Januar 2022
Das Jahr 2022 am Schauspiel Duisburg beginnt gleich mit drei Paukenschlägen: Am 4. und 5. Januar ist zunächst das Deutsche Theater Berlin mit einer Inszenierung zu Gast, die 2020 zum Theatertreffen der Berliner Festspiele eingeladen wurde: In Molières Komödie „Der Menschenfeind“ verkörpert Ulrich Matthes die Hauptrolle des Alceste, dessen blinde Verliebtheit ihn an seinen eigenen Moralansprüchen krachend scheitern lässt.

Ein echter Kracher ist auch am 16. Januar die Konzert-Performance „Jedermann reloaded“ mit Burgschauspieler Philipp Hochmair und der Band Die Elektrohand Gottes. Hochmair, der 2018 die legendäre Rolle des Jedermann bei den Salzburger Festspielen übernahm, verwandelt in seiner One-Man-Show das 100 Jahre alte Mysterienspiel in ein apokalyptisches Sprech-Konzert, mit der immer präsenten Frage: „Was bleibt vom Leben übrig, wenn es ans Sterben geht?“

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Rauschhafte Lebensreise durch 350 Jahre und zwei Geschlechter: „Orlando“
Ein rauschhaftes Erlebnis erwartet das Publikum dann ab 22. Januar in „Orlando“, der nächsten großen Eigenproduktion des Schauspiel Duisburg. Das Stück nach dem Roman von Virginia Woolf erzählt die Geschichte Orlandos, der über 350 Jahre lebt und dabei nur um 20 Jahre altert, der als Junge zur Welt kommt und eines Tages als Frau erwacht. Auf seiner – oder ihrer – Lebensreise vom England der Renaissance unter Königin Elisabeth I. bis ins London der Gegenwart sprengt Orlando alle Grenzen, immer auf der Suche nach der Antwort auf die grundlegenden Fragen des Menschseins.

In der Titelrolle ist Friederike Becht erstmals Teil des Ensembles am Schauspiel Duisburg. Die Schauspielerin, die in ihrer erfolgreichen Karriere unter anderem am Schauspielhaus Bochum und am Berliner Ensemble spielte und ab 1. Januar 2022 in der Hauptrolle der ARD-Thrillerserie „Schneller als die Angst“ zu sehen ist, genießt die Probenarbeit am Duisburger Theater. „Wir haben die herausfordernde Aufgabe, diese überbordende Lebensreise, die Virginia Woolf in ihrem 200-Seiten-Roman aufspannt, an einem Theaterabend zu erzählen, und trotz aller Fülle noch einen Fokus und vor allem eine große Leichtigkeit zu bewahren. Deshalb bin ich sehr dankbar für die unheimlich angenehme Atmosphäre hier am Haus, die es erlaubt, ganz offen zu arbeiten und Dinge auszuprobieren – so kann jeden Tag ganz viel Neues auf den Proben entstehen.“

Immer an der Seite Orlandos steht ein Biograf, der auch eigene Absichten verfolgt. Er wird verkörpert von Roland Riebeling, bekannt aus „How to Sell Drugs Online (Fast)“ und als Assistent Jütte im NRW-Tatort. Am Schauspiel Duisburg spielte er zuletzt Kreon in „Antigone“ und ist ab Februar 2022 auch wieder in seinem Solo „Der Kontrabass“ im FOYER III zu sehen.

Endlich wieder ein THEATERTREFFEN!
Das Highlight der Saison ist jedoch unbestreitbar das THEATERTREFFEN im Rahmen der 43. Duisburger Akzente mit vier großen Gastspielen und einer Reihe von Eigen- und Koproduktionen zwischen 11. März und 3. April 2022.

„Nach drei durch Corona und Wasserschaden torpedierten Runden kann ich es nicht erwarten, endlich wieder ein uneingeschränktes THEATERTREFFEN bei uns im Haus zu haben!“, so Schauspiel-Intendant Michael Steindl. Die Eröffnung begeht das Dresdner Staatsschauspiel am 11. und 12. März mit seiner Inszenierung von „Der Zauberberg“ nach dem Roman von Thomas Mann. „Allein die spektakuläre erste Szene des Stücks ist schon einen Besuch wert“, macht Steindl neugierig auf das Stück.
Das Thalia Theater Hamburg ist dann am 31. März im Großen Haus mit Molières „Der Geizige oder Die Schule der Lügner“ zu sehen. Die Hauptrolle in der Komödie von Leander Haußmann („Sonnenallee“) übernimmt Jens Harzer, der 2019 den Iffland-Ring, die vielleicht bedeutendste Auszeichnung für deutschsprachige Schauspieler, von Bruno Ganz geerbt hat.

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„Besonders freue ich mich auf die Rückkehr einer Inszenierung, von der heute noch immer wieder Menschen erzählen, obwohl es mittlerweile neun Jahre her ist, dass sie beim Duisburger THEATERTREFFEN zu Gast war“, schwärmt Intendant Michael Steindl vom Gastspiel „Medea“ des Berliner Ensembles, das am 2. und 3. April im Großen Haus stattfindet. Die Inszenierung mit Constanze Becker in der Titelrolle gilt als eines der Meisterwerke von Regisseur Michael Thalheimer und wurde 2013 zum Berliner Theatertreffen eingeladen.

Mit einem musikalisch-theatralen Double Feature ist der Schauspieler und Sänger Dirk Schäfer beim THEATERTREFFEN zu erleben. Am 19. März zeigt er den in Koproduktion mit dem Schauspiel Duisburg entstandenen Abend „Der Tod und ein Mädchen“, der auf berührende Weise die Geschichte seiner Großcousine erzählt, die im Euthanasieprogramm der Nationalsozialisten zu Tode kam. Bereits einen Tag zuvor zeigt er „Hinter den Wölfen“, einen ungewöhnlichen, aber hochenergetischen Abend, der mit Musik von Astor Piazzolla bis Georg Kreisler den Ängsten der Deutschen vor der Rückkehr des Wolfes auf die Spur geht. Für beide Inszenierungen wird Schäfer von einer herausragenden Band um den Komponisten und Pianisten Ferdinand von Seebach begleitet. Besucher, die beide Veranstaltungen besuchen, können dabei mit dem Dirk-Schäfer-Package von einem deutlichen Rabatt profitieren.

Neben den spektakulären Gastspielen feiert auch eine Eigenproduktion mit einem großen Regietalent aus den eigenen Reihen Premiere im Rahmen des THEATERTREFFENS: Damira Schumacher, die im Duisburger Jugendclub spielte und kürzlich ihr Regiestudium an der Folkwang Universität in Essen abgeschlossen hat, wurde zuletzt für „Das Gewächshaus“ am Schauspiel Duisburg gefeiert. „Ich fand Damiras Inszenierung so fantastisch, dass ich ihr unbedingt ganz spontan noch eine weitere Regie geben wollte und sie sogar das Stück vorschlagen ließ“, so Intendant Steindl. Schumacher inszeniert nun „Vier Männer im Nebel“ von Tim Firth, eine absurd-rasante britische Komödie über vier Männer mittleren Alters, die bei einer Teambuilding-Aktion auf einer einsamen Insel stranden.

Komplettiert wird das Programm des THEATERTREFFEN mit der Fluchtgeschichte „Im Kreis der Sterne“, dem Monolog „Event“ sowie der Figurentheater-Inszenierung „Mario und der Zauberer“.

Weitere Highlights bis Mai 2022
Auch abseits des THEATERTREFFEN bietet das Schauspiel Duisburg jede Menge spannendes Theater. Dazu zählen Vorstellungen des eigenen Repertoires am Schauspiel Duisburg mit „Let’s work – Ein Liederabend“, „Das Gewächshaus“ und „Im Kreis der Sterne“, die Kultstücke „Being Freddie Mercury“, „Der Kontrabass“ und „Iphigenia“, die Hildegard-Knef-Hommage „So oder so ist das Leben“, die Jacques-Brel-Hommage „Dirk Schäfer singt Jacques Brel: Doch davon nicht genug!“, die Kreuzfahrt-Komödie „Endlose Aussicht“, das Jugendstück „Jagger Jagger“ und die Figurentheaterproduktionen „Der Untergang des Hauses Usher“, „INFINITA“ und „FESTE“. Als letztes großes Gastspiel im Mai ist noch einmal das Staatsschauspiel Dresden mit Shakespeares „König Lear“ im Großen Haus zu sehen.

Noch mehr Masken-, Figuren- und Objekttheater kündigt Intendant Michael Steindl für den Juni 2022 an: „Im Rahmen eines kleinen Figurentheaterfestivals darf sich unser Publikum jetzt schon auf Premieren von Koproduktionen mit FAMILIE FLÖZ und Bühne Cipolla freuen, aber auch auf die erste Objekttheater-Inszenierung unseres Jugendclubs ‚Spieltrieb‘.“
Stadt Duisburg
Foto: Petra Grünendahl

 

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